Hingucker der 90er-Jahre

Sensationell: VW Polo Harlekin gibt Kult-Comeback – in unserem Nachbarland

  • Christian Schulz
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Das ist der Hammer: Volkswagen bringt den Mega-Blickfang der 90er-Jahre zurück. Zu seinem 25-jährigen Jubiläum feiert der kunterbunte VW Polo Harlekin ein unerwartetes Comeback.

Leusden (Niederlande) – Was für eine Überraschung: Der vermutlich bunteste Volkswagen, den es je gab, kehrt zurück. Zu seinem 25-jährigen Jubiläum erinnert VW an den rollenden Farbklecks – und produziert einen neuen VW Polo Harlekin (2021). Der vierfarbige Kleinwagen gehörte zu den Hinguckern der 1990er-Jahre. Sein plötzliches Comeback bei unseren Nachbarn in den Niederlanden hat einen ganz besonderen Hintergrund. (Autolack-Farben: Am Anfang dienten sie einem ganz speziellen Zweck)

Erinnern Sie sich noch? Der kunterbunte VW Polo Harlekin war der Blickfang der 1990er. Jetzt ist das Kultmobil zurück.

Sensationell: VW Polo Harlekin gibt Kult-Comeback – in unserem Nachbarland

Denn in Holland heißt der dritte Montag im Januar traditionell „Blue Monday“, weil er dort als der deprimierendste Tag des Jahres gilt. Wie in vielen Teilen Europas ist der Januar ohnehin ein überwiegend grauer, nasskalter Monat, der schon mal auf die Stimmung schlagen kann. In Zeiten von Lockdown und Corona-Pandemie erst recht. Die verdrießliche Stimmung dieses „blauen Montags“ wollte Volkswagen Niederlande aufhellen – und erinnerte sich an 25 Jahre VW Polo Harlekin, den Farb-Overkill schlechthin. Zweifellos ein Auto, dessen Anblick damals wie heute für gute Laune sorgt. (Schnee-Chaos: VW Golf zieht Linienbus den Berg hoch – Anwohner trauen ihren Augen nicht)

Begonnen hat die Geschichte des kuriosen Kultmobils schon im Jahr 1994 – damals stellte Volkswagen die dritte Generation des VW Polo vor. Der neu gestaltete Kleinwagen firmierte innerhalb des Konzerns als Typ 6N – und war damals ein großer Fortschritt: So war der VW Polo III der erste seiner Art mit wichtigen neuen Sicherheitssystemen, etwa ABS, Airbags und Gurtstraffer. Außerdem gab es den Polo 3 erstmals auch optional als Fünftürer. (Vierjähriger baut Autounfall und rammt Bus: Auch Vater ohne Führerschein – doch das ist längst nicht alles)

Wie schon zwischen 1995 und 1997 soll der Anblick des VW Polo Harlekin für gute Laune sorgen.

Was den damaligen VW Polo zudem einzigartig machte, war das von Volkswagen etablierte „Baukasten-System“. Mit dessen Hilfe konnten sich VW-Kunden gemäß ihrer persönlichen Präferenzen ihren eigenen Wunsch-Polo zusammenbasteln. Der VW-Baukasten basierte auf vier Merkmalen: Antrieb, Ausstattung, Optionen und Farbe. Um die Grundbausteine anschaulich darzustellen, entwickelte Volkswagen einen Farbcode: Dabei stand Blau für Motor und Fahrwerk, Gelb für die Ausstattung, Rot für die Optionen und Mintgrün für die Lackfarben. (VW-Chef Herbert Diess heftig unter Druck – wegen Tesla und Elon Musk: So will er das Steuer rumreißen)

Überraschung: VW Polo Harlekin gibt Kult-Comeback – Blickfang der 1990er-Jahre ist zurück

Dann kamen findige Werbestrategen der Wolfsburger Autobauer auf die Idee, mit diesen vier Farben einen VW Polo zu gestalten. Eigentlich war dieser nur als Werbeobjekt für die Händler gedacht: Er sollte ihnen helfen, die einfache Konfigurierbarkeit des Polo herauszustellen. (Volkswagen erweitert ID-Reihe stark: Das VW-Vorhaben lässt sogar Umweltschützer jubeln)

Ein Blick ins Innere des Kultautos. Einen Bordcomputer mit Bildschirm hatte der VW Polo Harlekin in den 1990ern noch nicht.

Der spätere VW Polo Harlekin war also nie für die Massenproduktion gedacht und sollte auch nicht in größerem Umfang verkauft werden. Den Ausschlag dafür gaben aber die nicht abreißenden Kundenwünsche. Immer mehr Menschen wollten einen derart farbenfrohen VW Polo – und hörten nicht auf, sich an Volkswagen zu wenden. Schließlich lieferte der Konzern das passende Angebot für die enorme Nachfrage nach dem kuriosen Kleinwagen – und begann im Jahr 1995 mit der Fertigung bunt zusammengewürfelter, vierfarbiger Polos. Der VW Polo Harlekin (1995) war geboren. (JP Kraemer (142 km/h innerorts) ist unverbesserlich: „Ich fahr hier alles Vollgas“)

Letztlich rollten bis ins Jahr 1997 mehr als 3.800 VW Polo Harlekin vom Band. Die Spaß-Fahrzeuge kosteten damals 22.795 D-Mark – inflationsbereinigt wären dies heutzutage etwa 17.000 Euro. Produziert wurde je ein blaues, ein gelbes, ein rotes und ein mintgrünes Auto – dann wurden die verschiedenen Teile neu kombiniert. Ebenfalls kurios: Die Kunden konnten zwar einen VW Polo Harlekin bestellen – nicht aber die exakte Farbkombi wählen. Auch hier war also Überraschung angesagt, wie das eigene Mobil wohl aussehen würde. (Kultauto kommt zurück: Renault zeigt R5 als Elektro-Version – Reaktionen sind überwältigend)

So sieht es vorne im neu aufgelegten VW Polo Harlekin von 2021 aus.

Überraschung: VW Polo Harlekin gibt Kult-Comeback – kommt auch 2021 eine Sonderedition?

Der VW Polo Harlekin wurde übrigens seinerzeit nie in das Lieferprogramm der niederländischen VW-Tochter aufgenommen. Nichtsdestotrotz landeten natürlich aufgrund der räumlichen Nähe zu Deutschland viele Harlekins auf Umwegen im Nachbarland – und erfreuten sich auch dort großer Popularität. Das greift VW Niederlande nun auf. Zwar handelt es sich bei dem für den „Blue Monday“ produzierten VW Polo Harlekin (2021) nur um ein Einzelstück, doch wer weiß? Vielleicht fällt die Reaktion des Publikums ja genauso euphorisch aus wie vor 25 Jahren – und aus dem Unikat wird auch in diesem Jahrtausend eine kunterbunte Sonderedition.

Rubriklistenbild: © VW/ERICVANVUUREN.NL

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