Sparen kann teuer kommen

TÜV-Report 2020: Diese drei Spardosen müssen oft in die Werkstatt

  • Arne Roller
    vonArne Roller
    schließen

Jahr für Jahr veröffentlicht der TÜV seinen großen Mängelreport und benennt die sogenannten „Mängelzwerge“ und „Mängelriesen" bei der Hauptuntersuchung. Wir zeigen die Gewinner und Verlierer des aktuellen TÜV-Reports.

  • Mehr als 9 Millionen Hauptuntersuchungen fließen in die Bewertung ein
  • Der Fuhrpark auf deutschen Straßen wird immer älter
  • Der TÜV bescheinigt den Fahrzeugen hierzulande einen sehr ordentlichen Zustand

München – jedes Jahr veröffentlicht der TÜV e.V. (VdTÜV) den „TÜV-Report“, der neben der ADAC-Pannenstatistik als einer der wichtigsten Ratgeber für Autofahrer und Gebrauchtwagenkäufer gilt. In den TÜV-Report fließen die Hauptuntersuchungsergebnisse aller TÜV-Gesellschaften in Deutschland ein – für den TÜV-Report 2020 waren es mehr 9 Millionen Hauptuntersuchungen.

TÜV-Report: Die Autos auf deutschen Straßen sind in jedem Alter gut in Schuss

Der Fuhrpark hierzulande wird immer älter. Aktuell liegt der Durchschnitt bei neuneinhalb Jahren – 2010 lag er noch bei acht Jahren. Wirtschaftliche Unsicherheit, Dieselfahrverbote, Kostendruck – bei den Autofahrern ist die Verunsicherung aktuell groß. Da denken viele: lieber das alte Auto weiterfahren. Das zeigt sich auch im zunehmenden Durchschnittsalter: mehr als 40 Prozent der 47 Millionen hierzulande zugelassenen Fahrzeuge ist 10 Jahre alt – oder älter. Betagtere Fahrzeuge bekommen folglich immer mehr Relevanz für die Verkehrssicherheit insgesamt. Die Experten von TÜV SÜD werfen daher speziell einen Blick auf die Altersklasse der sechs und sieben Jahre alten Fahrzeuge. Grund für die Altersauswahl ist die Tatsache, dass viele dieser Fahrzeuge mindestens über Euro Norm 5 verfügen, und damit hierzulande beinahe noch überall fahren dürfen.

Ein Blick auf die Mängelstatistiken zeigt: Die Mängelquoten bleiben relativ stabil. Aus Sicht der TÜV SÜD-Experten ist das ein klares Signal für ausgezeichnet gewartete Fahrzeuge. „Beinahe 80 Prozent der neun Millionen von den TÜV-Gesellschaften bei der Hauptuntersuchung (HU) geprüften Fahrzeuge haben sofort die Plakette erhalten“, sagt Patrick Fruth, Leiter der Division Mobility bei TÜV SÜD. „Selbst gebrauchte Fahrzeuge, die sechs bis sieben oder mehr Jahre alt sind, schneiden hervorragend ab.“ Die wichtigste Erkenntnis für die Besitzer älterer Fahrzeuge: Wartung ist das A und O. Das sagt auch Joachim Bühler, Geschäftsführer des VdTÜV e.V.

TÜV-Report 2020: Sieben Jahre alte Fahrzeuge zeigen sich in Topform

Wer ein neues Auto für die Familie braucht, ist laut statistischer Auswertung aller Hauptuntersuchungen (VdTÜV) in der Altersklasse der Sechs- bis Siebenjährigen mit der B-Klasse gut unterwegs. Der kleine Mercedes-Van punktet nicht nur mit geringen erheblichen Mängeln (7,5 Prozent), sondern zudem mit vergleichsweise wenig Kilometern auf der Uhr: durchschnittlich sind es nur 79.000 Kilometer. Aber auch der Golf Plus (11,1 Prozent, 75.000 Kilometer) oder BMW X3 (11,8 Prozent, 111.000 Kilometer) liegen durchaus noch im grünen Bereich. Soll es unbedingt ein SUV sein, kommen neben dem BMW X3 beispielsweise noch der Audi Q5 (8,5 Prozent, 118.000 Kilometer), Mazda CX 5 (8,8 Prozent, 92.000 Kilometer) oder der Mitsubishi ASX (9,9 Prozent, 100.000 Kilometer) infrage. Bei den Kleinwagen fahren sechs bis sieben Jahre alte Mazda 2 (11,1 Prozent) oder Opel Agila (11,3 Prozent) mit den wenigsten Mängeln durch den TÜV-Boxenstopp. Fehlt noch der Blick auf die Business-Klasse: Hier drängeln sich beispielsweise der Audi A7 (9,8 Prozent), die Mercedes C-Klasse (11,5 Prozent) oder Audi A4/5 (11,8 Prozent) in der Mängelstatistik nach oben.

TÜV-Report 2020: Ein Mercedes-Benz ergattert den Gesamtsieg

In Sachen Qualität belegt dieses Mal der Mercedes GLC bei der Gesamtstatistik die Pole Position. Mit einer durchschnittlichen Quote der erheblichen Mängel von gerade einmal 2,17 Prozent holt er sich den Titel als oberster „Mängelzwerg“. Mit diesem geringen Wert verweist er Vorjahressieger Porsche 911 auf den zweiten Platz (2,2 Prozent). Diesen Wert von 2,2 Prozent erreicht auch der Mercedes SLC/SLK.

Ganz ohne Mängel passieren knapp 5,9 Millionen Fahrzeuge die Prüfgassen (68,8 Prozent). Die Quote der geringen Mängel liegt aktuell bei 9,7 Prozent, das entspricht etwa 1 Million Fahrzeuge. „Dass die Mängelquote trotz des weiteren Altersanstiegs in der gesamten Flotte stabil bleibt, ist einerseits ein klares Signal dafür, dass Autofahrer immer mehr auf gute Wartung setzen. Andererseits zeigt sich hier auch die ein oder andere Qualitätsoffensive bei den OEM“, erläutert Patrick Fruth.

TÜV Report: Alte Bekannte am Ende der Tabelle

Enttäuscht habe vor allem drei zumindest in der Anschaffung günstige Fahrzeuge: Der Kompaktwagen Dacia Logan, dessen Preisliste bei nur 8.290 Euro startet, landet mit 13,6 Prozent letzten Platz. Auf dem vorletzten Platz folgt gleich sein Markenbruder Dacia Duster mit 11,7 Prozent. Drittletzter ist das französische Arbeitstier- und/oder Familienauto Citroen Berlingo mit 11,2 Prozent.

TÜV-Report: Die Sieger nach Klassen

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema