KBA-Zahlen

Sechs Gewinner trotzen der Corona-Krise

  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
    schließen

Bei 44 der 50 beliebtesten Pkw in Deutschland ist der Absatz im laufenden Jahr eingebrochen. Sechs konnten hingegen zulegen. Dafür gibt es gute Gründe.

  • Insgesamt hat der Markt rund ein Drittel verloren
  • Doch es gibt auch sechs Modelle, die zugelegt haben
  • BMW hat zwei Vertreter unter den Gewinnern

Flensburg – In der Corona-Krise sind alle Verlierer? Für den deutschen Pkw-Markt stimmt das nicht ganz. Während die Neuzulassungen insgesamt zweistellig in den Keller gegangen sind, gab es unter den 50 beliebtesten Modellen auch Gewinner. Und zwar exakt sechs.  

BMW X5 – plus 0,5 Prozent: 

Keine allzu offensichtlichen Statistik-Booster hatte das zweitgrößte Münchner SUV BMW X5. Wichtigste Neuerung der vergangenen Monate war die bis zu 625 PS starke M-Version – ein kleines, aber feines Nischenmodell. 3.819 Neuzulassungen kamen trotzdem zusammen.  

Seat Leon – plus 1,7 Prozent: 

Der spanische Golf-Bruder Seat Leon profitiert vom Modellwechsel. Anfang 2020 wurde die neue Generation präsentiert, alte Modelle wurden mit Rabatt verkauft oder in junge Gebrauchte gewandelt. In beiden Fällen bedeutet das einen Eintrag in der KBA-Statistik. 10.348 Mal ist das in diesem Jahr passiert. Das neue Modell ist seit April bestellbar und wird in der zweiten Jahreshälfte ausgeliefert. 

Kia Ceed – plus 19 Prozent: 

Das Spiel mit den Varianten beherrschen nicht nur die deutschen Marken, sondern auch Kia. Deren Kompaktmodell Ceed gibt es in gleich vier unterschiedlichen Karosserie-Zuschnitten. Der neueste kam in Form des Crossovers XCeed im Herbst 2019 dazu und hilft nun, die April-Statistik zu schönen. Außerdem gab es im vergangenen Jahr neue Motoren, die ebenfalls Absatz-Potential hatten. Insgesamt reichte es für 7.389 Neuzulassungen in den ersten vier Monaten. 

Audi Q3 – plus 23 Prozent: 

Das Ingolstädter Kompakt-SUV Audi Q3 war vor einem Jahr weder Auslaufmodell noch Anlaufmodell. Allerdings hat die VW-Tochter die zweite Hälfte 2019 genutzt, das Modellangebot kräftig zu erweitern. Etwa in Form des coupéhaften Ablegers Sportback, der in der KBA-Statistik nicht separat aufgeführt wird und für einen kräftigen Absatz-Push gesorgt haben dürfte. Insgesamt fand die Baureihe von Januar bis April 8.387 neue Halter. 

BMW 3er – plus 27 Prozent: 

Bei der Münchner Mittelklasse rührt das positive Ergebnis von einem ähnlichen Effekt her. Limousine und Kombi waren vor einem Jahr Auslaufmodelle, verkauften sich wohl nur noch mit deutlichen Rabatten. Seit September ist die neue Generation am Start, immerhin 15.278 Fahrzeuge wurden seit Jahresstart ausgeliefert. 

Toyota Corolla – plus 192 Prozent: 

Manchmal reicht schon glückliches Timing für den obersten Platz auf dem Podium. Toyotas Kompaktmodell ist exakt vor einem Jahr als Nachfolger des Auris auf den Markt gerollt. Wie üblich zunächst langsam und in kleiner Stückzahl. Entsprechend gigantisch wirken nun die Zuwächse. Absolut gesehen sind aber 4.852 Einheiten in vier Monaten für Importeur und Händler wohl trotzdem kein Grund für großen Jubel. 

Insgesamt wurden in Deutschland in den ersten vier Monaten 822.202 Neuwagen zugelassen. Das waren 31 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. 

Von Holger Holzer (SP-X)

Rubriklistenbild: © Hersteller

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare