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Smart Repair: Kosten, Anbieter, Selbermachen – die schnelle Hilfe bei Kratzern im Lack

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Eine Smart Repair geht meist zügig und kostet in der Regel auch nur wenig Geld. Entweder man beseitigt Dellen, Kratzer, Beulen und Löcher selbst – oder wendet sich an einen Profi.

Smart Repair ist der moderne Begriff für die schnelle Reparatur von Kleinschäden am Fahrzeug zu geringen Kosten. Die häufigsten Smart-Repair-Fälle sind kleinere Lackschäden, verkratzte Stoßstangen, Dellen im Blech sowie Steinschlagschäden und Löcher in Textilien, Leder und im Armaturenbrett. Für Smart-Repair-Reparaturen gibt es inzwischen zahlreiche Anbieter – die Preise sind zumeist recht moderat. Auch Selbermachen ist bei unkritischen Bauteilen möglich.

Smart Repair bei Dellen

Ein Mann beult eine Delle in einem Fahrzeug aus.
Um Dellen auszubeulen, braucht es meist einen Profi. © dpa/Uwe Zucchi

Dellen im Auto sind schnell passiert, denn das Blech ist oft weniger als einen Millimeter dick. Eine Delle mit Spachtelmasse aufzufüllen und zu lackieren, ist denkbar. Allerdings ist das Resultat dieser Selbermach-Aktion vor allem optisch nicht sehr schön. Ein Anbieter von Smart Repair wird einen anderen Weg einschlagen – und zwar via Rückverformung. Anstatt mit massiver Kraft die Delle auszubeulen, wird die Delle buchstäblich aus dem Fahrzeug gedrückt. Je nachdem, wo die Delle sich befindet, kommen Klebeband und Zughammer zum Einsatz.

Smart Repair bei kleineren Lackschäden

Ein Mann repariert einen Schaden an einem Auto nach der Smart-Repair-Methode.
Smart Repair ist bei manchen Schäden eine schnelle und günstige Lösung. © Jens-Ulrich Koch/dpa-tmn

Gerne wird die Smart-Repair-Methode bei kleineren Schäden am Lack angewandt. In der Praxis wird die punktuelle Lackierung Spot-Lackierung oder Spot Repair genannt. Anstatt ganze Bauteile großflächig zu lackieren, werden durch Rost entstandene Löcher, Schrammen und Kratzer schnell und günstig punktuell lackiert. Die zum Lackieren nötigen Lacke werden vor Ort gemischt – entweder vom Anbieter der Smart Repair oder vom Fahrzeughalter, der die Smart Repair selbermachen möchte.

Smart Repair bei Kunststoffteilen

Mittlerweile sind immer mehr Bauteile eines Fahrzeugs aus Kunststoff, wie etwa Kühlerverkleidung und Stoßstange. Um Kunststoffteile via Smart Repair zu reparieren, ist zweierlei nötig: Zum einen muss das Bauteil seine Stabilität zurückerhalten; zum anderen soll der Schaden nicht mehr sichtbar sein. Dazu ist es nötig, den Riss im Kunststoffteil zunächst mit einem Metallnetz zu überbrücken. Anbieter von Smart-Repair-Leistungen schmelzen dafür das Drahtgewebe in das Material des Originalgewebes ein. Verschlossen wird der Riss mit Kunststoff. Unebenheiten sind mit der Spachtelmasse und beim Lackieren auszubessern. Auch Kratzer oder Löcher auf dem Armaturenbrett lassen sich mithilfe von thermoplastischen Kunststoffen ausbessern.

Smart Repair an Windschutzscheiben

Nicht jeder Steinschlag an der Windschutzscheibe darf ausgebessert werden. Ein Anbieter für Smart Repair, der sich auf Glasarbeiten spezialisiert ist, reinigt den Steinschlag, entzieht diesem die Luft und presst einen speziellen Harzkleber in das Loch. Mithilfe von UV-Licht härtet dieser Kleber aus. Wer diese Smart Repair selbermachen möchte, kann sich ein Glas-Repair-Set kaufen.

Smart Repair bei Stoff und Leder

Stoff und Leder der Autositze zu reparieren, ist vor allem deswegen schwierig, weil es nicht möglich ist, den Bezug einfach wieder zusammenzunähen. Mit dem richtigen Equipment ist es dennoch möglich, diese Smart Repair selbst durchzuführen. Ein Flicken auf der Unterseite des Loches soll zunächst verhindern, dass das Loch größer wird. Anschließend wird das Loch mit einem Mix aus Klebstoff und Textilfaser verfüllt. Im dritten Schritt wird die Ersatzoberflächenstruktur aufgetragen. Wer Schäden wie diese von einem Smart-Repair-Anbieter ausführen lässt, der sich auf Polster spezialisiert hat, setzt auf eine professionelle Aufbereitung der Sitzbezüge.

Zahlreiche Anbieter führen Smart Repair aus

Es gibt Generalisten, wie beispielsweise ATU, die die Smart Repair im Angebot haben. Auch CarGlass bietet Smart Repair an. Zudem haben zahlreiche freie Werkstätten Smart-Repair-Leistungen im Angebot. Grundsätzlich kostet der Weg zum Smart-Repair-Anbieter natürlich mehr Geld, als den Schaden in Eigenregie auszubessern. Allerdings bieten professionelle Anbieter in der Regel auch eine Garantie auf die durchgeführte Reparatur. Der ADAC hat mal einige Angebot von Profis unter die Lupe genommen.

Ein rotes Auto mit einer Delle an der Seite.
Bei einer Delle im Auto kann Smart Repair möglicherweise die Lösung sein. © Inga Kjer/dpa-tmn

Wer die Smart Repair selbermachen möchte, braucht hingegen Alternativen zum Profi-Equipment oder einen guten Draht zu einer Miet-Werkstatt, in der das Selbermachen ausdrücklich erlaubt ist. Anleitungen zur Smart Repair gibt es online. Hier lesen Sie, wie sie Kratzer aus einer Alufelge verschwinden lassen können. Wer nach einen Profi für Smart Repair sucht, kann – je nach Schaden – bei einem Karosseriebetrieb, beim Vertragshändler, beim Aufbereiter, beim Filialbetrieb, bei einem Lackierer oder bei einer freien Werkstatt fündig werden. Die Kosten variieren je nach dem Aufwand.

Steffi Brand

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