Sparen beim Fahren

Spritverbrauch: Durchschnitt, Verbrauchsrechner, die sparsamsten Autos – Kraftstoffe im Vergleich

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Die Berechnung des Spritverbrauchs ist nicht immer eindeutig. Nicht nur der Motor und das Fahrzeugmodell tragen dazu bei, auch die Fahrweise ist entscheidend.

  • Der Spritverbrauch lässt sich per Verbrauchsrechner oder manuell ermitteln
  • Um den Spritverbrauch zu senken, gibt es unterschiedliche Methoden
  • Bei der Wahl des Treibstoffs spielen nicht nur die Kosten eine Rolle

Um sich mit Spritverbrauch zu befassen, muss man nicht Panzer fahren, ein Containerschiff lenken, einen Formel 1-Rennwagen über die Piste jagen oder ein Flugzeug fliegen. Auch im normalen Straßenverkehr ist das Thema von grundsätzlicher Bedeutung, wenn es um Kostenreduzierung und Umweltschutz geht – vom Kleinwagen über SUV bis hin zum Wohnmobil oder LKW.

Im Grunde ist das eigenhändige Ausrechnen des aktuellen Spritverbrauchs gar nicht erforderlich. Im Internet sind eine Unmenge von Apps und Programme zu finden, die genau das tun – sowohl für den Desktop-Computer als auch für Mobilgeräte. Das Suchwort Verbrauchsrechner führt in jedem Fall zu einer langen Liste geeigneter Anwendungen.

Ob per App oder manuell – das Berechnen des eigenen Spritverbrauchs ist in jedem Fall anzuraten, wenn es um die Reduzierung der Verbrauchskosten geht. Nur auf diese Weise lässt sich feststellen, ob man mit seinem Fahrzeug im Bereich vertretbarer Werte liegt, oder ob Optimierungen erforderlich sind – wenn es sein muss bis hin zum Fahrzeugwechsel.

Es ist nicht immer einfach, die Übersicht über alle Unterhaltskosten für das eigene Auto zu behalten.

Das Problem: Die Werksangaben der Hersteller zum Spritverbrauch entsprechen so gut wie nie den tatsächlichen Gegebenheiten. Sie stellen unter Optimalbedingungen ermittelte Werte dar, die so gut wie nie den tatsächlichen Verhältnissen auf der Straße entsprechen. Da hilft nur die eigene Recherche weiter, die neben den Verkehrsverhältnissen auch die persönliche Fahrweise berücksichtigt. So sind lange Betriebsphasen im Leerlauf anders zu bewerten als beispielsweise die Fahrt in einem Auto mit Start-Stopp-Automatik – eine Technik, die der ADAC detailliert erklärt.

So lässt sich der Spritverbrauch manuell errechnen

Wichtigster Grundsatz beim Ausrechnen des eigenen Spritverbrauchs: Die gemessene Strecke sollte nicht zu kurz sein. So lässt sich beim Verbrauchswert ein repräsentativer Durchschnitt ermitteln, der den tatsächlichen Verhältnissen nahe kommt. Sinnvoll ist beispielsweise, die gefahrene Strecke zwischen zwei Tankfüllungen zu verwenden. Die Messung beginnt mit der Rückstellung des Tageskilometerzählers nach dem Tanken und endet mit dem Ablesen der Gesamtstrecke beim nächsten Tankvorgang.

Der echte Spritverbrauch wird nach dieser Formel ermittelt:

Getankte Liter dividiert durch gefahrene Strecke mal 100 = Verbrauch pro 100 Kilometer

Ein Beispiel: Der Tageskilometerzähler zeigt beim zweiten Tankstopp 497 Kilometer. Die Zapfsäule weist 49,2 getankte Liter aus. Daraus ergibt sich:

49,2 : 497 x 100 = 9,9 Liter / 100 Kilometer

So lässt sich der Spritverbrauch pro Kilometer errechnen

Aufbauend auf dem ermittelten Spritverbrauch lassen sich die Kosten für Benzin oder Diesel pro gefahrenem Kilometer berechnen. Dazu ist über den Verbrauchswert hinaus auch der Spritpreis erforderlich, zu dem das Auto betankt wurde. Die Rechnung sieht so aus:

Verbrauchswert mal Spritpreis geteilt durch 100 = Kosten pro Kilometer

Auch hier wieder ein Beispiel:

9,9 Liter/100 Kilometer x 1,44 Euro : 100 = 0,14 Euro/Kilometer

Was tun, wenn der Spritverbrauch zu hoch ist?

Wenn der Spritverbrauch über längerfristig außergewöhnlich ansteigt, sollte man eventuell eine Werkstatt aufsuchen.

Besonders, wenn nach längerem Fahrbetrieb der Spritverbrauch plötzlich ansteigt, ist das ein deutliches Indiz dafür, dass etwas nicht stimmt. Das gilt insbesondere, wenn sich am persönlichen Fahrstil nichts geändert hat und keine weitere Person das Auto mitbenutzt. In diesem Fall kann ein technischer Defekt vorliegen, der allerdings wegen der zahlreichen möglichen Ursachen vielfach nicht leicht zu finden ist.

In diesem Fall lohnt der Besuch in der Werkstatt, um der Ursache für den erhöhten Spritverbrauch auf die Spur zu kommen. Die Gründe für den Verbrauchsanstieg können vielfältig sein:

  • Defekte Bremsen
  • Abgenutzte Lager
  • Fehler in der Motorsteuerung
  • Abgenutzte Zündkerzen
  • Blockierte Einspritzdüsen
  • Verstopfte Luftfilter
  • Defekte Zusatzaggregate (Heizung, Klimaanlage, etc.)

Mit diesen Kniffen lässt sich der Spritverbrauch senken

Beim Spritverbrauch spielen viele Faktoren eine Rolle.

Neben dem Gang zur Werkstatt, um den Spritverbrauch wieder in den Griff zu bekommen, sind auch eigene Maßnahmen sinnvoll, denn nicht immer ist ein technischer Defekt die Ursache für den hohen Verbrauch. In vielen Fällen gehen zu hohe Wert auf das eigene Verhalten hinter dem Steuer zurück. Viel ist erreicht, wenn man einige einfache Regeln für einen ökonomischen Fahrstil befolgt:

  • Vorausschauend fahren, Situationen frühzeitig erfassen und in den Fahrstil mit einbeziehen.
  • Bei Kurzstopps Motor abstellen (lohnend ab zwanzig Sekunden).
  • Auf Autobahnen moderate Geschwindigkeiten einhalten. Höchstgeschwindigkeit kostet viel Sprit.
  • Frühzeitig in den höheren Gang schalten.
  • Motorbremse nutzen (mit eingelegtem Gang vom Gas gehen).

Neben dem Fahrstil gibt es noch weitere Aspekte, die sich direkt auf den Spritverbrauch auswirken:

  • Der Reifendruck kann einen negativen Einfluss auf den Spritverbrauch haben – besonders, wenn er zu niedrig ist. Daher gehört das regelmäßige Prüfen des Drucks zu den Grundlagen der Verbrauchsoptimierung. Der richtige Reifendruck ist in der Bedienungsanleitung, im Tankdeckel oder an der B-Säule angegeben.
  • Sekundärverbraucher haben auch Energiebedarf. Ob Heizung, Sitzheizung oder Klimaanlage – Komponenten dieser Art erhöhen zwar den Fahrkomfort, gleichzeitig aber auch den Spritverbrauch. Besonders durstig ist die Klimaanlage: Sie alleine kann bereits mit mehreren Litern pro 100 Kilometer zu Buche schlagen.
  • Dachaufbauten erhöhen den Luftwiderstand und können so den Spritverbrauch um bis zu 25 Prozent ansteigen lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Dachgepäckträger voll oder leer ist. Er sollte also nur zum Einsatz kommen, wenn er wirklich gebraucht wird.
  • Reibungseffekte innerhalb des Motors wirken sich spürbar auf den Spritverbrauch aus. Neben dem rechtzeitigen Ölwechsel lässt sich hier noch einiges mehr durch den Einsatz von Leichtlaufölen tun. Allerdings stehen hier der Kosteneinsparung durch geringeren Treibstoffverbrauch die Mehrkosten für das Spezialöl gegenüber. Da sich damit allerdings auch meist die Lebensdauer des Fahrzeugs erhöht, lohnt sich die Mehrausgabe in den meisten Fällen.

Das sind die Autos mit dem geringsten Spritverbrauch

Die beste Sparmaßnahme beim Spritverbrauch ist die Anschaffung eines sparsamen Autos. Damit lassen sich nicht nur die Kosten senken – ein sparsames Fahrzeug bedeutet auch einen nachhaltigen und dauerhaften Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes und für den Schutz der Umwelt.

In seiner Rangliste vom Februar 2020 hat der ADAC die sparsamsten Autos mit dem geringsten CO2-Ausstoß bei den Benzin-Modellen aller Klassen ermittelt. Das sind die ersten fünf Ränge:

Platzierung / ModellVerbrauch
Platz 1: Opel Corsa 1.2 5,3 Liter Super
Platz 2: Mazda 2 SKYACTIV-G 75 M Hybrid Prime-Line 5,3 Liter Super
Platz 3: VW up! GTI5,3 Liter Super
Platz 4: Peugeot 208 1.2 PureTech 100 Allure5,3 Liter Super
Platz 5: Hyundai i10 1.0 Pure5,4 Liter Super

Die Aufstellung berücksichtigt keine Dieselfahrzeuge und keine Plug-In-Hybride.

Welcher Kraftstoff für welchen Spritverbrauch?

Eine allgemeine Regel, welcher Kraftstoff für niedrigen Spritverbrauch verantwortlich ist, gibt es nicht. Maßgeblich ist in diesem Zusammenhang auch die Motortechnik und wie sie den verwendeten Treibstoff einsetzt. Dazu kommen die unterschiedliche Preise der einzelnen Kraftstoffsorten und umwelttechnische Aspekte, die bei der Wahl des geeigneten Kraftstoffs – und damit des Fahrzeugs, das ihn verwendet – eine Rolle spielen. Hier eine Aufstellung der wichtigsten Sorten:

  • Benzin Super und Super 95: Der Sortenbegriff Super beinhaltet Treibstoffe mit unterschiedlichen Oktanzahlen. Super 95 beschreibt einen Treibstoff mit einem verminderten Oktangehalt von 91 Prozent.
  • Benzin E10: Der Zusatz E10 weist auf den Zusatz von Ethanol mit einem Anteil von maximal zehn Prozent hin. E10 ist die Fortentwicklung des Sorte E5.
  • Diesel: Dieser für Fahrzeuge mit Kompressionszündung vorgesehene Treibstoff ist seit geraumer Zeit auch mit einem Anteil von sieben Prozent Bio-Diesel versehen (B7). Laut ADAC kann es bei der Verwendung von B7 vereinzelt zur Verdünnung des Motoröls und zu Einschränkungen bei der Oxidationsstabilität kommen.
  • Premiumkraftstoffe: Sie zeichnen sich gegenüber Super-Benzin durch eine erhöhte Oktanzahl aus (100 statt 98) und erzielen laut Herstellerangaben höhere Leistungswerte. Da herkömmliche Motoren auf die Verwendung von Kraftstoffen bis 98 Oktan ausgelegt sind, ist nicht endgültig geklärt, ob die Autos die erhöhten Oktanwerte tatsächlich nutzen können.

Neben den klassischen Treibstoffsorten haben in letzter Zeit weitere Sorten an Bedeutung gewonnen, was allerdings weniger auf den Spritverbrauch als auf ökologische Gesichtspunkte zurückgeht. Das sind insbesondere:

  • Biogas
  • Autogas
  • Bioethanol
  • Pflanzenöl
  • Wasserstoff

Abhängig davon, ob beim Spritverbrauch die Kostenfrage oder der Umweltschutz im Vordergrund steht, können alternative Treibstoffe eine wichtige Energiequelle für die Zukunft darstellen.

Emil Horowitz

Rubriklistenbild: © dpa/Bildfunk

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