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Waymo startet Robotaxis in San Francisco – traut aber eigener Technik nicht

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Von: Marcus Efler

Nach zwölfjähriger Testphase setzt Google seine Waymo-Robotaxis jetzt öffentlich in San Francisco ein. Wirklich autonom sind sie aber nicht unterwegs.

San Francisco (Kalifornien) – Menschen am Steuer sind anfällig für Fehler, werden müde – und kosten vor allem Geld, wenn es sich bei dem Auto um ein Taxi oder eine ähnliche Personenbeförderung handelt. Damit milliardenschwere Unternehmen wie Uber noch mehr sparen können, forschen Tech-Giganten ebenso an autonomen Robotaxis wie traditionelle Autohersteller, Start-ups und klassische Zulieferer. So hatte Daimler mit Bosch das Projekt „Athena“ aufgelegt – aber gerade wieder eingestellt. Noch immer optimistisch ist Volkswagen bei seiner Robotaxi-Partnerschaft mit dem US-Softwareunternehmen Argo AI. (Autopilot-Wettrennen: Tesla gegen Waymo-Taxi – wer von beiden liegt vorne?)

Waymo startet Robotaxis in San Francisco – traut aber eigener Technik nicht

Doch das Tempo gibt derzeit ein echter Big Player vor: Alphabet, Muttergesellschaft von Google. Waymo, die Tochterfirma für autonomes Fahren, testet in der kalifornischen Metropole San Francisco schon seit zwölf Jahren autonom fahrende Taxis. In einem beschaulichen Vorort von Phoenix in Arizona stehen Robotaxis für einige Routen bereits Fahrgästen zu Verfügung, doch der Start in der quirligen Touristen- und Start-up-Metropole San Francisco gilt nun als erste echte Bewährungsprobe. (Tesla-Shuttle für Berufspendler: Schon bald niemand mehr hinterm Steuer?)

Autonomer Chrysler Pacifica von Waymo
Selbstfahrend: ein Chrysler Pacifica von Waymo © Waymo

Waymo startet Robotaxis in San Francisco – aber ohne Fahrer geht’s noch nicht

Jeder interessierte Fahrgast kann sich nun über die Waymo-App als „Trusted Tester“ registrieren lassen und eine Fahrt in einem der 67 elektrisch angetriebenen Jaguar I-Pace oder 11 Chrysler Pacifica beantragen, die Waymo mit seiner Autonomie-Technik ausgerüstet hat. Der Andrang dürfte allerdings gewaltig sein – nicht zuletzt auch deshalb, weil die Tour derzeit noch kostenlos ist. Jedenfalls für die Passagiere. Waymo dagegen bezahlt weiterhin echte Fahrer: Die sitzen nämlich vorerst weiterhin hinterm Lenkrad, um notfalls eingreifen zu können. So ganz traut man seiner autonomen Technik im täglichen Verkehrs-Chaos von San Francisco offenbar doch nicht. (Waymo Roboter-Taxi rammt Scooter-Fahrer – Schuldfrage liefert Überraschung)

Waymo startet Robotaxis in San Francisco – und lässt Passagiere schweigen

Allerdings macht die Konkurrenz bereits Druck – am selben Ort: Der US-Autobauer General Motors kündigte Ende 2020 an, Robotaxis seiner Tochter Cruise auf die Straßen von San Francisco zu lassen. Und zwar ausdrücklich ohne menschliches Sicherheits-Backup. Erfahrungen der Waymo-Konkurrenz kann der Autoriese allerdings nicht nutzen: Deren Passagiere müssen sich verpflichten, mit niemandem außer Waymo selbst über ihren Trip zu sprechen.

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