Gut investiert?

Experten warnen: Darum sollten Sie sich immer auf eine MPU vorbereiten

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Ein MPU-Vorbereitungskurs sorgt dafür, dass Sie die Prüfung zur Fahreignung bestehen. Wie lange er dauert und wie viel er kostet, erfahren Sie hier. 

  • Wer die MPU bestehen möchte, sollte sich gut vorbereiten
  • Kurse werden unter anderem von Dekra und Caritas angeboten
  • Mehr als die Hälfte der Teilnehmer schafft die MPU nicht ohne Vorbereitung

Freiburg – Wurde Ihnen der Führerschein entzogen, gilt für Sie erstmal eine Sperrfrist, in der Sie das Auto nicht nutzen dürfen. In der Regel gilt diese je nach Strafmaß zwischen sechs Monaten und fünf Jahren

Das brauchen Sie für eine MPU

Drei Monate vor Ablauf der Sperre haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fahrerlaubnis neu zu beantragen. Dazu brauchen Sie folgende Unterlagen: 

  • einen Sehtest
  • evtl. ein ärztliches Attest (bei Trunkenheit am Steuer z.B.)
  • ein biometrisches Passfoto
  • den Strafbefehl oder das Gerichtsurteil (mit Rechtskraftvermerk)
  • den Personalausweis oder Reisepass

In manchen Fällen besteht die Führerscheinbehörde allerdings darauf, dass Sie am Ende der verordneten Sperrfrist einen MPU-Test, auch umgangssprachlich „Idiotentest“, absolvieren. Erst dann erhalten Sie Ihre Fahrerlaubnis zurück. Mithilfe der Medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) wird schließlich Ihre Fahreignung geprüft. 

MPU-Test bestehen: Darum ist eine Vorbereitung sinnvoll

Um diese erfolgreich zu bestehen, ist eine gute Vorbereitung sinnvoll. In MPU-Kursen können Sie sich beraten lassen. Diese werden oft von Begutachtungsstellen und Verkehrspsychologen – darunter von Dekra, aber auch der Caritas (mit Sitz in Freiburg, geführt von Peter Neher (54)) – angeboten.

Letztere sind erfahren und geschult und helfen dabei, kritische Verhaltensweisen zu verändern. Das Ziel ist also nicht eine wortwörtliche 1-zu-1-Vorbereitung auf die MPU, sondern das Arbeiten an der eigenen Einstellung und an sich selbst. Achten Sie allerdings darauf, dass der ausgewählte Anbieter transparent und seriös ist.

So lange dauert ein MPU-Vorbereitungskurs

Die Dauer der MPU-Vorbereitung ist abhängig von mehreren Faktoren. So nimmt sie im Falle von Alkoholmissbrauch am Steuer mehr Zeit in Anspruch als eine MPU wegen Punkten in Flensburg. Zudem ist die Dauer der Vorbereitung abhängig davon, welches Modell Sie wählen:

  • Einzelgespräche
  • Gruppensitzungen
  • Verkehrspsychologische Therapiesitzungen

Generell dauert eine erste psychologische Beratung mit einem geschulten Verkehrspsychologen in der Regel etwa eine Stunde. Experten gehen allerdings davon aus, dass Sie circa zehn Stunden insgesamt benötigen, um gut auf die MPU vorbereitet zu sein.

Bei Gruppensitzungen haben Sie dagegen die Möglichkeit, sich länger mit anderen Mitgliedern auszutauschen und zu diskutieren.

So viel kostet eine seriöse MPU-Vorbereitung

Die Preise für MPU-Beratungsgespräche variieren stark – je nach Dauer und Art der Kurse -, bewegen sich allerdings im mittleren dreistelligen Bereich. Hinzu kommt, ob Sie Einzel- oder Gruppengespräche bevorzugen.

Individuelle Gespräche liegen etwa bei 100 Euro, Gruppenmaßnahmen dagegen bei 600 bis 800 Euro. Verkehrstherapeutische Einzelsitzungen können sogar mit etwa 1.000 Euro zu Buche schlagen. Allerdings bieten manche Beratungsstellen auch kostenlose Infoabende an, bei denen Sie in die Modelle und Angebote der MPU-Vorbereitung hineinschnuppern können.

Experten raten ab, die MPU auch ohne Vorbereitung zu machen

Grundsätzlich können Sie die MPU auch ohne (kostenpflichtigen) Vorbereitungskurs absolvieren. Ein MPU-Vorbereitungskurs ist freiwillig und wird nicht von der Führerscheinstelle vorgeschrieben. Allerdings raten viele Experten dazu, da es sehr schwierig ist, eine MPU zu bestehen, ohne vorher entsprechende Kurse besucht zu haben.

Schließlich kostet bereits das MPU-Gutachten um die 400 Euro. Allerdings sollen den Experten zufolge knapp die Hälfte aller Teilnehmer regelmäßig nicht bestehen – und das auch nach mehreren Versuchen.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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