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Tank-Tourismus boomt: So billig ist der Sprit in unseren Nachbarländern

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Von: Marcus Efler

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In Deutschland ist der Kraftstoff teurer denn je. Autofahrer in Grenzregionen nutzen das heftige Preisgefälle, um richtig Geld zu sparen.

Dresden – Deutschland, teures Land – zumindest, was die Kraftstoffpreise betrifft. Staatliche Abgaben und die steigende Nachfrage nach Rohöl haben den Preis für Diesel auf ein Rekordhoch getrieben und auch Benzin ist nur noch wenige Cent davon entfernt.

Dabei gibt es durchaus deutliche regionale Unterschiede. So bekommt man in Deutschland Super E10 vielerorts noch unter 1,70 Euro, während die günstigste Benzinsorte etwa in Dresden teilweise schon auf 1,779 Euro geklettert ist. Doch die Sachsen haben auch einen Heimvorteil: die Nähe zu Osteuropa. (Spritpreise steigen immer weiter: Tankstellen knacken Zwei-Euro-Marke)

Tank-Tourismus boomt: So billig ist der Sprit in unseren Nachbarländern

So gehören Shopping-Touren nach Tschechien für einige Ostdeutsche zum Freizeit-Repertoire, denn viele Waren des täglichen Lebens sind dort preisgünstiger zu bekommen als hierzulande. Das gilt mittlerweile auch für Sprit. Die Differenz der Literpreise ist beträchtlich: So kostet der Liter Super in Chlumec, wenige Kilometer hinter der Grenze, nur etwa 34 tschechische Kronen, also 1,34 Euro – etwa 30 bis 40 Cent weniger als in Deutschland. Bei einer Tankfüllung lassen sich da gut 20 Euro sparen. Wird ein Kanister mitbefüllt, natürlich noch mehr. (Benzin-Chaos in Großbritannien: Darum müssen jetzt Soldaten ran)

Tank-Tourismus boomt: Andrang an den Zapfsäulen ist groß

Da lohnt sich dann für viele Deutsche die Fahrt über die Grenze – zumal man noch billig Zigaretten mitnehmen und preiswert essen gehen kann (ein Bier kostet umgerechnet etwa 1,80 Euro). Der Andrang an den Zapfsäulen ist dementsprechend groß, vor allem am Wochenende bilden sich lange Schlangen. Deutlich über eine halbe Stunde Wartezeit gilt als normal. (Spritpanik: Hummer-Fahrer bunkert Benzin – Geländewagen brennt aus)

Preistafel an einer Tankstelle an der deutsch-tschechischen Grenze (Symbolbild)
Tanken in Tschechien: Die Preistafel lässt deutsche Autofahrer-Herzen höherschlagen. (Symbolbild) © Sebastian Kahnert/dpa

Tank-Tourismus boomt: Bei Super kräftig gespart, bei Diesel ein bisschen

Ein ähnliches Bild bietet sich in den Grenzregionen Polens, die für die Bewohner des nördlichen Teils von Ostdeutschland ein attraktives Ausflugsziel sind. Nicht mal sechs Złoty, etwa 1,31 Euro, kostet der Liter Super bleifrei (E10 gibt es dort nicht). Diesel ist in Osteuropa allerdings kaum günstiger als Super oder sogar etwas teurer – wegen des niedrigeren Steueranteils in Deutschland fällt die Ersparnis für Tank-Touristen also geringer aus. (Tankstelle: Neues Poster soll Autofahrer zum Elektromobil bekehren)

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Tank-Tourismus boomt: Auch in Österreich ist es billiger

Übrigens profitieren auch Deutsche aus anderen Regionen vom europäischen Preisgefälle, vor allem Bayern und Reisende, die auf dem Weg in den Süden Österreich durchqueren. Mit etwa 1,40 Euro pro Liter ist der Preis für Super dort zwar nicht ganz so preiswert wie im Osten und lohnt nicht unbedingt einen extra Ausflug – aber wer sowieso durchfährt, schlägt natürlich zu.

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