ADAC-Crashtest deckt auf

ADAC warnt vor tödlicher Gefahr bei falscher Ladung

Ein blauer VW Golf V Variant fährt im ADAC-Crashtest mit ungesicherter Ladung auf ein Hindernis.
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So nicht: die ungesicherte Möbel-Ladung hat den Dummy im Crashtest schlimm erwischt.
  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Der ADAC hat ein mit ungesicherten Möbelkartons beladendes Fahrzeug gegen ein Hindernis fahren lassen – das Ergebnis ist erschreckend.

  • Ein falsch beladenes Fahrzeug kann für die Insassen zur tödlichen Gefahr werden
  • Der ADAC hat einen VW Golf Variant V mit ungesicherter Ladung gegen Hindernis fahren lassen
  • Das Ergebnis des Crashtests ist schockierend – mit diesen Tipps minimieren Sie das Risiko

München – Mal ganz ehrlich: Nach dem Einkauf beim Möbelhaus das Gekaufte ordnungsgemäß sichern – wer macht das wirklich immer ganz gewissenhaft? Doch bei einem Unfall kann so ein Leichtsinn schlimme Folgen haben, möglicherweise sogar tödlich enden. Der ADAC hat nun einen Crashtest mit einem vollbeladenen Fahrzeug durchgeführt – mit einem erschreckenden Ergebnis.

Der Automobilclub hat einen vollbeladenen VW Golf V Variant mit einer Geschwindigkeit von 45 km/h auf ein Hindernis fahren lassen – einmal mit gesicherter und einmal mit ungesicherter Ladung. An Bord des Volkswagen waren im ADAC-Test handelsübliche Packungen mit Möbeln sowie Kleinteile. Besonders die schweren Gegenstände können zum echten Risiko werden.

Das Ergebnis: Im Falle der nicht gesicherten Ladung hätte der Unfall für die Fahrzeuginsassen auf jeden Fall zu schweren Verletzungen geführt. Bei dem Versuch rissen die Möbelpakete die Vordersitze zum Teil aus den Verankerungen und trafen Fahrer und Beifahrer. Die im Auto befindlichen Kleinteile schlugen im ADAC-Test extrem hart auf dem Kopf des Dummys auf – ein Mensch wäre dadurch lebensbedrohlich verletzt worden. Schon bei der vermeintlich geringen Geschwindigkeit von nur 45 km/h wird die Ladung von 145 Kilogramm zum – im schlimmsten Fall – tödlichen Geschoss.

Doch das Risiko lässt sich minimieren, wenn man das Transportgut korrekt verstaut, beziehungsweise sichert. So sollten laut ADAC alle schweren Gegenstände mit Gurten fixiert und Kleinteile sinnvoll platziert werden – etwa unter einem Gepäcknetz. Im Falle eines Unfall können Sicherungsgurte für die Ladung Leben retten.

Hart getroffen: umherfliegende Kleinteile können im Auto zu lebensgefährlichen Kopfverletzungen führen.

Die Experten des ADAC raten dazu, sich nach dem Einkauf beim Baumarkt oder Möbelhändler genügend Zeit für die Sicherung der Ladung einzuplanen. Schwere Einkäufe sollten im Kofferraum möglichst weit unten verstaut werden, wenn es die Größe zulässt, unter Umständen auch im Fußraum.

Werden alle schweren Gegenstände hingegen mit Gurten fixiert und die Kleinteile richtig platziert, haben Fahrer und Beifahrer durch die Ladung kein erhöhtes Risiko. Im Crashtest halten die Spanngurte die Ladung sicher zurück, auch Kleinteile können durch die sinnvolle Platzierung nicht zum Geschoss werden. Zusätzlich hätte das verwendete Gepäcknetz Kleinteile von der ersten Sitzreihe ferngehalten. „Jede Ladung muss mit geeigneten Spann- und Zurrgurten fixiert werden“, schreiben die ADAC-Experten. „Die Rücksitzlehne kann durch diagonal geschlossene Gurte zusätzlich abgesichert werden.“

Korrekt gesichert: Verstaut man die Ladung richtig, wird das Verletzungsrisiko im Auto minimiert.

Außerdem rät der Automobilclub dazu, lose Teile sollten in Boxen zu verstauen. Zerbrechliches – wie Gläser, Vasen oder Teller – könnten in Decken eingewickelt werden. Aus Sicherheitsgründen sollte Ladung keinesfalls in den Bereich der vorderen Sitzreihe hineinragen. Sollten Gegenstände aufgrund ihrer Länge nicht komplett ins Auto passen, empfiehlt der ADAC einen geeigneten Anhänger oder Transporter zu nutzen.

Abgesehen vom Schaden am eigenen Körper, kann ungesicherte Ladung laut dem ADAC auch rechtliche Folgen haben:

  • Wird ein Autofahrer mit ungesicherter Ladung im Verkehr erwischt, kann ein Verwarnungsgeld von 35 Euro fällig werden.
  • Werden durch die ungesicherte Ladung andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder kommt es zu einem Unfall, werden ein erhöhtes Bußgeld und ein Punkt in Flensburg fällig.
  • Kommt es durch die nicht ausreichende gesicherte Ladung zum einem Unfall mit Verletzungen oder gar Todesfolge, können sich ein Fahrer sogar der fahrlässigen Körperverletzung oder Tötung schuldig machen.

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