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Wallbox abgreifen auch ohne E-Auto? Das geht, hat aber Folgen für andere

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Von: Marcus Efler

Der Run auf Wallboxen hält an – schon allein wegen der Förderung. Manche greifen sogar zu, obwohl sie nicht mal ein Elektroauto besitzen. Das hat Folgen für echte Fahrer von Stromern.

München – Elektromobilität ist gerade schwer angesagt. Absolutes Must-have, da ist man natürlich dabei! Dumm nur, dass es für den schicken Tesla nicht reicht und ein Nissan Leaf doch irgendwie zu popelig wirken könnte vor der Doppelhaushälfte. Aber die Lösung liegt nah: Wir bestellen zumindest mal eine Wallbox. Die hängt dann in der Garage, sieht gut aus und macht keinen Dreck. Und jetzt das Allerbeste: Sie kostet nichts! Wenn man es geschickt anstellt. („Audi charging hub“: Schnelllade-Lounges geplant – Fremdfabrikate kriegen weniger)

Wallbox geschenkt auch ohne E-Auto? Das geht, hat aber Folgen

Denn die Bundesregierung, genauer gesagt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), fördert Wallboxen mit 900 Euro. Und zwar jene, in die man inklusive Installation mindestens 900 Euro investiert. Was daraus folgt, erklärt Hermann Numberger, Vorstandsmitglied der Innung für Elektro- und Informationstechnik Oberland.  „Die Kunden wollen am liebsten eine Rechnung über 900 Euro und einen Cent“, so der Elektromeister aus dem bayerischen Pähl zu Merkur.de*. Was noch daraus folgt: Wallboxen in dieser Preisklasse sind nahezu ausverkauft. (Benziner-Comeback: Gefrustete E-Auto-Fahrer kehren zum Verbrenner zurück)

Ein Elektroauto BMW i3 ist bereit zum Laden an der Wallbox

Der Sinn einer Wallbox: das Laden eines E-Autos (Symbolbild) © Martin Bäuml/Imago

Wallbox geschenkt auch ohne E-Auto? Auf die Rechnung kommt es an

Macht doch nichts, oder? Wofür ist die eigentlich überhaupt gut – also außer, dass man sie geschenkt bekommt? Aha: Damit lädt man Elektroautos zu Hause deutlich schneller als an der Schuko-Steckdose. Statt einen Tag und eine Nacht benötigt beispielsweise so ein Tesla Model 3 an einer 11-Kilowatt-Wallbox nur vier bis fünf Stunden, um seine Akkus zu füllen. Wenn man denn einen hätte. Oder zumindest einen Nissan Leaf. (Tesla Supercharger bald auch für andere Marken – provoziert Elon Musk Stau an Schnelllade-Stationen?)

Wallbox geschenkt auch ohne E-Auto? Wer wirklich eine braucht, geht leer aus

Viele Wallbox-Käufer haben aber gar kein Elektroauto oder zumindest einen Plug-in-Hybrid, und auch erst mal nicht vor, ein entsprechendes Fahrzeug zu kaufen. 90 Prozent der Kunden, schätzt Hermann Numberger, nehmen so ein Gerät einfach so mit. Und es damit denjenigen weg, die es wirklich brauchen könnten. Dabei geht es nicht nur um die Lieferzeit der Boxen, die mittlerweile ungefähr ein halbes Jahr beträgt und weiter steigt, sondern auch um die technische Infrastruktur: In manchen Straßen verträgt das Stromnetz nur eine Handvoll Wallbox-Anschlüsse. Wer zu spät kommt, muss seinen Tesla eben 24 Stunden schukoladen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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