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Krach um Apple CarPlay: Mercedes verweigert tiefergehende Integration

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Apples CarPlay soll künftig auf allen Bildschirmen im Auto laufen. Doch Mercedes-Benz mag offenbar nicht so mitspielen, wie der iPhone-Hersteller sich das vorstellt.

Update vom 13. Juni 2022, 11:20 Uhr: Da war Apple wohl etwas voreilig nach vorne geprescht. Denn nicht alle Autohersteller sind wirklich begeistert von dem Plan, dem System CarPlay des iPhone-Konzerns eine weitgehende Kontrolle über Konnektivität und die Nutzeroberfläche im Auto zu überlassen. So zieht Mercedes-Benz nun öffentlich die Reißleine: Dass Apple sie (neben Audi, Porsche und anderen) als Kooperationspartner bei dem Vorhaben auflistet, sei nicht abgestimmt gewesen, berichtet das „Handelsblatt“.

Krach um Apple CarPlay: Mercedes verweigert tiefergehende Integration

Es würde keine Vereinbarung existieren, sondern lediglich Optionen abgeklärt. „Nur zu unseren Bedingungen“ sei Mercedes zu einer weitergehenden Partnerschaft als bislang bereit. Eine Komplettübernahme des Infotainments-Systems durch Apple oder auch Android Automotive, wie etwa bei Volvo, ist dabei offenbar kein Thema: „Das lehnen wir ab“, zitiert das „Handelsblatt“ Mercedes-Softwarechef Magnus Östberg.

Erstmeldung vom 9. Juni 2022, 9:32 Uhr: Cupertino – Apple übernimmt das Pkw-Cockpit: Die nun angekündigte neue Generation der Konnektivitäts-Software CarPlay erhält zahlreiche neue Funktionen und soll erstmals auf allen Bildschirmen im Fahrzeug laufen – inklusive des Zentralinstruments hinterm Lenkrad. Zudem ist künftig direkt über die Software die Steuerung von Fahrzeugfunktionen wie Klimaanlage und Radio möglich. Erste Gerüchte, die auf die neuen Apple-CarPlay-Fähigkeiten hindeuteten, hatte es bereits im vergangenen Jahr gegeben. Verfügbar sein soll die neue Generation der App ab Ende 2023 in speziell ausgerüsteten Fahrzeugen. Als Kooperationspartner nennt der IT-Konzern unter anderem Audi, Mercedes, Porsche, Ford und Renault.

Apples Car Play soll künftig auf allen Bildschirmen im Auto laufen. Und deutlich mehr Zugriff auf Fahrzeugdaten bekommen.
Ab dem Jahr 2023 bekommt Apple CarPlay bei einigen Herstellern deutlich mehr Zugriff auf Fahrzeugdaten – und alle Displays. © Apple

Machtübernahme im Cockpit: Apple CarPlay greift bald auf Fahrzeugdaten zu

Mit dem neuen Funktionsumfang verdrängt die Apple-Software die herstellereigenen Systeme erstmals komplett aus dem sichtbaren Bereich im Fahrzeug. Bislang spielte sich CarPlay vor allem auf dem Mitteldisplay ab, diente quasi als Erweiterung der Smartphone-Funktionalität ins Auto hinein. Da die Software nun auch Fahrzeugdaten wie Geschwindigkeit, Motortemperatur und Drehzahl ausliest, kann der Nutzer auch im Auto auf Wunsch komplett in der Apple-Welt bleiben – mit den gewohnten Grafiken, Designs und Bedienlogiken.

Apple CarPlay bekommt mehr Macht – für die Autohersteller ist dies nicht ganz ohne Risiko

Für die Fahrzeughersteller ist das nicht ganz risikolos, dient ihnen ihre eigene Software doch auch als Differenzierungsmerkmal gegenüber anderen Automarken. Gleichzeitig ist die Kunden-Nachfrage nach einer CarPlay-Vorrüstung jedoch offenbar so groß, dass sie sich der Zulassung der Technik nicht verschließen wollen. Der Stellantis-Konzern – zu dem unter anderem auch die Marken Opel und Peugeot gehören – setzt dagegen auf Software aus dem Hause Amazon. Aktuell bedienen allerdings noch immer viele Menschen ihr Smartphone nicht über das Bordsystem – sondern nehmen es hinter dem Lenkrad in die Hand: Fast jeder Dritte nutzt das Smartphone am Steuer trotz Verbot

Apple reagiert mit der neuen Software-Generation auch auf die steigende Zahl und die wachsenden Dimensionen von Bildschirmen im Fahrzeug. Die App soll künftig in allen Modellen und in allen Bildschirm-Welten funktionieren. Wer sie nutzen will, benötigt ein Apple-Handy sowie ein Fahrzeug mit der passenden technischen Vorrüstung. Die Software selbst ist kostenlos. (Mit Material von SP-X)

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