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Halloween: Maskierung im Auto – Unfall kann richtig teuer werden

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Monster, Hexen und Horror-Clowns haben hinterm Lenkrad nichts zu suchen. An Halloween gelten für Autofahrer die gleichen Maskierungsregeln wie an Karneval.

München – Der aus den USA importierte Halloween-Kult findet in Deutschland immer mehr Fans, die sich in der Nacht vom 31. Oktober in angsteinflößende Schale werfen. Wer sich mit Grusel- und Gruft-Aufmachung allerdings ans Steuer eines Pkw setzen will, sollte nicht nur auf unvorsichtige Hexen und Monster unter den Fußgängern achten. (Neuer Bußgeldkatalog: So teuer wird es künftig für Raser und Falschparker)

Halloween: Maskierung im Auto – Unfall kann richtig teuer werden

Als Fahrer eines Autos ist man gut beraten, es mit der eigenen Maskerade nicht zu übertreiben. Wesentliche Gesichtszüge wie Wangen und Kinnpartie müssen in jedem Fall erkennbar bleiben. Andernfalls verhindert die Verhüllung die Identifizierbarkeit des Autofahrers bei der automatisierten Verkehrsüberwachung (Blitzer), was laut Straßenverkehrsordnung als Ordnungswidrigkeit gewertet wird. Ist die Fahreridentität deswegen nicht feststellbar, sieht der bundesweit einheitliche Tatbestandskatalog ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro vor. Verhindert die Verkleidung die Identifizierung des Fahrers auf dem Blitzerfoto, kann im Extremfall sogar eine Pflicht zur Fahrtenbuchführung auferlegt werden. (Ohrfeigen für Autodieb: Frau holt sich mit Backpfeifen-Aktion ihr Fahrzeug zurück)

Horror-Zombie-Frau mit blutigem Gesicht im Auto (Symbolbild)
Extreme Maskierungen sind hinterm Lenkrad nicht erlaubt – auch nicht an Halloween. (Symbolbild) © NomadSoul1/Imago

Halloween: Kostüme sollten Reaktionsfähigkeit des Fahrers nicht beeinträchtigen

Diese Regeln gelten im Grunde natürlich auch für die Corona-Masken – also etwa einen medizinischen Mundschutz oder eine FFP2-Maske. Laut ADAC dürfte bei diesen in der Regel aber noch genügend vom Gesicht zu erkennen sein, um die Identität feststellen zu können. Am Ende sei jedoch alles eine Einzelfallentscheidung – und liege letztendlich im Ermessen des Polizeibeamten. (Nach Corona: Schutzmasken im Auto werden Pflicht – droht damit auch höheres Bußgeld?)

Darüber hinaus sollten Kostüme nicht die Reaktions- und Wahrnehmungsfähigkeit des Fahrers beeinträchtigen. Hüte, Bärte, Perücken und dicke Brillen behindern zum Beispiel die Sicht und Bewegungsfreiheit, was gefährliche Folgen haben kann. Im Fall einer Verkehrskontrolle können Ordnungshüter das Fahren mit erschwerter Sicht oder einer Beeinträchtigung des Gehörs mit einem Bußgeld in Höhe von zehn Euro sanktionieren.

Verkleidete Kinder ziehen am Abend durch die Straßen (Symbolbild)
Besondere Vorsicht sollte an Halloween den Kindern gelten – sie ziehen oft dunkel gekleidet durch die Straßen. (Symbolbild) © Frank Rumpenhorst/dpa

Halloween: Bei einem Unfall mit Maskierung droht Ärger mit der Versicherung

Schlimmere Konsequenzen können bei einem Unfall drohen: Maskierte haben dann möglicherweise nämlich ihre Sorgfaltspflicht verletzt, was neben einem Bußgeld außerdem Probleme mit der Versicherung nach sich ziehen kann. Wäre der Unfall ohne Maskierung vermeidbar gewesen, kann die Kaskoversicherung unter Umständen ihre Leistungen kürzen. Unfallverursacher könnten dann die Kosten für Schäden am eigenen Fahrzeug selbst tragen müssen.

Wer also im Kostüm zur Halloween-Party fahren will, sollte seine Verkleidung im Kofferraum deponieren und erst vor Ort anlegen – oder gleich auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Taxi umsteigen. Dann muss man auch bei den Getränken nicht so genau hinschauen.

Auch wer bei Halloween nicht mitfeiert, sollte sich den Tag – die Grusel-Party findet in der Regel am 31. Oktober statt – im Kalender anstreichen. Denn in der Dunkelheit sind viele verkleidete Kinder unterwegs. Oft tragen diese Kostüme, die dem Anlass entsprechend dunkel gehalten und dadurch weniger gut zu erkennen sind. (Mit Material von SP-X)

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