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Elektroautos immer beliebter? E-Mobilität-Studie jubelt verfrüht

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Von: Marcus Efler

Laut einer E-Mobilität-Studie möchten sich 41 Prozent aller Autofahrer ein Elektroauto zulegen. Doch das ist nicht so revolutionär, wie es sich anhört.

New York (USA) – Trotz geplantem Verbrenner-Aus in der EU und dem Umstieg von Autoherstellern wie Audi auf reinen Elektroantrieb: Derzeit betrachten viele Autofahrer das Fahren mit Strom noch mit einer gehörigen Portion Skepsis. Vor allem die noch immer nicht ausgereifte Infrastruktur, die längere Touren per Akku komplizierter erscheinen lässt als im Verbrenner-Modell, halten manchen Neuwagen-Käufer vom Umstieg ab. Umso überraschender erscheint jetzt eine Studie des New Yorker Unternehmensberatungs-Netzwerks EY (früher: Ernst & Young). (Ladesäulen-Irrsinn: Pärchen im Porsche Taycan braucht neun Stunden für nur 210 Kilometer)

Elektroautos immer beliebter? E-Mobilität-Studie jubelt verfrüht

Für eine Studie zum Thema Elektromobilität wagten die Amerikaner den ganz großen Aufschlag und befragten 9.000 Autofahrer in 13 Ländern zu ihren Kaufabsichten. Das anscheinend revolutionäre Ergebnis: 41 Prozent gaben an, den Kauf eines elektrifizierten Autos mit Akku zu erwägen, zwei Drittel davon wollten innerhalb der nächsten zwölf Monate zuschlagen. Dazu addieren sich noch zwei Prozent, die sich für ein mit Wasserstoff betriebenes Auto interessieren. Dabei gab es durchaus regionale Unterschiede: So wollten in Südkorea nur noch 32 Prozent bei Benziner oder Diesel bleiben, in Deutschland 54 Prozent, also mehr als die Hälfte, und in den USA immerhin noch 66 Prozent. (Elektromobilität in Kritik: Ökobilanz etwa schlechter als gedacht?)

Parkplatz-Markierung für Elektroauto. (Symbolbild)
Wollen wirklich alle hierher? Parkplatz für Elektroauto. (Symbolbild) © Michael Gstettenbauer/Imago

Elektroautos immer beliebter? Nur noch 54 Prozent für Verbrenner

Trotzdem scheint der Umschwung deutlich und ein schlagendes Argument gegen die Stromer-Skeptiker. Die ernüchternde Erklärung zeigt sich, wenn man sich die Zahlen genauer anschaut. Denn unter der dicken Pro-Elektro-Säule mit 41 Prozent haben die Amerikaner unbekümmert alles gesammelt, was irgendwo einen Akku hat: Reine Elektroautos, genannt BEV (Battery Electric Vehicle), ebenso wie Plug-in-Hybride – und alle anderen Hybrid-Arten. Also auch solche mit Mini-Elektromotor, die gar nicht rein elektrisch fahren können. Zu der Riesengruppe zählen beispielsweise alle aktuellen Audi A6 und A8, weil sie mindestens über ein Mild-Hybrid-Modul zur Unterstützung ihres Verbrennungsmotors verfügen. (E-Autos im Stresstest: Das passiert, wenn 58 Elektroautos in einer Garage laden)

Elektroautos immer beliebter? Bekannter Trick schönt Statistik

Wie viele der befragten Autofahrer wirklich künftig nur noch emissionsfrei unterwegs sein wollen, verrät die Umfrage also nicht im Geringsten. Eine ähnliche Nebelkerze warf neulich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, als er wahlkämpferisch die Zahl von „einer Million Elektroautos in Deutschland“ verkündete. Nur bei knapp der Hälfte davon handelt es sich aber um das, was man allgemein unter E-Mobilen versteht: nämlich rein elektrisch, also nur mit Akku oder Brennstoffzelle, angetriebene Autos à la Tesla. Die meisten Fahrzeuge mit dem schicken und subventionierten E-Kennzeichen sind nach wie vor Plug-in-Hybride, die hauptsächlich mit Sprit bewegt werden.

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