Mit zwei Rädern auf der Straße

So viel kostet ein Motorradführerschein – und warum sich ein Schnellkurs nicht lohnt

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Neben dem gängigen Autoführerschein können Sie auch einen für das Motorrad erwerben. Was dieser kostet, welche Sie führen dürfen und ob ein Schnellkurs ausreicht, erfahren Sie hier. 

  • Der Führerschein Klasse B deckt auch teilweise das Führen von Zweirädern ab
  • Für Motorräder der Klasse A benötigen Sie einen eigenen Führerschein
  • Dieser kann aber ganz schön ins Geld gehen

München – Für viele Menschen ist das Motorrad der Inbegriff von Unabhängigkeit und Freiheit. Schließlich gibt es für sie nichts Schöneres als an einem milden Frühlingsnachmittag raus ins Grüne zu fahren und sich den Wind um die Nase wehen zu lassen.

Haben Sie Führerscheinklasse B, dürfen Sie diese Motorräder fahren

Doch um sich diesen Traum zu erfüllen, benötigen Sie zuerst einen Motorradführerschein. Ein Großteil denkt allerdings, dass mit Pkw-Führerschein Zweiräder mitinbegriffen sind. Doch das stimmt nur bedingt. 

Grundsätzlich haben Sie mit dem Führerschein der Klasse B auch das Recht, zweirädrige Kleinkrafträder der Klasse AM (mit maximal 50 ccm und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h) zu führen. Dazu gehören: 

  • Roller
  • Mopeds
  • Fahrräder mit Hilfsmotor
  • Mofas

Die Führerscheinklasse AM ist für alle ab 16 Jahren erlaubt. Das Gleiche gilt für die Klassen A1 und 125er-Maschinen.

So ist allen Autofahrern, die einen Führerschein der Klasse B besitzen, seit Anfang 2020 erlaubt, ohne eine zusätzliche Fahrprüfung auch leichte Motorräder der Klasse A1 (mit einer Maximalleistung von elf kW bei 125 ccm) zu führen.

Allerdings müssen Sie zuvor ein paar Fahrstunden absolviert haben. Erst danach können Sie bei der Führerscheinbehörde Ihren Pkw-Führerschein auf Leichtkrafträder (Schlüsselzahl 196) erweitern lassen. Außerdem sollten Sie folgende Bedingungen erfüllen:

  • Sie sind mindestens 25 Jahre alt.
  • Sie besitzen seit fünf Jahren den Führerschein der Klasse B.
  • Sie haben neun Unterrichtseinheiten (vier Theorie- und fünf Praxis-Einheiten) zu je 90 Minuten absolviert.
  • Sie beantragen die Erweiterung innerhalb eines Jahres, nachdem Sie die Erlaubnis erhalten haben.

Übrigens: Bei A1-Führerscheinen, die nach dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden, ist die Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h für Fahrer unter 18 Jahren aufgehoben. 

Mit diesen Kosten müssen Sie für den Motorradführerschein Klasse A2 rechnen

Wenn Sie volljährig sind, können Sie dann den Führerschein A2 nach theoretischer und praktischer Prüfung erwerben. Wollen Sie den Führerschein Klasse A2 ablegen, müssen Sie mit Gesamtkosten von 1.200 bis 1.300 Euro rechnen.

Sind Sie bereits im Besitz der Klasse A1, lassen sich Kosten sparen. Schließlich müssen Sie dann nur noch eine praktische, aber keine theoretische Prüfung mehr ablegen. Der Gesamtbetrag für die praktische Prüfung beläuft sich durchschnittlich auf 300 bis 400 Euro.

Dieser setzt sich zusammen aus:

  • der Grundgebühr der Fahrschule,
  • der Gebühr zur Prüfungsvorstellung und
  • der TÜV-Gebühr (75,21 Euro).

Möchten Sie allerdings keine zwei Jahre warten, bis Sie 18 Jahre sind und in die Klasse A2 aufsteigen können, müssen Sie allerdings die theoretische und praktische Prüfung bestehen. Das kostet allerdings wieder mehr, weshalb es grundsätzlich nicht empfohlen wird. 

Das kostet der Motorradführerschein, wenn Sie bereits Klasse B haben

Sind Sie volljährig und haben bereits einen Pkw-Führerschein erworben, müssen Sie zwar die Theorie- und Praxisprüfung machen, können aber deutlich weniger Stunden investieren. Statt den üblichen zwölf Theoriestunden Grundstoff besuchen Sie nur noch sechs dieser Art. Dazu kommen noch vier Theoriestunden mit klassenspezifischen Inhalten.

Daher bietet sich an, den Auto- und Motorradführerschein direkt nacheinander abzulegen. So müssen Sie nur einmal die Theorieprüfung absolvieren und können auch Kosten bei den Fahrstunden reduzieren. Nach zwei Jahren dürfen Sie grundsätzlich von der Klasse A2 in die Klasse A aufsteigen, allerdings müssen Sie zuvor nochmal eine Fahrprüfung ablegen.

Das sind die Kosten für einen Motorradführschein der Klasse A

Wer allerdings gleich eine große Maschine fahren möchte, der muss mindestens 24 Jahre alt sein und eigens einen Motorradführerschein machen. Konkret geht es hier um Zweiräder und Gespanne, die über keine Hubraumgrenze und Geschwindigkeitsbeschränkung verfügen.

Der Motorradführerschein der Klasse A setzt sich genau wie der der Klasse B aus verschiedenen Posten zusammen. Diese bestehen aus:

  • Anmeldegebühr (in der Fahrschule)
  • Übungsmaterialien
  • Sehtest
  • Erste-Hilfe-Kurs
  • Prüfungsgebühren für Theorie
  • Übungsfahrten
  • Sonderfahrten
  • Prüfungsgebühren für Praxis
  • Passbilder und Ausstellen des Führerscheins

Je nach Bundesland, Fahrschule und Lernfortschritt müssen Interessenten für einen Motorradführerschein mit 1.250 bis 1.550 Euro (ohne vorhandenen Zweiradschein) rechnen. 

Motorradführerschein per Schnellkurs – möglich, aber teuer

Haben Sie vor, den Motorradführerschein per Schnellkurs zu machen, sollten Sie sich auf fünf sehr intensive und anstrengende Tage gefasst machen. Zudem geht der Crashkurs für alle Eiligen auch ganz schön ins Geld: Auch wenn Sie gerade mal 14 Fahrstunden bräuchten – müssten Sie am Ende dennoch über 1.500 Euro hinblättern.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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