Die MPU einfach erklärt

MPU: Vorbereitung, Anmeldung, Kosten – so läuft die medizinisch-psychologische Untersuchung

  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Die MPU wird angeordnet, wenn es Zweifel an der Fahreignung gibt. Alle Informationen zu Vorbereitung, Kosten, Ablauf, Definition und Anmeldung zum Idiotentest.

  • Vorbereitung und Ablauf einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU)
  • Anmeldung und Kosten des „Idiotentests
  • Fragen und Vorgehen bei der Begutachtungsstelle

Bergisch-Gladbach - die Bundesanstalt für Straßenwesen bietet verlässliche Auskunft zu den Themen rund um die „Medizinisch psychologische Untersuchung, kurz MPU, bei der die Fahreignung des Antragsstellers beurteilt wird. Umgangssprachlich wird diese Untersuchung auch „Idiotentest“ genannt. Es handelt sich dabei um ein Gutachten, das angeordnet wird, um bei einem vorliegenden Fahrverbot die Eignung zur Rückkehr einer Person in den Kraftverkehr festzustellen. Gemäß der gesetzlichen Definition lautet ihre Bezeichnung daher auch „Begutachtung der Fahreignung“. Eine medizinisch-psychologische Untersuchung wird notwendig, wenn es zu einem Verkehrsdelikt mit Führerscheinentzug gekommen ist oder es Zweifel gibt, dass der Fahrer körperlich oder psychisch zum Führen eines Kraftfahrzeugs in der Lage ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn man unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol gefahren ist oder zu viele Punkte in der Verkehrszentralregister angesammelt wurden. Weitere Gründe können chronische Erkrankungen darstellen, die die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen.

MPU: Ziele und was vom Fahrer erwartet wird

Zur Vorbereitung auf die MPU ist es wichtig, den Grund für die Anordnung der Untersuchung zu kennen. Im Zuge der MPU wird ein Gutachten angefertigt. Es dient der Fahrerlaubnisbehörde als Beurteilungsgrundlage, ob der betreffende Prüfling wieder zur Teilnahme am Straßenverkehr in der Lage sein wird. Für ein Vergehen unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol ist es wichtig, dass dem Betroffenen das eigene Fehlverhalten bewusst ist und zukünftig keine Auffälligkeiten mehr zu erwarten sind. Die Durchfallquote bei einer MPU hängt von Kriterien ab, für die jeweils eine allgemeingültige Definition vorliegt.

Im Fall eines Alkoholdelikts muss der Prüfling einen Abstinenznachweis erbringen. Wahlweise zieht die Behöre die Leberwerte zur Entscheidung heran. Außerdem ist ein Reaktionstest üblich, wenn unklar ist, ob der Betroffene körperlich zum Führen eines Fahrzeugs geeignet ist.

MPU: Wiedererteilungsantrag und Anmeldung

Zur MPU wird man nicht automatisch eingeladen. Hierzu ist eine Anmeldung bei der zuständigen Führerscheinstelle notwendig. Diese entscheidet dann, ob alle Voraussetzungen für eine Wiedererteilung vorliegen und eine MPU absolviert werden muss. Es steht jedem frei, einen Ort für die Durchführung der MPU zu wählen. Hierzu meldet man sich bei einer beliebigen Begutachtungsstelle für Fahreignung, die über eine entsprechende Akkreditierung verfügt. Weil das Verfahren nach definierten Standards abläuft, sollte die Wahl keinen Einfluss auf das Ergebnis der MPU haben.

Der „Idiotentest“ läuft stets nach folgendem Schema ab:

  • schriftliche Fragen
  • medizinische Untersuchung mit Abstinenznachweis
  • Leistungs- bzw. Reaktionstests
  • psychologische Untersuchung

Der Betroffene muss alle entstehenden Kosten übrigens selbst tragen.

MPU: Vorbereitung, Kosten, Ablauf und Inhalte

Je nach Vergehen oder Grund für die MPU kann sich der genaue Ablauf unterscheiden. Die Fahrerlaubnisbehörde gibt hierzu die Führerscheinakte des Betroffenen an die Begutachtungsstelle. Dabei stellt sie konkrete Fragen, die von der Stelle im Zuge der MPU beantwortet werden sollen. Zum Beispiel: „Ist zu erwarten, dass Herr Mustermann erneut unter dem Einfluss von Drogen ein Kraftfahrzeug führen wird?“ Die Kosten des „Idiotentests“ setzen sich wie folgt zusammen:

  • Beratungsgespräche
  • Vorbereitungskurse
  • Blut-, Urin- und Haaranalysen bzw. Erhebung der Leberwerte zum Abstinenznachweis
  • Testungen zur MPU (z. B. Reaktionstest)
  • Gutachtenerstellung

Dabei sind die Gebühren für das Gutachten bundesweit einheitlich geregelt und von der konkreten Fragestellung der Fahrerlaubnisbehörde abhängig. Sie liegen zwischen 336 und 728 Euro (Stand: 2020). Auch wenn oft von einer hohen Durchfallquote im Ablauf einer MPU berichtet wird: Es ist nicht unmöglich, wieder an seinen Führerschein zu gelangen.

Von Ann-Katrin Graß

Rubriklistenbild: © picture alliance/Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

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