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Tesla-Supercharger: Laden bald alle E-Autos an Elon Musks Ladesäulen?

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Von: Marcus Efler

Das Laden von Elektroautos ist oft umständlich. Nun will Tesla sein Supercharger-Netz für andere Fabrikate öffnen – gilt das auch für Deutschland?

Palo Alto – Elektrisch fahren ist klasse, das hat sich mittlerweile herumgesprochen: Leise, sanft und kraftvoll zischen die E-Mobile dahin, und klimafreundlich noch dazu (auch wenn es da abweichende Meinungen gibt). Dank der Förderung durch Staat und Hersteller sind sie in der Anschaffung auch kaum mehr teurer als vergleichbare Benziner und Diesel, und im Unterhalt günstiger –was also lässt noch immer viele Neuwagen-Käufer zögern, auf Akku umzusteigen? („Lautlos & einsatzbereit“: Jetzt sattelt auch die Polizei auf Elektro um)

Tesla-Supercharger: Laden bald alle E-Autos an Elon Musks Ladesäulen?

Klar: Die Infrastruktur ist es, sprich die Lade-Angst. Sie hat die Reichenweiten-Angst weitestgehend abgelöst, schließlich schaffen viele moderne Elektroautos in der Praxis mittlerweile 400 Kilometer und mehr. Doch wenn ein Pkw nicht gerade als Zweitwagen nur für die City angeschafft wird, muss er hin und wieder auch mal viel weiter fahren können. Um‘s Laden kommt man dann nicht herum, und hier beginnt das Problem: Findet man eine Säule gerade dann, wenn der Akku zur Neige geht? Funktioniert sie, ist sie frei und nicht von einem Diesel-SUV zugeparkt? Funktionieren meine Karte oder App dort, und ist der Preis ok? (Supercharger für alle: Niederländer wollen Lade-Chaos bei E-Autos in Deutschland beenden)

Tesla-Ladepark (Symbolbild)
Bald offen für alle: ein Tesla-Ladepark (Symbolbild) © Tesla

Tesla-Supercharger: Bundesregierung macht wegen E-Autos Druck

Längst hat auch die Bundesregierung die Lade-Angst als größten Bremsklotz für die Verkehrswende ausgemacht und verpflichtet die Strom-Versorger künftig zum Vereinfachen des Bezahl-Vorgangs. Leider dauert das noch: Ab dem 1. Juli 2023 müssen neue Ladesäulen gängige Kredit- und Debitkarten akzeptieren, ältere nicht mal umgerüstet werden. Auch die Hersteller geben sich mit ihrem gemeinsamen Ionity-Netz Mühe, doch auch hier verkomplizieren Abo-Modelle die Angelegenheit. (Ladesäulen-Irrsinn: Pärchen im Porsche Taycan braucht neun Stunden für nur 210 Kilometer)

Tesla-Supercharger: Schon über 1.000 von Elon Musks Ladesäulen in Deutschland

Derweil bleibt ein gigantisches Lade-Potenzial von vielen E-Mobilisten zwangsweise ungenutzt: Die Supercharger von Tesla. Die sind auch in Deutschland weit verbreitet – kürzlich wurde in Ulm die 1000. Säule in Betrieb genommen. Sie funktionieren meistens, und sie laden schnell, die neuesten mit bis zu 250 Kilowatt. Die Abrechnung (die Gratis-Zeiten sind hier auch vorbei) erfolgt mega-komfortabel, indem sich der Tesla automatisch in den Charger einloggt. (Tesla-Boss Elon Musk verblüfft mit Bekenntnis: „Ich hasse meinen Job“)

Tesla-Supercharger: Auch Fremdfabrikate dürfen bald ihren Akku laden

Wie gesagt: der Tesla. Denn andere Fabrikate dürfen bislang nicht andocken, schließlich gilt die gut funktionierende Infrastruktur als Kauf-Argument für Tesla-Modelle. Doch jetzt schwenken die Amerikaner um. „Wir öffnen unser Supercharger-Netzwerk noch in diesem Jahr für andere Elektrofahrzeuge“, twitterte Tesla-Chef Elon Musk. Vorerst meint er damit zwar die USA, doch die anderen Länder sollen bald folgen, wie Musk auf Nachfrage eines Users versprach. Für Deutschland hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer das auch schon ausdrücklich angemahnt. Technisch ist die Öffnung relativ einfach zu bewerkstelligen: Die Supercharger verfügen mittlerweile über das in Europa verbreitete Combined Charging System (CCS). Am aufwendigsten wäre wohl das Nachrüsten eines Lesers für gängige Karten und Apps. Aber auch das ist schließlich keine Raketen-Wissenschaft, wie Elon Musk sicher selber am besten weiß.

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