Die Dekra warnt

Corona-Maske im Auto: Warum der Mund-Nasen-Schutz am Rückspiegel gefährlich ist

  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Der Mund- und Nasenschutz ist in Zeiten der Corona-Krise ein ständiger Begleiter im Alltag geworden. Viele Autofahrer hängen die Maske deshalb gerne an den Rückspiegel, um sie griffbereit zu haben. Doch genau davor warnen jetzt Dekra-Experten.

  • Beim Einkaufen sind Schutzmasken nach wie vor Pflicht
  • Der Mund- und Nasenschutz ist daher besonders im Auto immer mit dabei
  • Die Dekra warnt jetzt davor, die Masken am Rückspiegel baumeln zu lassen

München – Eigentlich überallhin muss man sie nun mitnehmen, die Corona-Maske. Hinzu kommt, dass man sie ständig an- und auszieht, vor allem, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Und so liegt es nahe, dass die Menschen die Maske schnell griffbereit haben wollen. Im Auto springt den meisten dann der Rückspiegel als naheliegende Option ins Auge. Doch Peter Rücker, Leiter der Dekra-Unfallforschung, weiß: „Schon vergleichsweise kleine Spiegelanhänger wie Schlüsselbänder, Duftbäume oder dergleichen sind aus unserer Sicht gefährlich. Das gilt für die Mund-Nasen-Schutzmaske mit ihrer relativ großen Fläche umso mehr.“

Dekra: Sichtbehinderung und Ablenkung durch baumelnde Maske

Das Problem ist dabei nicht allein, dass das Sichtfeld des Fahrers eingeschränkt wird - besonders beim Rechtsabbiegen. Hinzu kommt, dass Anhänger am Innenspiegel ihn auch ablenken. „Durch das ständige Gebaumel gewöhnt man sich als Autofahrer daran, dass sich am Rand des eigenen Blickfelds immer etwas bewegt. Die Folge davon ist, dass man Bewegungen außerhalb des Fahrzeugs, etwa von Radfahrern oder Fußgängern am rechten Fahrbahnrand, erst viel später wahrnimmt.“, so der Experte. So kann es zu schweren Unfällen kommen, die vermeidbar gewesen wären.

„Die Maske dient ja dem Schutz der Mitmenschen. Wer sie unbedacht am Rückspiegel aufbewahrt, bewirkt das Gegenteil: Er gefährdet andere Verkehrsteilnehmer“, so Rücker. Seine Empfehlung ist klar: „Bewahren Sie Ihre Corona-Maske im Auto in einem der Staufächer auf. Die meisten Fahrzeugmodelle bieten davon reichlich. Der Rückspiegel jedenfalls taugt nicht als Garderobenhaken.“ (Dekra: So lange dauert der TÜV bei der Prüfgesellschaft – und so viel kostet er)

Dekra
BrancheTechnische Untersuchung und Beratung
SitzStuttgart
Gründung1925
ChefThomas Pleines/Stefan Kölbl
Mitarbeiter45.197 (2018)

Die Dekra: Ein nur mittelmäßig bekannter Riese

Mit einem Umsatz von rund 3,3 Milliarden Euro ist die Dekra in Deutschland die größte und weltweit eine der führenden Prüfgesellschaften. Der Konzern befasst sich schwerpunktmäßig mit der Prüfung von Kraftfahrzeugen und technischen Anlagen. Zu den Hauptaufgaben gehören die Überwachung von Kraftfahrzeugen (Hauptuntersuchung, Abgasuntersuchung etc.).

Seit 2003 ist die Dekra offizieller Sponsor der DFB-Schiedsrichter. Große Bekanntheit erlangte die Dekra zwischen 1991 und 1995 als Werbepartner von Formel-1-Pilot Michael Schumacher. (Mit Material von Andreas Reiners / Global Press)

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