Straßenverkehrsordnung

Verkehrsregeln: Diese fünf Denkfehler sind ihnen garantiert auch schon unterlaufen

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Wer auffährt, hat Schuld – oder etwa nicht? Manche Verkehrsregeln können Autofahrer im Traum herunterbeten. Andere Fälle sind oft unklar.

Köln – Rechts vor links ist eine der ersten Verkehrsregeln im Straßenverkehr, die Fahranfänger in der Fahrschule lernen. Doch spätestens auf dem Supermarkt-Parkplatz stellt sich die Frage: Gilt sie hier auch? Und wer trägt wirklich die Verantwortung für einen Auffahrunfall, wenn nicht klar ist, wer schuld daran ist?

Verkehrsregeln: Diese fünf Denkfehler haben Sie garantiert auch schon gemacht

Bei komplizierteren Fragen kursieren bei vielen Autofahrern oft falsche Annahmen, wer im Straßenverkehr im Recht ist. Schließlich gibt es hunderte Paragraphen, Ausnahmeregelungen und die Fahrschulzeit ist auch schon lange her. Wir klären über die fünf größten Denkfehler auf.

Wer den Verkehrsfluss behindert, zahlt ein Bußgeld von 20 Euro. (Symbolbild)

Verkehrsregeln: Wer auffährt, hat Schuld – Irrtum Nr. 1

In der Praxis dürfte das bei den meisten Auffahrunfällen korrekt sein – ist doch in der Regel ein zu geringer Abstand oder eine zu hohe Geschwindigkeit der Auslöser für die Kollision. Doch es gibt vielfältige und zahleiche Ausnahmen, etwa bei einer grundlosen Vollbremsung durch den Vordermann.* Oder wenn dieser einfach rückwärts fährt wie kürzlich im Falle eines Autofahrers auf einer Autobahn. Neben eindeutigen Schuldzuweisungen können Gerichte die Verantwortung und somit auch die Kosten zwischen den Beteiligten aufteilen wie bei diesem Mercedes-Fahrer, der als selbst ernannter „Straßen-Sheriff“ einen Traktor ausgebremst hat.

Verkehrsregeln: Mindestgeschwindigkeit auf Autobahnen ist 60 km/h – Irrtum Nr. 2

Nein, ansonsten wären auch Staus verboten. Richtig ist, dass Fahrzeuge die Autobahn nur benutzen dürfen, wenn sie technisch in der Lage sind, mindestens Tempo 60 zu erreichen. Ob sie das tun, hängt von der Situation ab. Willkürliches Schleichen ist allerdings nicht erlaubt. Wer den Verkehrsfluss behindert, zahlt 20 Euro Bußgeld und muss möglicherweise zum Alkohol- oder Drogentest, der allerdings Forschern zufolge leicht ausgetrickst werden kann.

Verkehrsregeln: Parkscheinautomat defekt, also umsonst parken – Irrtum Nr. 3

Nicht ganz richtig. Kostenlos ist das Parken nur innerhalb der angegebenen Höchstparkdauer. Und auch nur dann, wenn die Parkscheibe gut sichtbar im Fenster liegt. Ansonsten wird es unter Umständen teurer als mit einem funktionierenden Automaten. Doch auch in diesem Fall musste jetzt ein Wiener erleben, dass das „Parkverbot“ in Corona-Zeiten nach Belieben ausgelegt werden kann.

Verkehrsregeln: Eigene Zufahrt darf zugeparkt werden – Irrtum Nr. 4

Nein, nicht wenn die Zufahrt über einen abgesenkten Bordstein erfolgt. Dort ist das Parken verboten – und zwar für alle Verkehrsteilnehmer. Anders könnten Politessen die Regel auch gar nicht überwachen – schließlich könnte jeder Blockierer Grundstückseigentümer sein. (Porsche Taycan will in Einfahrt parken – doch dann gibt er Gas: „Das sieht teuer aus“)

Verkehrsregeln: „Hier gilt die StVO“ auf Parkplätzen – Irrtum Nr. 5

Auf dem Parkplatz des Supermarktes oder des Spaßbades gilt die Straßenverkehrsordnung nicht. Sie ist ausschließlich für den öffentlichen Straßenverkehr gedacht. Auch das typische Schild „Hier gilt die StVO“ hat streng genommen keine Bedeutung. Außer darauf hinzuweisen, dass hier das in Paragraph 1 der StVO erwähnte Gebot von Vorsicht und Rücksichtnahme gilt. Dennoch können Sie ein Knöllchen kassieren, wenn Sie zum Beispiel zu lange Ihr Auto auf Supermarkt-Parkplätzen parken. Oftmals werden private Firmen von den Supermärkten selbst angeheuert, um das zu überwachen. (Mit Material von SP-X)

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