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Wasserstoff-SUV von Pininfarina: Zusatz-Kapseln sollen Reichweite verlängern

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Ein afrikanisch-europäisches Start-up hat ein Wasserstoff-SUV namens NAMX entwickelt, das mit sechs austauschbaren Zusatz-Kapseln seine Reichweite verlängern kann.

Turin– Eine große Batterie im Untergeschoss oder eine Brennstoffzelle, in der aus Wasserstoff der zum Fahren nötige Strom erzeugt wird: So geht gemeinhin die Elektromobilität heute. „Das ist nur teilweise ein guter Plan“, sagt Faouzi Annajah mit Verweis auf die geringe Zahl an Wasserstoff-Tankstellen. Er ist Gründer des jungen, noch weithin unbekannten marokkanisch-französischen Unternehmens NAMX. Seine Antwort auf den weltweiten Elektrohype dreht sich im grellen Scheinwerferlicht in einer karg möblierten Halle im Hauptquartier der italienischen Traditionsfirma Pininfarina, die sich vor allem mit dem Design weltberühmter Auto-Ikonen einen Namen machte und jetzt Teil des Teams ist, das die Autowelt wieder einmal verändern will.

Ein afrikanisch-europäisches Start-up hat ein Wasserstoff-SUV namens NAMX entwickelt, das mit sechs austauschbaren Zusatz-Kapseln seine Reichweite verlängern kann.
Zusatz-Kapseln als Reichweiten-Verlängerung: Auf dieses Konzept setzt das Wasserstoff-SUV NAMX. © Pininfarina

Wasserstoff-SUV von Pininfarina: Zusatz-Kapseln sollen Reichweite verlängern

Ein dickes SUV, gut fünf Meter lang, dessen kuppelförmiges Dach oberhalb der recht schmalen Seitenfenster zum Heck hin sanft abfällt. Ein Auto im Stil der trendigen Crossover, wie diese Mischung aus grobschlächtigem SUV und smartem Coupé getauft wurde. Nichts Ungewöhnliches also, Autos dieser Art bieten viele Hersteller. Die meisten Neuerscheinungen der letzten Monate haben natürlich eine große Batterie unterm Blech, fahren also dem Zeitgeist entsprechend rein elektrisch. Ein Trend, dem sich Annajah und sein Team widersetzen wollen. Unter der schnörkellosen, aber klassischen Haube arbeitet eine leistungsstarke Brennstoffzelle die alles andere als klassisch ist. Ihr Futter ist reiner Wasserstoff, natürlich „grün“ erzeugt, zum Beispiel mit der Kraft der Sonne im Heimatland des Unternehmens, in Marokko oder anderen Anrainerstaaten des Mittelmeers.

Der Wunsch nach Wasserstoff-Fahrzeugen ist laut einer Umfrage zumindest in Deutschland groß. Fraglich ist allerdings, ob sich die Technologie wirklich durchsetzen kann – das renommierte Fraunhofer-Institut beispielsweise gibt der Brennstoffzelle jedenfalls keine Chance mehr. Andere Hersteller setzten auf den Wasserstoff-Verbrennungsmotor. So hat beispielsweise Yamaha einen Wasserstoff-V8 im Auftrag von Toyota entwickelt – das Unternehmen Punch Hydrocells hat einen Dieselmotor zum Wasserstoff-Aggregat umgebaut.

Wasserstoff-SUV NAMX: Spätestens Ende 2025 sollen zwei Versionen auf den Markt kommen

„HUV“ nennt Faouzi Annajah sein neues Modell, was für „Hydrogen Utility Vehiicle“ steht und das Abkürzungs-Alphabet um eine Variante erweitert. Zwei Versionen sollen spätestens im vierten Quartal 2025 auf den Markt kommen. Der Hecktriebler mit 220 kW/300 PS, einer abgeriegelten Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h, einem Spurt auf Tempo 100 in 6,5 Sekunden und einem Preis je nach Ausstattung ab 65.000 Euro. Noch besser kann es der 405 kW/550 PS starke NAMX mit zwei Motoren und Allradantrieb. 250 km/h, 4,5 Sekunden auf 100 km/h, der dann ab 95.000 Euro zu haben sein soll.

Ein afrikanisch-europäisches Start-up hat ein Wasserstoff-SUV namens NAMX entwickelt, das mit sechs austauschbaren Zusatz-Kapseln seine Reichweite verlängern kann.
Auf den Markt kommen soll der NAMX spätestens Ende 2025 – zu Preisen ab 65.000 Euro. © Pininfarina

Wasserstoff-SUV NAMX: Sechs Zusatz-Kapseln im Heck verlängern die Reichweite

Beide Varianten haben eine Technik an Bord, die dem NAMX zur Alltagstauglichkeit verhelfen sollen. Da das Netz von Wasserstoff-Tankstellen überall sehr dünn gestrickt ist (was sich zumindest in Deutschland ändern soll), kommt eine Art von Reichweiten-Verlängerung zum Einsatz. Wird eine Klappe oberhalb des hinteren Stoßfängers geöffnet, werden sechs Gebilde sichtbar, die an verchromte Endrohre heutiger Fahrzeuge erinnern, aber eine Art Griff darstellen. Damit kann eine längliche Kapsel aus dem Heck gezogen werden. Sie ist ein kleiner Wasserstofftank. Die Tanks stehen unter hohem Druck; die Energie der Kapseln reicht zusammen mit dem Haupttank, dessen Fassungsvermögen noch unbekannt ist, für die angekündigte Reichweite von 800 Kilometern.

Wasserstoff-SUV NAMX: Suche nach Partnern für das Kapsel-System

NAMX will ein Verteilungssystem aufbauen, an dem leere gegen prall gefüllte Kapseln eingetauscht werden können. Dazu werden Partner gesucht, zum Beispiel Werkstätten, Tankstellen oder auch Baumärkte. Der Austausch einer Kapsel ist in rund 30 Sekunden erledigt. Das System ähnelt also dem für die Gasflaschen, mit denen der Gartengrill am Laufen gehalten wird.

Ein afrikanisch-europäisches Start-up hat ein Wasserstoff-SUV namens NAMX entwickelt, das mit sechs austauschbaren Zusatz-Kapseln seine Reichweite verlängern kann.
Die Wasserstoff-Zusatzkapseln werden im Heck des NAMX untergebracht. © Pininfarina

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Wasserstoff-SUV NAMX: Noch sind viele Fragen offen

Noch gibt es viele offene Fragen, die in den nächsten drei Jahren gelöst werden müssen. So ist es noch unklar, von wem und wo das NAMX produziert werden soll, welcher große Autohersteller also bereit ist, die afrikanisch-europäische Idee auf die Straße zu bringen. Es soll aber derzeit noch unbekannte Interessenten für diesen Auftrag geben. Mitgründer Annajah räumt ein, dass viele Teile der HUV von bekannten Zulieferern kommen werden und auch noch nicht klar ist, wie das Innenleben gestaltet wird. „Wir tendieren mehr zu klassischen Armaturen und nicht auf die virtuelle Welt, die die Autos zu rollenden Tablets oder Computer-Arbeitsplätze macht“.

Wasserstoff-SUV NAMX: „X“ als zentrales Thema des Außen-Designs

Klar ist dagegen die Gestaltung der Außenhaut, die von NAMX und Pininfarina enthüllt wurde. Zentrales Thema ist der Buchstabe X, den die LED-Leuchten an Front und Bug nachzeichnen und der ein Erkennungsmarkmal werden soll. In gleicher Logik zeigt sich die Seitenpartie, dessen durch Karosserielinien entstehendes „X“ sich genau an der Trennlinie der Türen schneidet.
Seine Publikumspremiere feiert der Exot auf dem Pariser Autosalon. (Peter Maahn/SP-X)

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