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Forscher entwickeln Straße, die E-Autos beim Fahren auflädt

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Von: Bjarne Kommnick

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E-Autos könnten schon bald einfach durch das Fahren auf der Straße mit Strom versorgt werden. Die TU Braunschweig forscht am Einsatz bereits vorhandener Technik.

Braunschweig – Wer ein Elektroauto besitzt, sollte sich auf Langstrecken besonders gut vorbereiten. Denn noch immer haben Hersteller mit Reichweite-Probleme zu kämpfen. Bei Tempo 130 schafft kaum ein serienmäßiges Elektroauto mehr als 400 Kilometer, wie ein Vergleichstest kürzlich gezeigt hatte. Eine innovative Technik verspricht nun jedoch endlose Reichweite für Elektroautos: Die Straße selbst, soll E-Autos während des Fahrens aufladen, berichtet kreiszeitung.de. Mit dem sogenannten induktiven Laden könnten Reichweiten-Probleme bald Geschichte sein. Noch besser: Einen (Strom)-Tankstopp brächten dann nur noch Verbrenner.

HochschuleTechnische Universität Braunschweig
Studierende18.500
Mitarbeiter6488
Gründung1745

Endlose Reichweite: Forscher entwickeln Straßen, die E-Autos beim Fahren mit Strom versorgen

Die entsprechende Technik für das deutsche Forschungsprojekt stammt von dem israelischen Unternehmen ElectReon und trägt den Namen ElectRoad. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität in Braunschweig forschen aktuell am Einsatz auf oder in Straßen. Im Rahmen des Projektes „eCharge“ soll das induktive Laden getestet werden. Zum Laden der Autos würden sogenannte „Coils“ in die Straße verbaut werden. Die Idee dahinter sei, die Ladestationen in regelmäßigen Abständen auf Distanzen von jeweils 25 Kilometer in das Verkehrsnetz zu integrieren, um sogenannte Elektro-Korridore zu schaffen. E-Autos könnten sich so ständig mit Strom zu versorgen – ohne zum Laden halten zu müssen.

Die Innovation würde nicht nur den Strom-Tankstopp sparen und das Probleme generell geringer Reichweiten bei Elektroautos lösen. Kälte legt Elektroautos lahm, weil sie die Reichweite der Akkus im Winter reduziert – auch dieses saisonale Problem wäre dank induktiver Ladetechnik ein für alle Mal geklärt. Auch die Stromverschwendung könne damit reduziert werden, denn E-Autos verlieren massig Strom beim Laden – so als würde man beim Tanken eines Verbrenners mehrere Liter Benzin verschütten, wie der Ecotest des ADAC gerade gezeigt hat.

Erste Teststrecken für E-Auto ladende Straßen eingerichtet: EU fördert induktives Laden

Zu schade also, dass die ladende Straße noch nicht marktreif ist. In Tel Aviv habe das Unternehmen ElectReon deshalb eine 11 Kilometer lange Strecke gebaut, um das induktive Laden im Verkehrsalltag zu testen. Dabei soll festgestellt werden, ob die Technik zukunftstauglich sein kann. Auch in Deutschland gebe es bereits weitere Tests in Kooperation mit dem Unternehmen. Die EU unterstütze das Projekt im Rahmen des Förderprogramms „Forschung und Innovation Horizont 2020“. Dem Programm stehen rund 79 Milliarden Euro zur Verfügung, um Projekte wie die ElectRoad von ElectReon zu fördern.

Akku laden während der Fahrt auf der Straße: EnBW mit Teststrecke für E-Busse in Karlsruhe

In Karlsruhe testet das Unternehmen EnBW beispielsweise gemeinsam mit ElectReon das induktive Laden von elektrisch betriebenen Bussen. Dafür hätten die Unternehmen ebenfalls Teststrecken eingerichtet, in denen Induktionsspulen die Busse während der Fahrt laden können. Die Technik würde nur Energie in Anspruch nehmen, wenn auch wirklich ein Strom-Abnehmer drüber fahren würde.

Wolfram Münch, EnW Forschungs- und Entwicklungschef, erklärt: „Das Besondere am induktiven Laden ist, dass die Technik auf der Straße unsichtbar und gleichzeitig sehr sicher ist. Der Aufbau der Ladestrecke für Elektrobusse soll uns zeigen, welche Rolle induktives Laden künftig bei Angeboten für unsere Kunden spielen kann“.

Induktives Laden fü E-Eutos: Projekte auch in Oslo, Essen und Duisburg

Auch in Oslo startete 2020 das Projekt „EnergiCity“, bei dem 25 E-Taxen zwar nicht während der Fahrt, aber ebenfalls kontaktlos laden können. Die Technik dafür stammt vom Unternehmen Monumentum Dynamics. Die Universtiät Dusiburg-Essen startete 2019 das Projekt „Taxi-Lade-Konzept für den öffentlichen Raum“, bei dem Taxistände mit unterirdischen Ladestationen in der Straße ausgestattet wurden.

Die ElectRoad ist nicht die einzige Innovation, um Akku-Probleme von Elektroautos zu lösen. So arbeiten Forscherinnen und Forscher aus China derzeit an einer Technik, bei dem lange Reichweiten für Elektroautos dank Zucker möglich sein sollen. Zudem könnten sogenannte Wechsel-Akkus das Leben von Elektroautofahrerinnen und Fahrern erheblich erleichtern. Auch in Sachen Brandschutz geht es voran, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Singapur entwickeln eine Anti-Kurzschluss-Schicht, um gefährliche Brände zu verhindern. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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