Gebrauchtwagen testen

Probefahrt: Dauer, Versicherung, Strecke – darauf sollte man achten

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Bei der Probefahrt entscheidet sich der Kauf. Fahrer sollten auf eine ausreichende Dauer, eine abwechslungsreiche Strecke und die Versicherung achten.

  • Die Probefahrt ist der Schlüsselmoment für oder gegen den Kauf eines Fahrzeugs
  • Für den richtigen Eindruck muss die Fahrt lang genug auf abwechslungsreicher Strecke dauern
  • Das Fahrzeug, mit dem eine Probefahrt durchgeführt wird, muss einen gültigen TÜV vorweisen

Die Probefahrt für ein Fahrzeug ist für die meisten Käufer der entscheidende Schritt für oder gegen ein Fahrzeug. Das gilt sowohl für Neuwagen als auch für Gebrauchtwagen. Daher sollte sich jeder Kaufinteressierte bereits im Vorfeld Gedanken darüber machen, wie eine Probefahrt genau aussehen sollte. Dazu gehören vor allem die Dauer der Fahrt und die Strecke.

Die richtige Strecke für eine Probefahrt sollte alle typischen Anforderungen, die an ein Fahrzeug gestellt werden, beinhalten. Für den typischen Alltagsgebrauch ist eine grobe Orientierung an der Fahrprüfung hilfreich. Die Strecke sollte folgende Passagen beinhalten:

  • eine Stadtfahrt
  • eine Überlandfahrt
  • eine Autobahnfahrt

So können alle Fahreigenschaften des Autos getestet werden. Vor allem Händler machen Vorgaben was die maximale Streckenlänge angeht. Das wird allerdings sehr unterschiedlich gehandhabt.

Daraus ergibt sich auch die Dauer einer Probefahrt. Um alle Streckenbestandteile abzudecken, ist eine Dauer von mindestens einer Stunde nötig. Besser sind etwa zwei Stunden. Für Gebrauchtwagen sollte sich prinzipiell mehr Zeit genommen werden, um das Auto ausführlich zu testen. Händler geben hier ebenfalls oft Vorgaben aus, die sehr unterschiedlich gehandhabt werden. Bei einigen Händlern ist eine Probefahrt über das Wochenende möglich.

Vor der Probefahrt wichtige Fragen klären: Wie steht es um die Versicherung?

Bevor die Probefahrt gestartet werden kann, sind noch weitere Fragen zu klären. Eine wichtige Frage betrifft die Versicherung. Es muss geklärt sein, wer im Falle eines Unfalls oder bei Diebstahl haftet und somit die Kosten trägt. Bei Probefahrten von Händlerfahrzeugen ist – egal ob Neufahrzeug oder Gebrauchtwagen – die Probefahrt vollkaskoversichert. Auf eine andere Vereinbarung muss der Händler ausdrücklich hinweisen. Möglich und üblich ist aber eine Selbstbeteiligung.

Vor dem Kauf eines Gebrauchtwagens sollte man eine Probefahrt machen.

Wird die Probefahrt mit einem Gebrauchtwagen von privat gemacht, ist das Fahrzeug über die Versicherung des Verkäufers versichert. Im Zweifel kann das nur die Haftpflichtversicherung sein. Bei einem Unfall könnte dem Verkäufer weiterer Schaden entstehen, zum Beispiel durch die Heraufstufung in der Versicherung und der Wertverlust des Fahrzeugs.

Hier ist es angeraten, eine Vereinbarung zu treffen, in der eine Haftungserklärung beschrieben wird. Der ADAC bietet ein Muster. Die schriftliche Vereinbarung gibt beiden Parteien Rechtssicherheit im Falle eines Unfalls. Wie auch beim Versicherungsschutz haftet der Käufer bei grober Fahrlässigkeit.

Probefahrt: Auch ein Blick in die TÜV-Protokolle des Gebrauchtwagens ist ratsam

Ein Blick in die TÜV-Protokolle vor der Probefahrt eines Gebrauchtwagens ist ebenfalls wichtig. Das gilt für Händler ebenso wie für Privatverkäufer. Bei Kauf von privat lässt sich ein gültiger TÜV zwar an Nummernschild erkennen, aber aus dem Protokoll lassen sich weitere Informationen gewinnen. Händler greifen bei Probefahrten auf rote Kennzeichen zurück. Diese dürfen nur an Fahrzeuge mit gültigen TÜV angebracht werden.

Rote Kennzeichen dürfen seit dem Jahr 2015 nicht mehr von Privatpersonen genutzt werden. Für eine Probefahrt mit einem privaten Fahrzeug muss dieses Fahrzeug die üblichen Kennzeichen tragen. Ohne Kennzeichen ist auch keine Probefahrt möglich.

Der Käufer muss für die Probefahrt einen gültigen Führerschein als Voraussetzung vorweisen, somit ein Mindestalter von 18 Jahren haben. Einige Autohändler haben aber hauseigene Bedingungen an das Mindestalter. Vor allem bei Neufahrzeugen der Oberklasse oder Sportwagen fordern einige Händler ein Mindestalter von bis zu 25 Jahren. Manchmal sind bei Probefahrten auch Fahranfänger nicht zugelassen, es sei denn, sie werden von einem erfahrenen Fahrer begleitet.

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa

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