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E-Auto im Winter: Kälte frisst Reichweite – so verlängern Sie die Laufzeit Ihrer Akkus

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Von: Christian Schulz

Eigentlich sollten sich E-Auto-Fahrer kaum Gedanken um die Reichweite ihres Wagens machen müssen. Doch bei Winter, Frost und Kälte gehen die Akkus deutlich schneller zur Neige.

München – Autofahren bei winterlichen Bedingungen stellt so manchen Autofahrer vor Herausforderungen. Schnee und Eis sorgen für schwierige Bedingungen. Fahrer von E-Autos müssen zudem noch ganz andere Probleme meistern. Dazu zählt Kälte als Reichweitenfresser. Niedrige Temperaturen bedeuten extremen Stress für die Akkus von Elektroautos. Fahrer sollten dies bei ihrer Routenplanung berücksichtigen. Wie krass es einem gehen kann, wenn die Reichweite zum Problem wird und man unterwegs auf die Ladeinfrastruktur angewiesen ist, zeigt der Fall eines Paares, das mit seinem Porsche Taycan für nur 210 Kilometer sage und schreibe neun (!) Stunden brauchte.

Ein zugeschneites Elektroauto hängt an einem Ladekabel.
Die Reichweite eines E-Autos kann im Winter für böse Überraschungen sorgen – seien Sie gewappnet. © imago images / snapshot

E-Auto im Winter: Kälte frisst Reichweite – so können Sie Ihren Akkus helfen

Der wichtigste Grund für den Verluste an Reichweite: Chemische Reaktionen laufen bei niedrigen Temperaturen langsamer ab als bei milden Temperaturen. Bei E-Auto-Akkus betrifft das vor allem den Ionen-Transport. Die elektrisch geladenen Teilchen müssen auf ihrem Weg zwischen Plus- und Minuspol eine Flüssigkeit passieren, das sogenannte Elektrolyt. Dieses wird bei niedrigen Temperaturen dickflüssiger und kann nur wenig Ladung transportieren. Dadurch sinkt die Spannung in der Batterie. Um trotz geringerer Spannung die vom Motor geforderte Leistung liefern zu können, muss der Akku die Stromstärke erhöhen. (Aus für Verbrennungsmotor schon 2025? Die deutsche Autoindustrie fürchtet sich vor ...)

Denn Leistung ist das Produkt von Spannung und Stromstärke – wird einer der Faktoren kleiner, muss der andere größer werden, um dieselbe Leistung zu erhalten. Die erhöhte Stromstärke führt allerdings zu einem schnelleren Entladen der Batterie. Je nach Batterie und Energiemanagement fallen die Verluste höher oder niedriger aus. So sind bei ungünstigen Verhältnissen zwischen 30 und 50 Prozent weniger Reichweite als bei milden Temperaturen möglich. E-Auto-Fahrer müssen im Winter also wesentlich öfter nachladen. (Elon Musk will’s wissen: Größte Batteriefabrik der Welt und eigener Tesla nur für uns)

Ein E-Auto ist per Ladekabel mit einer an der Wand befestigten Wallbox verbunden.
Gleich beim Laden vorheizen – das geht auch an der heimischen Wallbox. © Florian Schuh/dpa

E-Auto im Winter: Kälte frisst Reichweite – darum gehört das Auto an die Wallbox

Damit nicht genug – es gibt noch weitere Faktoren, die die Reichweite negativ beeinflussen: Bei einem konventionell angetriebenen Fahrzeug hilft die Abwärme des Verbrenners beim Heizen der Fahrgastzelle. Da dem Elektroauto diese Wärmequelle fehlt, muss die Batterie im Winter nicht nur für den Vortrieb, sondern auch für angenehme Temperatur im Innenraum sorgen. Auch das geht auf Kosten der Reichweite. 

Im Idealfall steht ein E-Auto im Winter in einer wohltemperierten Garage, sodass der Akku erst gar nicht zu stark auskühlt. Lässt sich das Fahrzeug an der heimischen Wallbox laden, umso besser – wenn man es richtig anstellt, gibt es dafür sogar Geld vom Staat. Außerdem kann man sein Auto gleich beim Laden vorheizen. Die dazu nötige Energie geht so nicht von der Reichweite ab. Das Vorheizen funktioniert natürlich auch an einer öffentlichen Ladesäule.

Muss das Fahrzeug draußen stehen, hilft es, vereiste Scheiben mittels Eiskratzer sorgfältig zu befreien, um den Einsatz von Heck- und Frontscheibenheizung reduzieren zu können. Diese Helfer sind zwar praktisch, erhöhen aber den Stromverbrauch. Am besten verzichtet man auf zu kuschelige, durch die Heizung generierte Temperaturen und nutzt besser Sitz- und Lenkradheizung für ein angenehmes Wohlfühlklima. Auf Heizleistung zu verzichten und mit beschlagenen oder vereisten Scheiben unterwegs zu sein, ist aber keine Option: Sicherheit geht VOR Reichweite. (VW-Chef Herbert Diess wegen Tesla unter massivem Druck – so will er das Steuer rumreißen)

Ein Smart fährt auf einer winterlichen Straße in der Stadt.
Im Winter ist es besonders wichtig, den Zustand des eigenen Autos zu prüfen – sowohl beim E-Auto als auch beim Verbrenner. © Tobias Hase/dpa

E-Auto im Winter: Kälte frisst Reichweite – nach Möglichkeit Fahrstil anpassen

Die individuelle Fahrweise hat erheblichen Einfluss auf den Verbrauch. Das trifft auch auf Elektroautos zu. Wer bei kalten Temperaturen auf Sportlichkeit setzt, geht nicht nur ein größeres Unfallrisiko ein – er strapaziert auch die Reichweite über Gebühr. Eine zurückhaltende Fahrweise dagegen schont den Stromverbrauch. Verfügt das Auto über einen „Eco-Modus“, sollte man ihn aktivieren. Er begrenzt die Kraft beim Anfahren und Beschleunigen, was dem Verbrauch und damit der Reichweite zugutekommt. (VW-Elektroauto-Paradies auf griechischer Insel – wieso nicht bei uns?)

Bevor die Reichweite gegen null tendiert, sollte man sich rechtzeitig eine Lademöglichkeit suchen. Moderne Navigationssysteme zeigen vorhandene Ladesäulen in der Nähe an. Wer bislang nur zu Hause oder am Arbeitsplatz geladen hat, sollte sich im Vorfeld informieren, wie das Laden an einer öffentlichen Ladesäule funktioniert. Welche Zahlungsarten gibt es? Wie wird eine Ladestation freigeschaltet? Was kostet das Laden? Passt das Kabel? Nichts ist blöder, als bei eisigen Temperaturen wie der viel zitierte Ochs vorm Berg zu stehen. (Tesla Supercharger: E-Golf holt sich Gratis-Strom – „neue Betrugssoftware von VW“)

E-Auto im Winter: Kälte frisst Reichweite – worauf sonst noch zu achten ist

Auch E-Autos benötigen bei winterlichen Bedingungen passende Bereifung. Winterreifen oder Ganzjahresreifen, die mittels Schneeflockensymbol als Winterreifen markiert sind, sollten aufgezogen sein. Außerdem braucht das Scheibenwischwasser Frostschutzmittel. Selbstverständlich sollte die Beleuchtung einwandfrei sein. Machen Sie einfach unseren Winter-Check – und erfahren Sie, auf welche Dinge Sie besonders achten sollten. Auch der Münchner Merkur hält wichtige Tipps für die Winterzeit* parat. Ganz wichtig: Einige praktische Dinge sollten sie während des ganzen Winters immer im Auto mitführen. Dazu zählen etwa ein Eiskratzer, eine warme Decke und Handschuhe. (Mit Material von SP-X) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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