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Von Maut bis Knöllchen im Urlaub: Bei einigen Verstößen können Sie sogar im Gefängnis landen

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Andere Länder, andere Gesetze. Wer sich vor der Urlaubsfahrt nicht ausreichend informiert, riskiert hohe Geldstrafen. In einigen Ländern droht auch Haft.

Urlaubszeit ist für viele Deutsche auch Reisezeit. Immer mehr Menschen nutzen dabei das Auto, um an den Zielort zu gelangen. Entsprechend wichtig ist es, sich vorher ordentlich über die Verkehrsregeln zu informieren. So wird etwa in vielen europäischen Ländern eine Maut fällig.

Achtung, Maut: Es drohen hohe Bußgelder

In einigen Ländern brauchen Autofahrer eine Vignette. Andere Länder setzten längst auf eine digitale Lösung. Mitunter gilt die Maut aber nur für einige Brücken oder Autofahrer müssen für gewisse Tunnel und Pässe extra zahlen. Fehlt die Vignette, wirds richtig teuer: In Österreich kostet der Verstoß 120 Euro. In der Schweiz werden rund 240 Euro fällig. Wer in Tschechien gegen die Mautpflicht verstößt, zahlt sogar bis zu 800 Euro.

Die tschechische Polizei kontrolliert an der Grenze zu Österreich.
Wer in Tschechien keine Maut zahlt, wird ordentlich zur Kasse gebeten. © imago stock&people

Wer eine Städtereise macht oder einen Zwischenstopp plant, sollte sich zudem über Parkregelungen und eventuelle Citymauts oder Umweltzonen informieren. Eine Citymaut gibt es beispielsweise in der französischen Hauptstadt Paris. Aber auch in Mailand müssen Autofahrer zahlen, wenn sie mit einem Benziner in die Stadt wollen. Das Tagesticket kostet fünf Euro. Kontrolliert wird in der Regel per Kamera. Das Bußgeld flattert also erst später per Post ins Haus.

Besser nicht rasen: Österreich kassiert Autos ein

Und auch bei den regionalen Verkehrsvorschriften gibt es so einige Unterschiede. So gelten in den meisten europäischen Staaten strenge Tempolimits auf der Autobahn. Und das kann mitunter sehr verwirrend sein. In Österreich gilt beispielsweise generell Tempo 130, auf einigen Teilstücken dürfen Autofahrer jedoch nur 100 km/h fahren – zum Wohle der Umwelt. Ähnlich sieht es in den Niederlanden aus. Dort gilt tagsüber ein Tempolimit von 100 km/h. Ab 19 Uhr dürfen Autofahrer dann mit 130 km/h über die Autobahnen fahren.

Die Strafen fallen in den Niederlanden auch deutlich härter aus als hier in Deutschland. Wer auf der Autobahn mit fünf km/h zu viel erwischt wird, muss 32 Euro zahlen. Noch teurer wird es, wenn man innerorts oder außerorts zu schnell ist. Wer innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften mit mehr als 30 km/h bzw. auf der Autobahn mit mehr als 40 km/h zu viel unterwegs ist, dem droht zudem eine Strafanzeige. Dann entscheidet die Staatsanwaltschaft über die Höhe der Geldstrafe. In Österreich müssen Raser seit kurzem sogar um ihr Auto fürchten. In der Schweiz wiederum ist eine Haftstrafe möglich. Teuer wird es auch in Skandinavien, wie die Bild berichtet. In Dänemark kann das Bußgeld bis zu einem Monatsverdienst betragen. In Schweden geht es bei 40 Tagessätzen los. Und auch in anderen europäischen Ländern wird es teuer:

Wer sich mit einem Radarwarner oder einer Blitzer-App schützen will, sollte sich das gut überlegen. Deren Einsatz ist nicht nur in Deutschland verboten, sondern auch in den meisten anderen europäischen Staaten. In einigen Ländern droht sogar eine Haftstrafe.

Alkohol am Steuer kann in Italien im Gefängnis enden

Unterschiede gibt es in Europa auch bei der Promillegrenze. Diese variiert zwischen 0,0 und 0,5. Während in Deutschland 0,5 Promille erlaubt sind, gilt in Tschechien beispielsweise eine Null-Toleranz-Politik. Oftmals gelten für Fahranfänger gesonderte Regeln – egal woher sie kommen.

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Und auch die Strafen fallen sehr unterschiedlich aus. In Italien ist man dabei besonders rigoros. Wer mit 1,5 Promille oder mehr erwischt wird, muss 6.000 Euro zahlen. Alternativ kann auch eine Haftstrafe verhängt werden. Zudem kann auch das Auto beschlagnahmt und versteigert werden. Auch in Belgien ist ab 1,1 Promille eine Geld- oder Haftstrafe möglich. Wer wiederholt zu tief ins Glas guckt, muss bis zu 27.500 Euro zahlen, schreibt Bußgeldkatalog.org.

LandPromillegrenzeStrafe
Spanien0,5ab 500 Euro
Italien0,5ab 545 Euro
Türkei0,5 (für Fahrer von Privat-Pkw ohne Anhänger, ansonsten gilt 0,0 Promille)ab 50 Euro
Kroatien0,5ab 390 Euro
Östrreich0,5ab 300 Euro
Griechenland0,5ab 80 Euro
Frankreich0,5ab 135 Euro
Polen0,2ab 540 Euro
Niederlande0,5ab 300 Euro
Portugal0,5ab 250 Euro
Belgien0,5ab 179 Euro

Oft streng verboten: Finger weg vom Handy und Zigaretten

Doch nicht nur vom Alkohol sollten Autofahrer die Finger lassen. Auch Zigaretten sind in vielen Staaten im Auto strengsten tabu. Zumindest dann, wenn Minderjährige oder Schwangere mit an Bord sind. Aktuell gilt das Rauchverbot in Italien, Frankreich, England, Wales, Schottland, Irland, Griechenland, Finnland, Belgien, Österreich, Luxemburg, Slowenien und Zypern. Je nach Land liegen die Bußgelder zwischen 25 und 1.500 Euro.

Selbstverständlich ist auch die Nutzung des Handys während der Fahrt nicht nur in Deutschland untersagt, sondern auch in den meisten anderen Saaten in Europa. Die Bußgelder fallen jedoch sehr unterschiedlich aus:

Übrigens: Bußgelder einfach aussitzen, geht nicht. Denn seit Oktober 2010 werden die Bußgeldbescheide anderer Mitgliedsstaaten EU-weit anerkannt und auch vollstreckt. Meist betrifft das jedoch nur Strafen in Höhe von 70 Euro plus Gebühren. Lediglich Österreich fordert schon ab 25 Euro ein, wie die Bild schreibt. Seit kurzem besteht zudem ein Abkommen mit der Schweiz.

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