E-Autos: Ladekabel und Stecker

Ladekabel: Typ-2, CHAdeMO, CCS, Supercharger – welches Auto welchen Stecker nutzt

Ladekabel für E-Auto
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Verschiedene Stecker und Kabel lassen einen schnell die Übersicht verlieren.
  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Noch gibt es keine weltweit einheitlichen Standards für das Laden von Elektroautos. Dementsprechend groß ist die Vielfalt an Ladekabeln und Steckern.

  • Bei Elektroautos kommen vier verschiedene Typen von Steckern zum Einsatz
  • Ladekabel gibt es in drei verschiedenen Varianten
  • Der amerikanische E-Autohersteller Tesla hat mit dem Supercharger ein eigenes System

Palo Alto – nach anfänglichen Startschwierigkeiten kommen Elektroautos nun auch in Deutschland immer mehr in Mode. Die Anzahl der verfügbaren Modelle wird größer, die Preise werden hingegen immer erschwinglicher.

Daher steigen die Zulassungszahlen von E-Autos kontinuierlich. Doch viele interessierte Autokäufer sind nach wie vor verunsichert, was das Laden der Fahrzeuge angeht. Die Vielzahl verschiedener Ladekabel und Stecker stiftet immer noch große Verwirrung. Käufer eines Elektroautos sollten sich deshalb im Vorfeld eines Autokaufs unbedingt über die verschiedenen Typen von Steckern und Ladekabel informieren. Alle haben unterschiedliche Eigenschaften: Manche eignen sich nur für schnelles oder normales Laden, andere hingegen für beide Ladearten. In Deutschland kommen vier Arten von Steckern besonders häufig bei Elektroautos zum Einsatz:

-         Typ-1

-         Typ-2

-         CCS

-         CHAdeMO

Eine Ausnahme bildet der Autohersteller Tesla mit Sitz im kalifornischen Palo Alto: Er hat mit dem Supercharger sein eigenes System am Start. Ladestationen für Elektroautos benötigen grundsätzlich Starkstrom. Falls dieser nicht vorhanden ist, können sich E-Auto-Besitzer auch mit einem haushaltsüblichen Schuko mit 230 V Spannung behelfen. Dann ist nur etwas mehr Geduld beim Ladevorgang gefordert, da dieser sich über mehrere Stunden hinziehen kann.

Stecker: Details zu Typ-1 und Typ-2

Beim Stecker Typ-1 handelt es sich um einen einphasigen Stecker mit einer maximalen Ladeleistung von 7,4 Kilowatt. Der Typ-1 wird vor allem von asiatischen und nordamerikanischen Autoherstellern verbaut und ist bei deutschen Herstellern selten anzutreffen. Die meisten Ladestationen sind hierzulande nämlich auf Stecker Typ-2 ausgelegt. Trotzdem können Autos mit Typ-1-Stecker auch bei uns problemlos mit einem Adapter geladen werden. Bei europäischen Fahrzeugherstellern hat sich der dreiphasige Typ-2-Stecker durchgesetzt. Seit 2013 ist er europäische Norm, weshalb fast alle öffentlichen Ladesäulen über einen Typ-2-Anschluss verfügen. Die maximale Ladeleistung beträgt 43 Kilowatt bei Ladesäulen im öffentlichen Raum. Auf der LED-Anzeige einer Ladesäule werden meist die Details zum Ladevorgang angezeigt. Im privaten Raum, wo oft Wallboxen für Starkstrom zum Einsatz kommen, liegt die Leistung bei 22 kW. Der Verbrauch der Wallbox wird über den privaten Stromzähler gemessen. An einen Typ-2-Stecker kann übrigens auch ein Ladekabel Mode 3 angeschlossen werden, um E-Autos mit Typ-1-Stecker zu laden. Neben den Typ-1- und Typ-2-Steckern sind die Steckerytpen CCS und CHAdeMO sowie der Supercharger weit verbreitet.

Stecker: Details zu CCS, CHAdeMo und Supercharger

Der Steckertyp CCS ist im Gegensatz zu den Steckern von Typ-1 und Typ-2 keine eigenständige Entwicklung, sondern eine Ergänzung des Typ-2-Steckers. Der Name „Combined Charging System“ bringt bereits zum Ausdruck, dass der CCS-Stecker gleichermaßen normales Wechselstromladen und schnelles Gleichstromladen (auch über Starkstrom) unterstützt. Die Ladeleistung des CCS-Steckers beträgt in der Praxis meist 50 Kilowatt. Moderne Schnellladestationen ermöglichen aber auch höhere Leistungen. Beim Steckertyp CHAdeMo handelt es sich um den japanischen Standardstecker für die Gleichstrom-Schnellladung von Elektroautos. Er wird vorwiegend von japanischen Autoherstellern wie Honda, Mitsubishi, Nissan und Toyota eingesetzt. Der CHAdeMo-Stecker erlaubt Ladeleistungen von bis zu 100 Kilowatt. Der US-Elektroautohersteller Tesla hat seine Fahrzeuge hingegen mit einem eigenen Schnellladesystem ausgestattet. Es handelt sich dabei um eine modifizierte Variante des Typ-2-Steckers. Das System Supercharger erreicht Ladeleistungen von bis zu 120 Kilowatt. Für die Stecker der Typen CCS und CHAdeMo gibt es auch verschiedene Ladekabel.

Ladekabel: Die Details

Nicht nur die unterschiedlichen Stecker wie Typ-2, CCS, CHAdeMO und Supercharger haben Auswirkungen auf das Ladeverhalten eines Elektroautos, sondern auch die auf Starkstrom ausgelegten Ladekabel. Sie tragen gemäß ihrer unterschiedlichen Ladebetriebsarten sogenannte „Mode“-Bezeichnungen. Mit Mode 1 ist das Laden mit Wechselstrom an einer haushaltsüblichen CEE-Steckdose gemeint. Bei Mode 1 gibt es keine Kommunikation zwischen Steckdose und Fahrzeug. Im Unterschied dazu kommunizieren beim Laden mit einem Ladekabel Mode 2 das Elektroauto und die Steckdose über eine sogenannte „In-Cable Control Box“ (ICCB). Das Mode-2-Kabel wird von den meisten Autoherstellern mit einem E-Auto werkseitig mitgeliefert. Ladekabel Mode 3 sind für das Laden von Fahrzeugen mit einem Typ-1-Stecker an Ladesäulen mit einem Typ-2-Ausgang gedacht. Ladekabel gibt es in unterschiedlichster Länge und Form (glatte Kabel, Spiralkabel) zu kaufen. Auch die Kosten für die einzelnen Kabeltypen variieren. Beim Laden eines E-Autos an einer öffentlichen Ladestation muss man sich übrigens keine Sorgen über einen Diebstahl des Kabels machen. Es wird von der Zentralverriegelung umfasst und kann deshalb nicht einfach gelöst werden. Inzwischen wurden sogar Fälle von findigen Autofahrern bekannt, die sich eine Attrappe vom Ladekabel gebaut haben. Damit stellen sie ihr Auto mit Verbrennungsmotor unerlaubterweise auf einem Parkplatz für E-Autos ab.

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