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E-Autos: Teure Wartung – darum machen Stromer in der Werkstatt Ärger

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Von: Marcus Efler

Geringere Wartungskosten sind eigentlich ein Vorteil von E-Autos. Eine Studie stuft sie jedoch als besonders teuer ein. Bei einem Verschleißteil leuchtet das ein.

Ann Arbour (USA) – Viele Neuwagenkäufer stehen derzeit vor der Entscheidung, ob sie beim Verbrennungsmotor (eventuell mit Hybrid), bleiben oder auf ein Elektroauto wechseln. Noch bremsen einige Nachteile beim Umstieg: erst mal die zwar stetig wachsende, aber bei den meisten E-Autos noch immer geringe Reichweite, dazu die nicht ausgereifte Ladeinfrastruktur. Bei der Kostenkalkulation stören dagegen die trotz Umweltprämie (bis 9.670 Euro) recht hohen Kaufpreise und der wahrscheinlich große Wertverlust. Auf der Habenseite stehen dagegen die leise, saubere, aber kraftvolle Art der Fortbewegung, dazu Steuerfreiheit und preiswerte Energie – plus geringe Wartungskosten. Denn schließlich, so die weitverbreitete Meinung, stecken in einem Stromer ja deutlich weniger verschleißanfällige Teile als in einem Auto mit Verbrennungsmotor und daher entfallen auch Wechsel von Teilen wie Zündkerzen, Öl- oder Luftfilter. (Elektroautos in der Kostenfalle: Diese fünf Dinge werden bald richtig teuer)

E-Autos: Teure Wartung – darum machen Stromer in der Werkstatt Ärger

Das ist so weit zwar richtig – trotzdem könnte für manchen Umsteiger auf Elektromobilität ein böses Erwachen folgen, wenn er sein neues E-Auto nach Wartung oder Reparatur in der Werkstatt auslöst. Denn weniger Verschleißteile bedeuten nicht automatisch eine niedrigere Rechnung. Im Gegenteil: Sie könnte sogar höher ausfallen als vom konventionellen Auto gewohnt. Davor warnt das US-amerikanische Analyse-Unternehmen „We Predict“, das sich die Wartungskosten für einige Akku-Modelle ganz genau angeschaut hat. (Elektroautos: Kosten der ersten drei Monate entscheiden)

Mechatroniker mit Elektroauto (Symbolbild)
Das kann teuer werden: Elektroauto bei der Wartung (Symbolbild) © Javier De La Torre Sebastian/Imago

Elektroautos in Wartung teurer: Kosten 2,3-mal höher als bei Verbrennern

Als Kosten-Spitzenreiter unter den E-Mobilen errechneten die Analysten den Jaguar I-Pace: Nach drei Monaten Betrieb fielen 834 US-Dollar (ca. 710 Euro) für Service-Kosten an, so die US-Amerikaner. Dicht dahinter folgt der Porsche Taycan mit 667 US-Dollar (ca. 570 Euro). Deutlich günstiger wurde es beim Audi e-tron mit 366 US-Dollar (310 Euro). So richtig preiswert sei allerdings nur der Ford Mustang Mach-E mit 93 US-Dollar (80 Euro). Insgesamt beziffern die Analysten (nach insgesamt 19 Millionen untersuchten Fahrzeugen mit allen Antrieben) die anfänglichen Service-Kosten 2,3-mal höher als bei konventionellen Autos. Nach einem Jahr Betrieb sinke der Faktor allerdings auf 1,6. (Ladesäulen-Check: Dominanz regionaler Stromversorger schafft Preiswucher)

Elektroautos in Wartung teurer: Dieses Autoteil wird viel stärker beansprucht

Aber woran liegt’s? Die Datensammler haben anstelle der üblichen Verschleißteile bei Verbrenner-Autos andere Preistreiber ausgemacht. Vor allem würde sich die bislang noch ungewohnte Technologie in mehr Werkstattstunden niederschlagen: Eine Reparatur dauere 1,5-mal länger, der durchschnittliche Arbeitsaufwand sei 1,3-mal höher. Dazu gebe es typische Elektro-Reparaturen und -Wartungen, etwa am Akku-System oder der Verkabelung. Ein weiterer Kostenfaktor seien die Reifen. Wegen des Mehrgewichtes der akkubetriebenen E-Mobile falle deren Verschleiß deutlich größer aus als bei Spritmodellen.

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