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Tesla produziert wieder in Grünheide – bis zu 3.000 Autos pro Woche

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Von: Marcus Efler

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Das Tesla-Werk Grünheide hat die Produktion des Model Y wieder aufgenommen. Schon bald sollen pro Woche 3.000 Autos gebaut werden.

Update, 29. Juli, 13:00 Uhr: Zwei Wochen lang stand die Produktion in Teslas Gigafactory in Grünheide bei Berlin still. Obwohl erst kürzlich eröffnet, krempelte der US-Hersteller das Werk um – mit dem Ziel, die Fertigung zu beschleunigen. Inzwischen ist der Zweischichtbetrieb wieder angelaufen.

Vor der Werksschließung waren im Juni erstmals 1.000 Model Y in Grünheide vom Band gelaufen. Nach dem Umbau soll diese Zahl zunächst auf 1.500 Fahrzeuge ansteigen, berichtet Teslamag unter Berufung auf einen Insider. Bis Oktober sollen es dann 3.000 Elektroautos sein, die in der deutschen Gigafactory gebaut werden.

Tesla produziert wieder in Grünheide – bis zu 3.000 Autos pro Woche

Um seine Ziele erreichen zu können, plant Tesla weitere Neueinstellungen. Diese sollen ab Oktober in Grünheide erstmals einen Betrieb in drei Schichten ermöglichen. Zudem wird das Model Y auch weiterhin nur in Schwarz und Weiß gebaut und das, obwohl man eine hochmoderne Lackiererei hat, die neue Farben ermöglichen sollte.

Der Tesla-Schriftzug in der Gigafactory in Grünheide bei Berlin.
Tesla hat nach dem Umbau die Produktion in Grünheide wieder aufgenommen. © Political-Moments/Imago

Um die Produktivität weiter zu steigern, hat sich Tesla während des Umbaus auch den „Giga-Pressen“ angenommen. Diese stellen das hintere Rahmen-Element des Model Y her. Bislang lag der Ausschuss mit 60 Prozent jedoch deutlich zu hoch. Durch Anpassungen konnte dieser nun auf etwa zehn Prozent gesenkt werden.

Bei den 3.000 Model Y pro Woche – also 600 pro Werktag – soll jedoch noch lange nicht Schluss sein. Bis Ende des Jahres strebt Tesla-Chef Elon Musk eine wöchentliche Produktion von 5.000 Elektroautos an. Pro Jahr sollen in der ersten Ausbaustufe rund 500.000 Stromer in Deutschland gebaut werden.

Tesla Grünheide: Vorserie des Model Y soll nun doch verkauft werden

Update vom 12. Juli 2022, 14:05 Uhr: Offenbar hat Tesla einen Weg gefunden, die zweiwöchige Schließung des Werks Grünheide und den Produktionsausfall zu kompensieren. Denn möglicherweise plant der Elektroauto-Pionier, einen Teil jener Vorserien-Autos zu verkaufen, die eigentlich verschrottet werden sollten.

Verpflichtend war die letzte Fahrt in die Schrottpresse allerdings nie. Aus einem Brief an das brandenburgische Umwelt-Landesamt geht hervor, dass nur ein kleiner Teil der mehr 2.000 Model Y, die ohne offizielle Genehmigung produziert wurden, vernichtet wurden: Für etwa 100 liegt ein Entsorgungsnachweis vor. Die große Mehrheit würde für interne Zwecke und Testfahrten eingesetzt.

Fahrzeuge mit „einer verhältnismäßig guten Qualität“ sollen ausdrücklich „an Endverbraucher veräußert werden“. Um welche Größenordnung es sich dabei handelt, ist nicht klar: Viele Stellen des veröffentlichten Briefes sind geschwärzt.

Erstmeldung vom 5. Juli 2022, 16:32 Uhr: Grünheide (Brandenburg) – Mit seinem Werk in Grünheide bei Berlin ist Tesla-Chef Elon Musk bislang nicht wirklich glücklich geworden. Während der Bauphase ärgerte er sich über die Bürokratie, bei der Eröffnungsfeier sorgte die kleinkarierte Ausladung von Kritikern für Schlagzeilen, dann liefen wassergefährdende Chemikalien aus. Kunden kritisieren die Verarbeitungsqualität, es gibt zu wenig Mitarbeiter, dafür Krach um ungleiche Gehälter. Das Werk sei eine „gigantische Geldverbrennungsmaschine“, findet Musk, überhaupt geht dort alles viel zu langsam.

Tesla Grünheide schließt: Wie geht es weiter für Käufer des Model Y?

Eigentlich sollen in der deutschen Gigafactory jährlich 500.000 E‑Autos vom Typ Model Y hergestellt werden, also durchschnittlich fast 10.000 pro Woche – bisher sind es etwa 1000, also gerade mal ein Zehntel. Drei Minuten verweilen nach Angabe von Tesla die Fahrzeuge an jeder Fertigungsstation.

Tesla Model Y in der Gigafactory in Grünheide.
Zu langsam: Gigafactory in Grünheide. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa

Diese Zeit will Tesla deutlich reduzieren, die Rede ist von nur noch 30 Sekunden. Ein eher sportlicher Plan also. Um ihn zu schaffen, wird das Werk nun gründlich umgekrempelt. Dafür wird es nun zwei Wochen geschlossen.

Tesla Grünheide schließt: Kunden müssen länger warten

Für deutsche Kunden, die ein Tesla Model Y geordert haben und in den nächsten Tagen bekommen sollten, ist das erst einmal eine ärgerliche Angelegenheit. Denn für den europäischen Markt soll diese Baureihe eigentlich komplett in Grünheide entstehen. Ein kurzfristiges Umswitchen auf Fahrzeuge aus Shanghai ist offenbar nicht geplant und wäre so kurzfristig auch gar nicht möglich.

Das legen zumindest Aussage betroffener Kunden in den sozialen Medien nah: Sie seien von Tesla darüber informiert worden, dass sich die Auslieferung kräftig verschiebe. Bis Ende Juli hinein, teilweise sogar bis Anfang August, sollen die Käufer jetzt warten.

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Das ist zwar lang, wenn man schon die Tage bis zur ersten Fahrt in seinem neuen Tesla herunterzählt – aber zu rechtlich gesehen zu kurz, um Verkaufsvertrag zurückzutreten. Eine Stornierung des Kaufvertrages ist nämlich erst ab vier Monaten Lieferverzug möglich. Und bringen würde der Umstieg auf ein Konkurrenzmodell angesichts der überlangen Lieferzeiten schon gar nichts.

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