Pannen-und Unfallhilfe

Die ADAC-Mitgliedschaft ist Ihnen zu teuer? Günstiger geht’s mit Kfz-Schutzbrief

  • Jasmin Pospiech
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Ob Pannenhilfe, Abschleppen oder Bergung im Notfall: Der ADAC bietet viele Services rund ums Auto an. Doch vielen ist eine Mitgliedschaft zu teuer und suchen Alternativen.

Der ADAC bietet viele Services an – es gibt aber günstigere Alternativen.
  • Es gibt bereits günstigere Alternativen zu den Leistungen des ADAC
  • Ein Schutzbrief der Kfz-Versicherung bietet teilweise sogar bessere Konditionen
  • Aber Schutzbriefe gelten immer nur für ein Fahrzeug

München – Der ADAC, auch „Gelber Engel“ genannt, ist vor allem für seine Dienstleistungen rund ums Auto, wie die Pannen- oder Unfallhilfe bekannt. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club mit Sitz in München hat mehr als 21 Millionen Mitglieder, Tendenz steigend. 

Autoclubs und Kfz-Schutzbriefe günstiger als ADAC-Mitgliedschaft

Dennoch scheuen sich manche Autobesitzer vor einer Mitgliedschaft und fragen sich, ob es nicht günstigere Alternativen gibt. Die gibt es – und zwar von anderen Automobilclubs, bei Ihrer Kfz-Versicherung oder auch beim Autohersteller. Ist Ihr Wagen neu, haben Sie meist noch eine Garantie vom Hersteller, dass er Ihnen hilft, wenn Sie zum Beispiel mit dem Fahrzeug liegen bleiben.

Erlischt allerdings die Garantie, empfehlen Autoexperten, sich entweder zwischen einem Schutzbrief bei Ihrer Kfz-Versicherung und einem Autoclub entscheiden. Letztere sind zwar meist teurer, bieten dafür aber auch mehr Leistungen an.

Alternative und meist günstigere Autoclubs sind: 

  • AvD (Automobilclub von Deutschland)
  • ACE (Autoclub Europe)
  • Mobil in Deutschland e.V.
  • KS/Auxilia (Kraftfahrer-Schutz)
  • ACV (Automobil-Club Verkehr)
  • BAVC (Bruderhilfe Automobil- und Verkehrssicherheitsclub)
  • KWA (Königlich Württembergische Automobilclub)
  • ADMV (Allgemeine Deutsche Motorsport Verband)
  • NAVC (Neue Automobil- und Verkehrs-Club)
  • ARCD (Auto- und Reiseclub Deutschland e.V.)
  • VCD (Verkehrsclub Deutschland)

Stiftung Warentest: Automobilclubs im Vergleich – ACE hält mit ADAC mit

Die Stiftung Warentest testet regelmäßig die Leistungen der verschiedenen Automobilclubs. Aufgrund der teils sehr abweichenden Leistungsschwerpunkte ist ein Vergleich nur bedingt möglich. Allerdings lässt sich grundsätzlich feststellen, dass sich der ADAC (geführt von August Markl (72)), AvD und ACE beim Leistungsvergleich nicht viel nehmen.

Zum Teil sind die kleineren Clubs sogar servicetechnisch besser aufgestellt und dabei bis zu 20 Euro günstiger. So zahlt der ACE nicht nur Beihilfen bei Wildschäden, sondern auch bei Glasbruch oder Marderbiss. Eine ACE-Mitgliedschaft kostet inklusive Familienschutz fürs In- und Ausland circa 62,80 Euro. Zum Vergleich: Beim ADAC zahlt man für die Plus-Mitgliedschaft für Partner und Familie 109 Euro Jahresbeitrag.

Kfz-Schutzbriefe: wann Sie sinnvoll sind und was Sie bringen

Noch günstiger sind dagegen Kfz-Schutzbriefe. Zuerst sollten Sie allerdings überprüfen, ob Ihre Autoversicherung bereits einen Schutzbrief umfasst. Bei manchen Anbietern ist er ohne Aufpreis enthalten. Ansonsten können Sie ihn teilweise für weniger als 20 Euro im Jahr dazukaufen.

Ein Schutzbrief eines Kfz-Versicherers reicht meist dann aus, wenn es Ihnen vor allem auf Pannen- und Unfallhilfe ankommt. Zudem gewährleistet er auch oft Hilfe beim Abschleppen und Bergen von Fahrzeugen, gegebenenfalls werden auch Übernachtungskosten übernommen oder ein Mietwagen gestellt, wenn man sonst nicht weiterkommt.

Wollen Sie allerdings alle Vorteile eines Autoclubs genießen, ist ein Club-Schutzbrief die bessere Wahl. Aber dafür müssen Sie je nach Anbieter zwischen 24 und 85 Euro pro Jahr hinblättern.

Kfz-Schutzbriefe: Vor- und Nachteile zur ADAC-Plus-Mitgliedschaft

Das Interessante daran: Je nach Versicherer können die Schutzbriefe sogar mit den erweiterten Leistungen einer ADAC-Plus-Mitgliedschaft mithalten. Das heißt, Krankenrücktransporte, Ersatzteilversand ins Ausland oder die Fahrzeugabholung sind ebenso inbegriffen.

Einen Nachteil hat der Kfz-Schutzbrief allerdings im Vergleich zu Automobilclubs: Er ist nur fahrzeuggebunden. Beim ADAC gilt das zum Beispiel nicht. Bei einer Familienmitgliedschaft sind Partner sowie Kinder in ihren jeweiligen Autos mit abgesichert.

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa

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