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„Türkischer Tesla“: Erstes E-Auto soll bald in Serie gehen

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Von: Jan Knötzsch

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Ein E-Auto aus der Türkei gibt’s bisher nicht. Kommt auch nicht? Doch! Selbst die Regierung unterstützt den Bau. Die Details zum „türkischen Tesla“.

Wer an die Türkei denkt, denkt nicht an unbedingt an E-Autos. Denn mit E-Autos, die bald von chinesischen Wasserstoffautos abgelöst werden könnten, bringt wohl kaum jemand die Türkei in seinem ersten Gedankengang mit der Produktion von Elektroautos zusammen. Oder? In Zukunft aber muss man scheinbar genau das tun, berichtet kreiszeitung.de.

E-Auto aus der Türkei: „Türkischer Tesla“ soll sogar Tickets bestellen können

Denn wie das Handelsblatt berichtet, hat der türkische Elektroauto-Produzent TOGG einen wichtigen Schritt auf dem Weg dahin genommen, schon bald E-Autos – in England geht denen schon mal die Puste aus – in Serie in der Türkei zu produzieren. Heißt locker formuliert: Der „türkische Tesla“ ist nicht mehr weit entfernt. Wann kurvt das erste E-Auto aus der Türkei in Serie über die Straßen?

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan inspiziert ein E-Auto der Marke TOGG, die das erste E-Auto aus der Türkei entwickelt.
Die Bühnenpremiere hat der „türkische Tesla“, dessen Entwicklung selbst die Regierung um Recep Tayyip Erdoğan (auf dem Fahrersitz) unterstützt, hinter sich – bald soll er in Serie gebaut werden. © Depo Photos/imago

Die Türkei und Autos – das ist eine Ehe, die eigentlich schon recht lang besteht. Allerdings geht es dabei weniger um E-Autos, bei denen hohe Strompreise und Tarifchaos zur Kostenfalle werden können. Eigentlich gar nicht. Zumindest bisher. Zwar werden schon seit Jahrzehnten in der Türkei Teile für Autos produziert, die dann anschließend über die Straßen in aller Welt rollen. Ein türkisches Auto oder gar Elektroauto allerdings ist nicht dabei: Nein, stattdessen ist das Land, aus dem bald auch ein E-Auto kommen soll, eher Zulieferer für andere Firmen. Für MAN zum Beispiel. Oder aber für Mercedes, wo E-Auto-Fahrer schon mal gegen Tesla wettern. Dass es in der Türkei den Traum gibt, ein eigenes Auto zu produzieren, ist indes nicht neu. Den gibt es schon seit 1961. Damals hat die Türkei das Unternehmen „Devrim“ gegründet.

Lange bevor die ersten E-Autos, von denen viele nicht nachhaltig sind, dann das Licht der Welt erblickt haben – Toyota übrigens warnt vor eigenen E-Autos und zudem wird empfohlen, E-Autos von Tesla nicht bei Hitze zu laden, denn Stromausfall droht. Aus dem Traum, unter „Devrim“ die ersten Autos aus der Türkei zu produzieren, wurde übrigens nichts. Warum? Nun, ganz einfach: Nach drei ersten Prototypen ging das Geld aus. Die Kohle war weg. Und der Traum vom türkischen Auto auch. Dafür soll Jahrzehnte später der Traum vom ersten türkischen E-Auto, dem „türkischen Tesla“, wahr werden. Und genügend Geld, so weit darf man sich aus dem Fenster lehnen, ist für das Elektroauto wohl auch vorhanden.

E-Auto aus der Türkei: Milliarden-Summe für die Entwicklung – türkische Regierung will 30.000 Stück vom türkischen Tesla

Denn einfach mal so ins Blaue hinein sinniert ist die Idee vom ersten türkischen E-Auto, das serienmäßig produziert werden soll, nicht. Bei weitem nicht. Es steckt vielmehr, wie man so schön sagt, beim Elektroauto aus der Türkei Hand und Fuß dahinter. Und sechs türkische Konzerne. Diese haben sich schon 2019 zusammengetan, um noch vor dem ersten türkischen E-Auto dessen Entwicklung ins Laufen zu kriegen. Für die Entwicklung des „türkischen Tesla“ haben sie über drei Milliarden Euro bereitgestellt. Und dürfen nun bei der Produktion ihres türkischen E-Autos erste Erfolge feiern. Wie Gürcan Karakas, der CEO von TOGG, dem Handelsblatt bestätigt hat, sind die ersten Testwagen des „türkischen Tesla“ vom Band gelaufen. Die Betriebsprozesse werden in einer neu gebauten Fabrik in der Nähe von Istanbul getestet.

„Anfang November werden wir die Prozesse perfektioniert haben und dann in dieser Form einfrieren. Dann haben wir die Serienreife unserer Fertigungsanlage“, so Karakas gegenüber dem Handelsblatt, bei dem er ankündigt: Das türkische E-Auto soll Ende des ersten Quartals 2023, nach Abschluss der technischen Qualifikations- und Zertifizierungstests mit Blick auf europäische Normen, auf den Markt kommen. Entwickelt wurde der „türkische Tesla“ von Karakas und seinem TOGG-Team binnen gerade mal zwei Jahren – und soll nun dem echten Tesla und anderen E-Autos – ein VW-Elektroauto brauchte für 650 Kilometer übrigens 13 Stunden – den Kampf ansagen, während in Deutschland die Förderung für E-Autos gekürzt wird.

E-Auto: „Niemand rechnet mit einem Elektroauto aus der Türkei“ – doch es hatte bereits Bühnenpremiere

Wie unerwartet ein E-Auto aus der Türkei ist, aber auch wie weltbewegend diese Neuheit sein soll, zeigt eine Aussage, die Gürcan Karakas schon 2020 im Handelsblatt gab: „Niemand rechnet mit einem Elektroauto aus der Türkei“, sagte er Ende 2020 und kündigte quasi noch im gleichen Atemzug an: „Wir wollen von Beginn an weltweit konkurrenzfähig sein!“ Wie ernst es in der Türkei mit dem ersten türkischen E-Auto ist, zeigt, dass die Regierung um Präsident Recep Tayyip Erdoğan den E-Auto-Pionieren aus der Türkei nicht nur teilweise Steuern erlassen und auf einen Teil der Zinsen für einen Staatskredit verzichten will, sondern der Staat bis 2035 mindestens 30.000 Modelle des „türkischen Tesla“ kaufen will. Ein genauer Preis steht noch nicht fest, das E-Auto aus der Türkei soll aber laut des Handelsblatts unter 25.000 Euro kosten.

Türkisches Elektroauto soll auch in Deutschland erhältlich sein

Läuft alles ideal, dann soll auch Deutschland zu einem Markt für den Tesla aus der Türkei werden, von dem TOGG-Chef Gürcan Karakas sagt: „Wir bauen nicht nur ein Auto, sondern ein Smart Device.“ Große Töne also, denen die „Macher“, die hinter dem neuen E-Auto aus der Türkei stehen, aber auch schon große Taten haben folgen lassen – und das nicht nur, weil sie bei der Entwicklung des E-Autos enorm schnell sind.

E-Auto aus der Türkei: Navigationssystem des Elektroautos soll Tickets bestellen können

Seine Premiere auf einer Bühne feierte der„türkische Tesla“ bereits hinter sich. Und nicht auf irgendeiner Automobil-Ausstellung., sondern auf der „Consumer Electronic Show“ (CES) in Las Vegas, einer „Tech-Messe“. Dabei stellte das Unternehmen auch das Navigationssystem des Elektroautos aus der Türkei vor. Dieses soll nicht nur den Weg zum Ziel weisen, sondern sogar freie Ladestationen in der Nähe des Ziels reservieren können, sondern auch Tickets für den Nahverkehr besorgen können, wenn das E-Auto in dessen Nähe geparkt wird.

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