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Waymo Roboter-Taxi rammt Scooter-Fahrer – Schuldfrage liefert Überraschung

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Von: Christian Schulz

Bei einem Test des Roboter-Taxi-Services Waymo kommt es zu einem Zwischenfall: Ein Jaguar I-Pace der Google-Tochter rammt einen Scooter-Fahrer. Die Schuldfrage liefert eine Überraschung.

San Francisco (Kalifornien) – Im Testgebiet der Metropole Phoenix im US-Bundesstaat Arizona können sich interessierte Kunden bereits seit 2017 von selbstfahrenden Roboter-Taxis der Google-Tochter Waymo umherkutschieren lassen. Das funktioniert auf manchen Strecken erstaunlich gut – geht allerdings bei Weitem noch nicht immer ohne Fehler, heikle Fahrmanöver oder kuriose Szenen ab. So gelingt es jüngst einer Baustelle, ein Waymo-Auto so sehr zu verwirren, dass es mitten auf der Straße stehen bleibt und den gesamten Verkehr blockiert. Als menschliche Helfer des Service-Dienstes eintreffen, ergreift das Selbstfahr-Mobil die Flucht – mitsamt Fahrgast. Seit einiger Zeit testet Waymo das autonome Fahren auch im kalifornischen San Francisco. Dort kommt es zu einem gefährlichen Zusammenstoß.

Ein Jaguar I-Pace fährt als Waymo Roboter-Taxi durch eine Straße. (Symbolbild)
Seit einiger Zeit testet Waymo seine Roboter-Taxis auch in San Francisco – das führte jüngst zu einem Zusammenstoß. (Symbolbild) © Waymo

Waymo Roboter-Taxi rammt E-Rollerfahrer – Schuldfrage sorgt für Überraschung

Ein zufällig am Ort des Geschehens vorbeikommender Mitarbeiter des Tech-Magazins Wired berichtet bei Twitter von dem Vorfall: Auf seinem Foto ist ein Mann mit Hoodie und Mund-Nasen-Schutz zu sehen, der ganz offensichtlich verletzt mitten auf der Straße sitzt. Unmittelbar vor ihm steht ein weißer Jaguar I-Pace mit dem gut erkennbaren Technik-Aufbau des Roboter-Taxi-Services „Waymo One“. Unter der Front des Elektro-SUV ragt ein umgefahrener E-Roller hervor. Offenbar hat das selbstfahrende Auto den Rollerfahrer erwischt und äußerst unsanft zu Boden gebracht. (Autopilot-Wettrennen: Tesla gegen Waymo-Taxi – wer von beiden liegt vorne?)

Wie die zuständige lokale Polizei berichtet, wird der Mann glücklicherweise nur leicht verletzt – allerdings löst der unschöne Zwischenfall umgehend neue Diskussionen über Für und Wider des autonomen Fahrens aus. Ein höchst umstrittenes Thema – man denke da nur an mehrere schlimme Autopilot-Unfälle von Elon Musks Elektroauto-Hersteller Tesla. Kein Wunder, dass auch hier sofort hitzige Debatten entbrennen – und Passanten laut Tweet bereits über die Höhe der fälligen Entschädigung für den vom Waymo Roboter-Taxi Geschädigten spekulieren. (Tesla-Geständnis: Autonomes Fahren weit entfernt – doch Elon Musk verspricht „Full Self Driving“ für alle)

Ein selbstfahrendes Auto der Google-Schwesterfirma Waymo fährt über die Straße.
Google-Tochter Waymo arbeitet fleißig an der Technik des autonomen Fahrens – auf vorab kartografierten Routen. © Andrej Sokolow/dpa

Waymo Roboter-Taxi rammt E-Rollerfahrer – Autopilot trifft keine Schuld

Wie sich dann jedoch herausstellt, ist gar kein Computer für den Verkehrsunfall zwischen Mensch und autonomem Fahrzeug verantwortlich. Waymo bestätigt zwar, dass eines seiner Roboter-Taxis an einer Kollision mit einem motorisierten Roller ist, erklärt allerdings: „Der Autonomie-Fachmann hat den Selbstfahr-Modus des E-Autos kurz vorher deaktiviert und fuhr im manuellen Modus.“ Zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes zwischen dem Jaguar I-Pace und dem E-Rollerfahrer hat also ein Mensch die Kontrolle über das SUV – und nicht der „Waymo Driver“ genannte Autopilot. (Experten blamieren Tesla-Autopilot: Benutzt Elon Musk „Kunden als Entwicklungsingenieure“?)

Die bittere Ironie der Geschichte: Der Vorfall, bei dem der Rollerfahrer verletzt wird, ist also keine Warnung vor den Gefahren durch computergesteuerte Wagen der Zukunft – sondern das glatte Gegenteil. Der Crash in San Francisco erinnert vielmehr daran, dass meist Menschen und ihr Handeln die entscheidenden Fehlerquellen im Straßenverkehr sind. Eine Tatsache, die beispielsweise Tesla-Boss Elon Musk immer wieder herunterbetet – und als Hauptgrund dafür bezeichnet, wieso statt menschlichen Fahrern lieber hochentwickelte KI-Systemen das Steuer übernehmen sollten. (Autonomes Fahren: Drei Modi statt sechs Stufen – Level-Bezeichnungen werden einfacher)

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