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Stau auf der Autobahn: Wer aussteigt oder wendet, muss mit Strafen rechnen

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Von: Jason Blaschke

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Wer auf der Autobahn im Stau steht, sollte ein paar Dinge beachten, denn: Schon bei kleinen Vergehen wie einer Pinkel-Pause drohen saftige Strafen.

Wer in den Urlaub fährt, muss 2022 einiges beachten. Aber schon bei der Anreise ist es besser, sich rundherum zu informieren, berichtet der Allgemeine Deutsche Automobil-Club, kurz ADAC.

Mitten auf der Autobahn einfach aussteigen ist verboten – es gibt Ausnahmen

Konkret geht es um die Frage, was erlaubt ist, wenn man länger auf der Autobahn im Stau steht. Denn anders als viele denken, sind schon kleine Aktion wie eine Pinkel-Pause am Seitenstreifen oder die Nutzung eines Smartphones strafbar und können mit Geld- oder sogar Freiheitsstrafen geahndet werden. Was die Pinkel-Pause anbelangt: Grundsätzlich ist es verboten, das eigene Fahrzeug auf der Autobahn zu verlassen – egal, ob Stau oder nicht, wie bw24.de berichtet.

Mann macht im Stau auf der A24 Richtung Hamburg eine Raucherpause.
Mitten auf der Autobahn auszusteigen ist verboten, auch im Stau. Wer erwischt wird, riskiert ein Verwarngeld von zehn Euro. © Frank Sorge/IMAGO

Die Ausnahmen sind dabei überschaubar – wer etwa einen Unfall hat, muss die Unfallstelle sogar absichern und hierfür aussteigen. Wer allerdings keinen triftigen Grund nachweisen kann, muss im Härtefall zehn Euro Verwarngeld zahlen, berichtet die BILD. Meist ist die Polizei aber bei längeren Störungen, wie einer Vollsperrung, nachsichtig, heißt es vom ADAC. Wer dann allerdings aussteigt, sollte in Fahrzeugnähe bleiben und Rettungskräfte nicht behindern.

Freiheitsstrafe für Geisterfahrer auf der Autobahn: bis zu fünf Jahre Knast

Deutlich teurer wird es, wenn man sich auf der Autobahn an Wendemanövern versucht, um nicht im Stau zu stehen. Denn Wenden oder gar Rückwärtsfahren ist laut Straßenverkehrsordnung (StVO) verboten. Wer es dennoch tut, muss mit einem Bußgeld von 200 Euro, zwei Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot rechnen. Dieses Bußgeld erhöht sich auf 240 Euro, wenn man andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringt.

Wer wendet, rückwärts fährt oder entgegen der Fahrtrichtung unterwegs ist und dabei sich und andere in Gefahr bringt, begeht in Deutschland als Geisterfahrer ebenfalls eine Straftat, die mit einer Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet wird. Die BILD berichtet, dass laut StGB Paragraf 315c Absatz 1, 2.f schon der Versuch strafbar ist. Zusätzlich zur Geld- oder Freiheitsstrafe sind zudem drei Punkte in Flensburg und der Führerschein-Entzug möglich.

Wer keine Rettungsgasse bildet, zahlt bis zu 320 Euro – und riskiert Punkte

Und auch das Verlassen der Autobahn über eine Auffahrt ist verboten und kann neben einer Geldbuße drei Punkte in Flensburg zur Folge haben, was Führerschein-Entzug bedeutet. Laut ADAC beträgt die Geldbuße bis zu 200 Euro – und ein Monat Fahrverbot ist zusätzlich möglich. Die einzige Ausnahme: Die Polizei fordert die Autofahrer explizit auf, die Autobahn zu verlassen – das ist etwa bei einer Vollsperrung der Fall, wenn der Verkehr umgeleitet werden muss.

Grundsätzlich immer wichtig ist, im Stau eine Rettungsgasse zu bilden – und zwar schon dann, wenn der Verkehr stockt. Wer hier nicht mitmacht, riskiert ein Bußgeld von 200 Euro. Werden Rettungskräfte behindert, sind sogar 240 Euro fällig – zudem droht ein Monat Fahrverbot. Der ADAC berichtet, dass im Extremfall sogar ein Bußgeld von bis zu 320 Euro fällig werden kann. Wie man auf der Autobahn eine Rettungsgasse bildet, zeigt das folgende Video:

Saftige Bußgelder für Handy- und Seitenstreifen-Nutzung auf Autobahnen

Auch wenn es verlockend ist – Tippen oder Telefonieren am Handy ohne Freisprechanlage ist auch im Stau verboten. Bloß, wer im Stau seinen Motor ausgeschaltet hat, kann sein Smartphone nutzen. Läuft der Motor noch, droht ein Bußgeld von 100 Euro bis 200 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot. Zu beachten ist zudem, dass der Seitenstreifen auf der Autobahn immer für Pannenfahrzeuge reserviert ist.

Wer den Seitenstreifen auf der Autobahn als Fahrspur bis zur nächsten Ausfahrt missbraucht, riskiert ein Bußgeld von 75 Euro und einen Punkt in Flensburg. Die Ausnahme ist auch hier die Anordnung von der Polizei, wenn etwa die Unfallstelle umfahren werden soll. Wer übrigens denkt, im Straßenverkehr werden die teuersten Bußgelder verhängt, der irrt sich. In Deutschland kann schon das Töten einer Biene 50.000 Euro kosten, wer Wespen tötet, riskiert sogar bis zu 65.000 Euro Strafe.

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