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Preise für E-Autos geschönt: Mit diesem Trick schummeln Händler – jetzt gibt’s Ärger

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Von: Marcus Efler

Elektroautos boomen vor allem dank der staatlichen Prämie. Einige Händler nutzen diese jedoch für falsche Preisangaben – wofür jetzt Ärger von der Wettbewerbszentrale droht.

Frankfurt/Main – Ein gut ausgestatteter elektrischer VW e-up! United für 17.035 Euro: Zu schön, um wahr zu sein? Ist es tatsächlich. Denn im Preis, der in der Online-Anzeige des Autohändlers da so prächtig glänzt und im Ranking bei der Preissuche aufrücken lässt, ist die staatliche Umweltprämie für den Elektroantrieb bereits eingerechnet. Doch das erfährt der potenzielle Kunde erst, wenn er das Kleingedruckte liest oder das Angebot bereits angeklickt hat. (Preise für E-Autos sinken – aber wahrscheinlich nicht in jeder Fahrzeugklasse)

Preise für Elektroautos geschönt: Mit diesem Trick mogeln Händler

Die Unsitte, beim Verkaufspreis die sogenannte „Innovationsprämie“ schon abzuziehen, greift so sehr um sich, dass sich jetzt die Wettbewerbszentrale eingeschaltet hat. Sie habe „vermehrt Beschwerden dazu erhalten“, schreibt sie auf ihrer Homepage – und führt mehrere Beispiele an: Neben dem angeblichen Schnäppchen-VW (der allerdings derzeit ohnehin nicht mehr bestellt werden kann) noch ein Peugeot e-208 GT für 27.490 Euro und ein Kia e-Niro Spirit Navi Leder für 36.480 Euro. (Dacia Spring: Billig-E-Auto vielleicht sogar zu teuer – steckt ein Trick dahinter?)

Ladekabel steckt in Elektroauto. (Symbolbild)
Prämien helfen beim Kauf von E-Autos. (Symbolbild) © Martin Bäuml/Imago

Preise für Elektroautos geschönt: Prämie darf nicht abgezogen werden

Alle diese Modelle sind aber eigentlich 6.000 Euro teurer, was genau der staatlichen Förderung entspricht. Diese dürfen Hersteller oder Händler in ihren Preisangaben aber gar nicht abziehen, erklären die Wettbewerbshüter im schönen Amtsdeutsch, da sie „nicht zur Disposition des Fahrzeughändlers“ stehe. Tatsächlich muss der Käufer diesen Anteil auch erst mal mitbezahlen, und kann ihn sich erst später vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) auszahlen lassen – was dann allerdings einige Wochen dauert und auch Sache des Käufers ist. (Mini Cooper SE im Test: Sein neues Dach ist ein echtes Highlight)

Preise für Elektroautos geschönt: Verwirrung bei Preisangaben

Etwas anders sieht das mit dem Anteil aus, den der Auto-Anbieter beisteuern muss: Das sind 3.000 Euro auf den Nettopreis, wodurch sich der Verkaufspreis inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer um weitere 3.570 Euro verringert. Diesen Eigen-Anteil dürfen die Anbieter natürlich mit weiteren Rabatten ergänzen – was auch manche, vor allem Importeure, als zusätzliche Elektro-Verkaufsförderung machen. Selbst auf den offiziellen Homepages der Hersteller wird das aber oft zu einer etwas unübersichtlichen Preisangabe verrührt. (Kostenlos E-Auto fahren: Diese Gesetzeslücke lässt das zu)

Preise für Elektroautos geschönt: Das droht den Autohändlern

Die zu niedrigen Preisangaben der Hersteller sollten indes bald der Vergangenheit angehören: Die „Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs Frankfurt am Main e. V.“, wie die Wettbewerbshüter offiziell heißen, hat mit den Händlern Kontakt aufgenommen. Einige zeigten sich einsichtig, gegen andere habe die Wettbewerbszentrale Klage eingereicht.

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