Experten warnen

Ihr MPU-Gutachten ist negativ? Dann sollten Sie schleunigst handeln 

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Sie haben einen MPU-Test absolviert und warten noch immer auf Ihr Ergebnis? So lange dauert es, bis Sie es erhalten – und was Sie mit dem Ergebnis anfangen.  

  • Nach einem MPU-Test erhalten Sie von der Führerscheinbehörde ein Gutachten
  • Betroffene sollten es nur an sich zustellen lassen, sonst drohen Probleme
  • Wenn das Ergebnis negativ ausfällt, sollten Sie schnell handeln

München – Wer den MPU-Test gemacht hat, wartet meist schon gespannt auf das Ergebnis des Gutachtens. ADAC-Experten raten allerdings, dieses ausschließlich sich selbst zustellen zu lassen. Es hängt schließlich vom Ergebnis ab, wie Sie weiter vorgehen. 

MPU-Gutachten: Das müssen Sie tun, wenn es negativ ausfällt

Ein weiterer Grund: „So erfährt die Fahrerlaubnisbehörde nicht, warum ein Teilnehmer nicht bestanden hat“, erklärt ADAC-Jurist Jost Kärger. Das könnte schließlich zu Problemen führen, wenn bei der Untersuchung noch Zweifel an seiner Fahrtauglichkeit bestehen.

Ist das Gutachten positiv, dürfen Sie sich freuen. Schließlich können Sie es nun bei der Führerscheinbehörde vorlegen und Sie erhalten wieder einen Führerschein. Was aber tun, wenn das Ergebnis negativ ausfällt?

Dann sollten Sie das Gutachten besser nicht an die Führerscheinstelle weitergeben. Stattdessen empfiehlt es sich, den Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis zurückzunehmen. Ansonsten könnte der Ablehnungsbescheid und ein damit verbundener Eintrag laut Experten im Fahreignungsregister landen.

Allerdings können Sie den Antrag jederzeit neu stellen. Es empfiehlt sich, dies aber erst dann zu tun, wenn das Gutachten positiv zurückkommt. Sind Sie sich allerdings unsicher ob des Inhalts des Gutachtens, empfiehlt es sich, sich direkt an die Begutachtungsstelle oder einen Verkehrspsychologen zu wenden.

Diese können Ihnen den Inhalt des Gutachtens erklären und welche Verhaltensänderung dabei hilft, die Fahreignung wieder zurückzuerhalten.

MPU-Gutachten: So lange dauert es, bis Sie Ihr Ergebnis erhalten

Grundsätzlich hängt die Dauer von der Erstellung bis zur Zustellung Ihres Gutachtens von verschiedenen Faktoren ab. Ein Gutachten mit positivem Ergebnis kommt meist schneller bei Ihnen an als ein Negatives.

In der Regel dauert es zwischen zwei und fünf Wochen, bis Sie es in Händen halten können. Erhalten Sie nach Ablauf dieses Zeitraums noch immer keine Post, sollten Sie bei der zuständigen Begutachtungsstelle nachhaken.

Bei einem negativen Gutachten müssen dagegen erst noch Gründe für die Ablehnung der Fahrerlaubnis ausformuliert werden.

Ein weiterer Faktor, warum die Zusendung eines Gutachtens länger dauert, sind Laborwerte. Steht die Verkehrssünde mit Alkohol oder Drogen im Zusammenhang, müssen diese zuerst erhoben werden. Generell können Sie von folgenden Zeiten ausgehen:

  • Gutachten mit Laborwerten: 14 Tage bis vier Wochen
  • Gutachten ohne Laborwerte: Zehn Tage bis vier Wochen

Allerdings kann sich die Zustellung des Gutachtens durch äußere Umstände auch verzögern, wenn der Prüfer zum Beispiel plötzlich für längere Zeit krank wird oder die Begutachtungsstelle überlastet ist.

Das passiert, wenn Ihr MPU-Gutachten widersprüchlich ist

Auch wenn Sie widersprüchliche Aussagen, zum Beispiel Ihren Alkohol- oder Drogenkonsum betreffend, gemacht haben, die nicht zu Ihren vorherigen Schilderungen passen oder im Widerspruch zur Aktenlage stehen, kann es zu Schwierigkeiten kommen.

Schließlich muss ein MPU-Gutachten stets in sich schlüssig und nachvollziehbar sein. Nur so wird es von der Begutachtungsstelle auch übernommen und die Fahrerlaubnis wieder erteilt.

Darum sollten Sie ein MPU-Gutachten nicht anfechten

Wenn Sie mit dem (negativen) Ergebnis des MPU-Gutachtens nicht einverstanden sind, können Sie vor Gericht auch dagegen klagen. Doch ADAC-Jurist Jost Kärger zufolge ist das nicht erfolgversprechend.

Betroffene Fahrer können klagen, wenn sie mit der Dienstleistung der MPU-Prüfstelle als Vertragspartner unzufrieden sind - so wie man gegen Handwerker vorgehen kann, die schlampig gearbeitet haben“, so der Experte. Allerdings sei es generell sehr schwierig, ein Prüfungsergebnis anzufechten, erklärt er abschließend.

Positives MPU-Gutachten besser nicht kaufen

Entschließen Sie sich dazu, ein positives MPU-Gutachten zu kaufen, sollten Sie besser Abstand davon nehmen. Zwar gibt es Anbieter, bei denen sie ein falsches Guthaben käuflich erwerben können, aber gesetzlich ist das nicht legal.

Schließich erfüllen Sie den Tatbestand der Urkundenfälschung. Gemäß 3 267 Abs. 1 des Strafgesetzbuches (StGB) wird dies mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet.

Rubriklistenbild: © Holger Hollemann/dpa

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