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Kostenlos E-Auto fahren: Diese Gesetzeslücke lässt das zu

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Von: Jasmin Pospiech

Goldgräberstimmung auf dem E-Auto-Markt: Einige Elektroauto-Besitzer fahren ihre Autos kostenlos. Diese Gesetzeslücke lässt das zu.

München – Es war nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf diese Idee kommt: Gewiefte Elektroauto-Besitzer holen sich dank der Umweltpolitik der Bundesregierung jedes halbe Jahr ein neues E-Auto.

E-Auto zum Nulltarif fahren – das geht dank dieser Gesetzeslücke

Es geht dabei konkret um die Förderprämie von bis zu 9.670 Euro für den Kauf eines Stromers (bestehend aus Bundesanteil, Herstelleranteil und Zuschuss zum AVAS-System für künstliche Fahrgeräusche). Damit soll der Kauf von Elektroautos attraktiver gestaltet werden, sodass mehr Deutsche auf E-Mobilität umsteigen. Mit der Folge, dass das Klima besser, die Luft sauberer und die Klimaziele erreicht werden. Doch eine kleine Lücke im Gesetz sorgt für regelrechte Goldgräberstimmung am Markt.

Ein schwarzer Tesla Model 3 mit einer roten Schleife auf der Motorhaube. (Symbolbild)
Tesla Model 3 „geschenkt“? Für manche E-Auto-Käufer wird dieser Traum Realität. (Symbolbild) © Silas Stein/dpa

Der Grund: Käufer eines Elektroautos müssen diese sechs Monate lang fahren, bis sie es wieder weiterverkaufen und sich ein neues Auto mit neuer Förderung holen können. Das spielt all jenen in die Hände, die für eine begrenzte Zeit günstig ein neues Auto fahren wollen – subventioniert vom Steuerzahler. Das heißt, sie fahren fast für lau und verkaufen den Stromer zu einem sehr guten Preis wieder weiter, sodass sie kaum Verlust machen.

E-Auto zum Nulltarif fahren – Export nach Skandinavien

Da verwundert es nicht, dass auch findige Autohändler Lunte gerochen und ein Geschäft daraus gemacht haben: Immer mehr satteln auf den Ankauf und Export von bestimmten Elektroauto-Marken wie Tesla & Co. um. Sie nehmen die gebrauchten Fahrzeuge in Zahlung. Es kommt nicht selten vor, dass die E-Auto-Besitzer eine ähnliche Summe wieder erhalten, die sie wenige Monate zuvor für den Neuwagen hingeblättert haben. (Preise für E-Autos sinken – aber wahrscheinlich nicht in jeder Fahrzeugklasse)

Das funktioniert Auto Bild zufolge aber nur deshalb, weil die Autohändler die Gebrauchtwagen nach Skandinavien exportieren, wo diese viel mehr bringen als hierzulande. Schließlich koste dort ein gebrauchter Stromer, wie etwa ein Tesla Model 3, meist mehr als ein nagelneues E-Auto abzüglich Förderung in Deutschland. Außerdem gelten etwa in Dänemark Fahrzeuge erst dann als gebraucht, wenn sie mindestens 6.000 Kilometer auf dem Tacho haben. (ADAC behauptet: Der VW ID.3 ist günstiger als ein VW Golf mit Verbrennungsmotor)

E-Auto zum Nulltarif fahren – moralisch vertretbar?

Doch trotz des Geldregens stellt sich natürlich die Frage: Ist das Ganze moralisch vertretbar? Schließlich ist die Umweltprämie nicht dafür gedacht, in die eigene Tasche zu wirtschaften. Legal ist das Vorgehen der E-Auto-Besitzer trotzdem, die ihren neuen Stromer nach sechs Monaten wieder abstoßen. Zudem argumentieren Autohändler, dass durch den kurzen Besitz der Fahrzeuge auch der Automarkt wieder angekurbelt werde, der im Lockdown stark gelitten habe. (Frau verliert Job und muss Auto verkaufen – es endet richtig übel: „Einfach dumm von dir“)

Dennoch werden auch kritische Stimmen laut, die eine Nachbesserung des Gesetzes und eine Mindesthaltedauer von zwei Jahren fordern. Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

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