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Wann Sie einen Anhängerführschein brauchen – und warum sich ein Schnellkurs lohnt

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Manchmal müssen Sie schwerere Sachen von A nach B transportieren. Dann ist ein Pkw-Anhänger sinnvoll. Doch die wenigsten wissen, dass Sie einen Führerschein brauchen.

  • Wer einen Anhänger fahren möchte, braucht dazu die Führerscheinklasse B
  • Allerdings lohnt sich ein Blick auf die Waage
  • Benötigen Sie einen Anhängerführerschein, bieten Fahrschulen Schnellkurse an

München – Wer mit dem Wohnwagen gen Süden düsen möchte oder einen Umzug plant , der sollte sich vorher informieren, ob welchen Anhänger er überhaupt führen darf. 

Diese Anhänger dürfen Sie mit der Führerscheinklasse B fahren – ohne Prüfung

Grundsätzlich gilt: Sind Sie im Besitz eines gültigen Führerscheins der Klasse B, reicht das in den meisten Fällen aus. Damit ist es Ihnen möglich, einen Anhänger auch ohne Führerschein zu ziehen.

Schließlich ist Ihnen gesetzlich erlaubt, mit einem normalen Pkw-Führerschein einen Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 750 Kilogramm zu ziehen. Wiegen Pkw und Anhänger zusammen nicht mehr als 3.500 Kilogramm zulässiges Gesamtgewicht, darf der Anhänger auch mehr als 750 Kilogramm schwer sein.

So erwerben Sie den Anhängerführerschein B96 – im Schnellkurs

Wollen Sie allerdings (häufiger) ein schwereres Gespann ziehen, ist je nach Gewicht ein spezieller Führerschein vonnöten: Entweder Sie lassen ihren B-Führerschein durch die Schlüsselzahl 96 erweitern oder Sie erwerben in einer Fahrschule den Führerschein der Klasse BE.

Wenn das Gespann das zulässige Gesamtgewicht von 3.500 kg überschreitet, aber weniger als 4.250 kg beträgt, können Sie sich in der Führerscheinbehörde die Schlüsselzahl 96 eintragen lassen. Um die Klasse B96 zu erhalten, ist allerdings zuvor ein erfolgreiches Fahrtraining in der Fahrschule, aber keine Prüfung nötig.

Die Schulung umfasst 2,5 Stunden Theorieschulung sowie 3,5 Praxis-Übungsstunden. Anschließend ist noch eine Stunde im Straßenverkehr Pflicht. Insgesamt müssen Sie mit Kosten von bis zu 500 Euro rechnen. Gut zu wissen: Manche Fahrschulen bieten die B96-Fahrschulung auch als Schnellkurs an einem Tag an.

Übrigens: Auch hier darf der Anhänger mehr als 750 kg wiegen – solange das Gesamtgewicht von 4.250 kg nicht überschritten wird. Mit einem Führerschein der Klasse B96 dürfen sie schließlich 90 Prozent aller Wohnwagengespanne fahren. 

Das brauchen Sie für einen Anhängerführerschein BE – und was er kostet

Mit einem Führerschein der Klasse BE können Sie dagegen mit einem Pkw einen Anhänger mit einem Gesamtgewicht von 3.500 kg ziehen. Insgesamt kann das Gespann bis zu maximal 7.000 kg wiegen.

Sie haben die Möglichkeit, den Führerschein BE gleichzeitig mit dem Pkw-Führerschein B oder aber später zu erwerben. Die Kosten liegen hier zwischen 400 bis 600 Euro.

Da Sie die Theorie schon bei der Prüfung für die Klasse B abgegolten haben, reicht es für die Klasse BE aus, wenn Sie ein paar Praxis-Übungsstunden sowie Sonderfahrten absolvieren. Dazu gehören:

  • eine Überlandfahrt (Dauer: drei Stunden)
  • eine Autobahnfahrt (Dauer: eine Stunde)
  • eine Fahrt bei Dunkelheit (Dauer: eine Stunde)

Am Ende folgt die praktische Prüfung, die circa 45 Minuten dauert. 

Das passiert, wenn Sie einen Anhänger ohne Anhängerführerschein fahren

Fahren Sie dagegen einen Anhänger ohne entsprechenden Führerschein oder eine gültige Fahrerlaubnis, müssen Sie mit einer Strafe rechnen. Liegt etwa keine Fahrerlaubnis vor, wird individuell entschieden, wie hoch das Strafmaß ausfällt.

Allerdings geht man generell von Geldstrafen, aber auch Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und einem Jahr aus. „Ein Fahren ohne Fahrerlaubnis“ liegt dann vor, wenn der Anhänger oder das gesamte Gespann nicht dem gesetzlich zulässigen Gesamtgewicht der jeweiligen Fahrerlaubnisklasse entsprechen.

Rubriklistenbild: © Tobias Hase/dpa

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