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VW Passat: Nachfolger hat Elektro-Problem – Kunden rebellieren

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Von: Marcus Efler

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Der nächste VW Passat sollte nur noch als elektrifiziertes Auto anrollen. Doch bestimmte Kunden haben dafür gesorgt, dass ein beliebter Antrieb nun doch im Programm bleibt.

Wolfsburg – Der VW Passat gilt seit jeher als braves, geräumiges Alltagsmobil. Vor allem als Kombi („Variant“) transportiert er Familien und trotzt tapfer dem SUV-Trend, bei vielen Fuhrparkleitern steht er ganz oben auf der Bestellliste. Immer mal wieder versuchte VW, seiner Mittelklasse etwas Glanz zu verleihen, zum durchschlagenden Erfolg wurden Modelle wie das viertürige Coupé Arteon jedoch nicht. (Elektro-Crossover VW ID.6: Der große Bruder des VW ID.4 kommt – aber vorerst nicht bei uns)

VW Passat: Nachfolger hat Elektro-Problem – Kunden rebellieren

Mit der Elektrifizierung der gesamten Modellpalette, die VW-Chef Herbert Diess vorantreibt, sahen die Wolfsburger auch die Chance, ihr derzeit größtes Modell neu und schicker zu positionieren – nämlich als rein elektrisches Flaggschiff, das dem erklärten Haupt-Konkurrenten Tesla in die Parade fährt. Ein solches Modell wird es ab 2023 auch geben: Der intern Aero B genannte, für Kunden wahrscheinlich ID.7 getaufte Akku-Wagen basiert dann wie schon der ID.3 und ID.4 auf dem konzernweiten „Modularen E-Antriebs-Baukasten“ (MEB).

Als geräumiger, alltagstauglicher Stromer mit großer Reichweite soll er die Tugenden des Passats weiter optimieren. Vom ursprünglichen Plan hat sich VW mittlerweile allerdings verabschiedet: Dass dieser große Stromer der neue VW Passat wird. (Volkswagen zieht Stecker: Dienstwagen nur noch als Verbrenner)

VW Passat: 1.000 Kilometer schafft eben noch kein Stromer

Denn das Risiko, dass die Vielfahrer unter den treuen Kunden abspringen, wäre denn doch zu groß. Noch sind Akku-Technologie und Lade-Infrastruktur nicht so weit, dass ein vollelektrisches Auto den Mittelklasse-Schlager mit seinen bis zu 1.000 Kilometern Reichweite ersetzen könnte.

VW Passat Variant R-Line Edition, fahrend
Beliebt bei Privat- und Gewerbekunden: der VW Passat (hier als Variant R-Line Edition) © Ingo Barenschee/VW

So wird auch der klassische Passat einen Nachfolger bekommen, den die Tochter Škoda entwickelt – der dann aber wohl nur als Kombi angeboten wird. Das ist durchaus nachvollziehbar, war der Anteil der verkauften Limousine doch ohnehin verschwindend gering. (VW-Chef Herbert Diess: Ist er selbst der größte Fan von Elon Musk?)

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VW Passat: Was beim Bulli geht, scheitert beim Kombi

Eine andere geplante Reduzierung des Angebots dagegen sorgte im Vorfeld für Ärger. Denn VW wollte den nächsten Passat ausschließlich als Hybridmodell mit Benzinmotoren anbieten. Wie es schon die Nutzfahrzeug-Kollegen aus Hannover beim neuen VW Bus T7 gewagt hatten, sollten Turbodiesel-Versionen komplett verschwinden. Bei vielen Fans des Bulli löste diese Entscheidung Kopfschütteln aus – beim Passat ist sie schlicht nicht durchsetzbar.

Denn auch wenn der Selbstzünder bei einigen Autoherstellern mittlerweile in Ungnade gefallen ist: Die Kunden schätzen ihn nach wie vor als Kilometerfresser. „Unsere großen Flottenbetreiber wollen unbedingt weiter Diesel“, so ein VW-Manager. Denn auf langen Strecken verursacht der nach wie vor geringe Kraftstoffkosten. Um die wichtige Kundengruppe der Dienstwagen-Einkäufer nicht zu verlieren, knickte VW schließlich ein: Es wird also weiterhin die beliebten TDI-Modelle geben. Das wird vermutlich auch manche Privatfahrer freuen.

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