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VW-Chef Diess rät vom Kauf von Verbrennern ab: „Es ist Zeit zu wechseln“

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Von: Markus Hofstetter

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Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der VW AG, während der Bilanz-Pressekonferenz am 16. März 2021 in Wolfsburg
Volkswagen-Chef Herbert Diess macht Fahrern den Kauf eines Autos mit Verbrennermotor madig © Sepp Spiegl/imago

Hersteller sind auf die Verkäufe von Autos mit Verbrennermotor zur Entwicklung von E-Auto angewiesen. Das scheint VW-Chef Diess nicht zu kümmern.

Wolfsburg - Herbert Diess ist dafür bekannt, für Kontroversen zu sorgen. So ließ der Chef von Volkswagen erst vor kurzem in einem Tweet das Auto, egal mit welchem Antrieb, eher schlecht aussehen: „Radfahren macht Spaß, ist gesund und gut für die Umwelt. In überfüllten urbanen Zentren wird das Auto - auch das emissionsfreie E-Auto - zukünftig nur dann akzeptiert, wenn das Rad genug Raum im Mobilitätsmix hat.“

Mit einem Forderungskatalog an die Politik kurz nach der Bundestagswahl erntete Diess viel Spott und Häme. Und bei VW-Führungskräftetagung wurde Elon Musk, eine Art Erzfeind der traditionellen Autobauer, als Überraschungsgast hinzugeschaltet.

Diess rät indirekt vom Kauf von VW-Verbrennern ab: Elektroautos sind wesentlich günstiger

Nun nutzte Herbert Diess Linkedin, um Fahrern den Kauf eines Autos mit Verbrennermotor zu vergällen. „Das Fahren eines Autos mit Verbrennungsmotor kostet bis zu 50 Prozent mehr als ein E-Auto!“, schrieb er auf dem Karriereportal. Die Fahrt mit einem VW Tiguan koste pro Kilometer unter Berücksichtigung aller Kosten rund 30 Prozent mehr als mit einem ID.4, mit einem Audi Q5 rund 40 Prozent mehr als mit einem Q4 e-tron. Das Fahren eines Skoda Kodiaq sei im Vergleich zu einem Enyaq rund 50 Prozent teurer pro Kilometer. Bei den Zahlen beruft sich Diess auf die Auto Zeitung. Mit „Es ist Zeit zu wechseln“ schließt er seinen Post ab, wie Merkur.de* berichtet.

Damit berichtet Diess an sich nicht Neues. Dank Umweltbonus und Steuerfreiheit versprechen Elektroautos derzeit eine preisgünstige Art der Mobilität. Tatsächlich gibt es einige Kosten, die auch in Zukunft niedriger ausfallen als bei Autos mit Verbrennungsmotor, etwa für den Wartungsaufwand des Motors. Auch was die Stromkosten im Vergleich zu den Spritkosten betrifft, sind Elektroautos meist billiger unterwegs. Auch Diess glaubt, dass Strom trotz derzeit steigender Preise auf längerer Sicht günstiger wird.

VW: Elektroautos machen nur Bruchteil des Konzernabsatzes aus

Doch Diess gießt mit seinem Beitrag Öl ins Feuer. Denn derzeit erreichen die Spritpreise Höchststände. Mit 1,557 Euro pro Liter wurde am Montag (18. Oktober) laut einer ADAC-Auswertung ein neues Allzeithoch beim Diesel im bundesweiten Tagesschnitt erreicht. Super E10 steigt ebenfalls weiter, im bundesweiten Mittel auf 1,670 Euro je Liter. Deutsche Autofahrer fahren wenn möglich in Nachbarländer, um den hohen Spritpreisen zu entgehen.

Der Volkswagen-Chef liefert Autofahrern ein Argument, die eigenen Verbrenner nicht zu kaufen. Dabei heißt in der Branche, dass die Erlöse aus dieser Technologie gebraucht werden, um die Elektroauto-Entwicklung zu finanzieren.

Zwar verkauft Volkswagen immer mehr Elektroautos, so verdoppelte der Konzern in den ersten neun Monaten 2021 den Elektroauto-Absatz auf 293.100. Der Anteil von E-Autos stieg damit weltweit auf sechs Prozent. Doch das bedeutet auch, dass immer noch 94 Prozent aller abgesetzten Autos mit Verbrennermotoren ausgestattet sind. VW lieferte 2020 insgesamt 9,31 Millionen Autos aus. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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