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VW T1 Raupen-Fuchs: Bulli-Umbau erstrahlt im altem Glanz

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Von: Simon Mones

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Ein VW T1 mit Kettenantrieb, klingt komisch, gab es aber wirklich. Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer hat den Bulli-Umbau nun aufwendig restauriert.

Hannover – Seit 2021 setzt der Volkswagen T7 Mulitvan die erfolgreiche Geschichte des VW-Busses fort, die 1950 mit dem T1, liebevoll auch Bulli getauft, begonnen hatte. Bei den Elektroautos soll ID.Buzz, der optisch an den T1 erinnert, das Erbe des Bullis antreten. Doch bei Volkswagen würdigt man den T1 auch auf anderen Wegen und hat den Raupen-Fuchs wieder fit gemacht.

Dabei handelt es sich um ein ganz besonders Unikat, das wohl nur die wenigsten kennen werden. Entstanden war der Bulli-Umbau aus einem T1, der im Mai 1962 im Werk Hannover gebaut wurde. Es dauerte jedoch nicht lange, bis der VW-Mechaniker Kurt Ketzner den Bus in einen Alpin-Spezialisten verwandelte.

Ein VW T1 mit Kettenantrieb, klingt komisch, gab es aber wirklich. Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer hat den Bulli-Umbau nun aufwendig restauriert.
Der VW T1 Raupen-Fuchs wurde von Volkswagen aufwendig restauriert. © Porsche Holding Salzburg

VW T1 Raupen-Fuchs: Bulli-Umbau erstrahlt im altem Glanz

„Historische Quellen sagen, er sei ein begeisterter Skifahrer gewesen. Ihm fiel auf, dass es in den Bergen Österreichs einen Mangel an hochgradig geländegängigen Transportern gab. Solche, die für Jedermann leicht zu fahren waren und doch zur höchsten Alm locker emporsteigen konnten“, schreibt die Porsche Holding Salzburg in einer Pressemitteilung.

Daher verpasste der findige Volkswagen-Mechaniker dem Bulli eine gelenkte Doppelachse mit grobprofilierten 14-Zoll-Zwillingsreifen und hinten eine ebenfalls doppelte Achse mit Kettenantrieb. „Durch die doppelte Vorderachslenkung ergab sich ein Wendekreis von unter zehn Metern. Jedes Rad war mit einer Bremse ausgerüstet. Ein automatisches Sperrdifferenzial sorgte selbst im Hochschnee für gleichmäßig verteilten Vortrieb“, erklärt die Porsche Holding. Vier Jahre benötigte Ketzner für die Konstruktion des Raupen-Fuchs, von dem zwei Exemplare entstanden.

VW T1 Raupen-Fuchs: Verein will Bulli-Umbau restaurieren

Mit der Zeit wurde es jedoch still um den Raupen-Fuchs, der zuletzt 1985 in Wien auftauchte. Anfang der 1990er-Jahre wurde der umgebaute T1 dann vom Porsche-Museum Gmünd gekauft, eher er in den Besitz des Bullikartei e.V. – eine Gemeinschaft von Liebhabern der ersten Bulli-Generation – überging.

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Die Mitglieder des Vereins versuchten 2005 erstmals den Raupen-Fuchs zu restaurieren. Das Vorhaben konnte jedoch aus logistischen Gründen – die Mitglieder waren bundesweit verstreut – nicht abgeschlossen werden. Ende 2018 ging der Bulli-Umbau dann in die Sammlung von Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer über, mit dem Ziel dem Raupen-Fuchs zu altem Glanz zu verhelfen.

VW T1 Raupen-Fuchs: Bulli-Umbau wurde auch technisch überholt

„Die 60 Jahre alte Karosserie wurde, wie bei allen Werksrestaurierungen in Hannover, vom Lack befreit, instandgesetzt, KTL-beschichtet und im weitgehend originalen Orangeton neu lackiert. Mattes Orange deshalb, damit – so die Intention damals – der Raupen-Fuchs in der schneebedeckten Landschaft und unwegsamen Gelände sofort erkennbar war“, betont die Porsche Holding Salzburg.

Doch es blieb nicht bei der optischen Schönheitskur für den 60 Jahre alten T1, auch unterm Blechkleid legten die Mechaniker Hand an und versetzten die Technik in Neuzustand. Und auch der Innenraum wurde neugestaltet: „Dort konnte das Team seiner Kreativität freien Lauf lassen, da es keine belastbaren Vorgaben gab. Buchen- und Kiefernhölzer wurden individuell an den Raum im Raupen-Fuchs angepasst und praktische Werkzeughalterungen installiert.“ Im Frühjahr 2022 wurden die Arbeiten an dem Bulli abgeschlossen. Das Ergebnis wird am 28. Mai auf dem Jahrestreffen der Bullikartei e.V. am Meinhardsee bei Eschwege präsentiert.

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