1. 24auto
  2. Service
  3. E-Mobilität

E-Auto mit Strom laden: Der Staat kassiert mit – und zwar nicht gerade wenig

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marcus Efler

Meist fahren Elektroautos günstiger und nachhaltiger als Verbrenner. Ein Preistreiber beim Strom ist jedoch der Staat – so viel Steuern und Abgaben kostet die Akkufüllung.

Heidelberg – Autofahrer kennen das seit Jahren: Sprit ist teuer, 80 Euro für eine Tankfüllung der übliche Schnitt – und der Großteil des schönen Geldes fließt an Vater Staat. Als würde man nicht schon genug Steuern zahlen, sind 64 Prozent der Benzin-Rechnung an der Tankstellenkasse für öffentliche Kassen bestimmt. Konkret: von den 80 Euro über 50 Euro. Etwas geringer ist der Anteil bei Diesel, um dann bei Auto- oder Erdgas noch weiter zu sinken. Doch auch hier werden künftig höhere Sätze fällig. Doch was ist mit Strom? (Ladesäulen-Check: Dominanz regionaler Stromversorger schafft Preiswucher)

E-Auto mit Strom laden: Der Staat kassiert mit – und zwar nicht gerade wenig

Wer die Akkus seines Elektroautos in der heimischen Garage lädt oder mit einem Abo des Herstellers beziehungsweise Ladenetz-Anbieters zapft, fährt deutlich günstiger als mit einem Verbrenner-Modell. Noch – denn die Preise ziehen an, wie das Beispiel der Tesla Supercharger zeigt. Und auch hier langt der Staat kräftig zu, wie eine Studie des Vergleichsportals Verivox beweist. „Allein in diesem Jahr zahlen private Haushalte über 20 Milliarden Euro für Steuern, Abgaben und Umlagen auf Strom“, rechnen die Heidelberger aus, „das entspricht einer Abgabenquote von 53 Prozent. Damit ist der Staatsanteil seit 2006 um 13 Prozentpunkte angestiegen.“ (E-Autos: Teure Wartung – darum machen Stromer in der Werkstatt Ärger)

Ladekabel an Ladesäule für Elektroautos (Symbolbild)
Der Staat kassiert kräftig mit: Ladesäule für Elektroautos (Symbolbild) © Heike Lyding/Imago

E-Auto mit Strom laden: Über die Hälfte für Steuern und Gebühren

Das gilt natürlich für alle Stromverbraucher, das Elektroauto ist da nur einer von vielen. Insgesamt werden deutsche Stromkunden in diesem Jahr 20,5 Milliarden Euro an den Staat zahlen. Das sind über die Hälfte der Komplettkosten. 2006 lag der Anteil der Steuern und Abgaben noch bei 40 Prozent, 2011 waren es schon 46 Prozent und seit 2014 liegt er bereits über der 50-Prozent-Marke. Ein großer Posten ist beispielsweise die Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf den Nettopreis, was einem Anteil von ca. 16 Prozent der Rechnungshöhe entspricht: Die fällt nämlich nicht nur auf die nackten Stromkosten an, sondern auch auf alle anderen Steuern und Abgaben. (Elektroauto-Dauertest: Ex-NASA-Mitarbeiter teilt Erfahrung – und hat Tipps)

E-Auto mit Strom laden: So viel kassiert der Staat für 400 Kilometer Reichweite

Zu denen zählt als zweiter besonders aktiver Preistreiber auch die Ökostrom-Umlage von 6,5 Cent pro Kilowattstunde. Ein kompaktes Elektroauto, das unter realen Alltagsbedingungen 22 kWh auf 100 Kilometer verbraucht, ist also mit 1,43 Euro für den Klimaschutz dabei. Für eine ganze Akkufüllung für 400 Kilometer wären es also schon ca. 5,70 Euro. Die Gesamtabgaben an den Staat betragen dann ungefähr 16,40 Euro.

Insgesamt kostet einmal Vollladen für diese Distanz (bei einem Preis von 35 Cent pro Kilowattstunde) knapp 31 Euro. Das ist natürlich immer noch klar weniger, als in einem Benziner oder auch Diesel fällig wäre. Doch Elektromobilisten sollten sich nicht für länger auf preisgünstige Pendelei oder Touren einstellen. Nicht nur, dass der Strom als solcher immer teurer wird, auch der Staat dürfte weiter an der Preisschraube drehen. Denn in dem Maße, wie Elektroautos die Verbrenner ersetzen, entgehen ihm Abgaben wie beispielsweise die Mineralölsteuer. Dass er früher oder später einen Weg findet, bei Elektroautos ähnlich abzukassieren, darf man daher durchaus annehmen.

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Auch interessant

Kommentare