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Verbrenner statt Elektro: US-Post hält an umstrittenem Plan fest

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Von: Simon Mones

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Der US Postal Service will seine rund 150.000 Zustellfahrzeuge ersetzen, und zwar durch Verbrenner. Das sorgt für Kritik.

Washington D.C. (USA) – In Deutschland liefern die Post und DHL schon seit fünf Jahren Briefe, Päckchen und Pakete sauber und leise aus. Die Elektroflotte soll auch künftig weiter wachsen, auch wenn man im Winter oft mit Problemen zu kämpfen hat. Und auch in Österreich setzt die Post künftig auf Stromer. Blickt man jedoch über den Atlantik, bietet sich ein anderes Bild.

Dort will der US Postal Service (USPS) seine rund 150.000 Postfahrzeuge ebenfalls ersetzen, Elektroautos spielen dabei jedoch kaum eine Rolle. So sollen ab 2023 grade einmal 5.000 elektrische Zustellfahrzeuge die Flotte ergänzen. Die restlichen Fahrzeuge sollen auch in Zukunft mit Sprit betrieben werden.

Verbrenner statt Elektro: US-Post hält an umstrittenem Plan fest

Für die Erneuerung der Flotte hat USPS daher einen Vertrag mit Oshkosh Defense geschlossen, der die Behörde 11,3 Milliarden Dollar(rund 10,2 Milliarden Euro) kostet. Dieser soll jedoch ausgesetzt werden, wenn es nach der US-Regierung und der United States Environmental Protection Agency (EPA) geht. Einer der Gründe dafür ist, dass die neuen Fahrzeuge lediglich 0,4 Meilen pro Gallone effizienter sind, wie das Portal „Car and Driver“ berichtet. Zudem sei die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) von USPS bei der Auftragsvergabe nicht korrekt durchgeführt worden.

Ein Postbotin stellt die Post mit einem Fahrzeug von Oshkosh Defense zu.
Die US-Post steht wegen ihrer neuen Zustellfahrzeuge in der Kritik. © Oshkosh Defense

Die EPA erklärte in einem Brief an die US-Post, dass „die endgültige Umweltverträglichkeitsprüfung nach wie vor schwerwiegende Mängel aufweist“. Auch würden wesentliche Informationen, die der Schlüsselanalyse der Gesamtbetriebskosten zugrunde liegen, nicht offengelegt. Zudem würden die Treibhausgasemissionen unterschätzt und umweltschonende Alternativen nicht berücksichtigt. Der Elektro-Lkw-Hersteller Workhorse, hatte die USPS im vergangenen Jahr bereits verklagt. Diese Möglichkeit könnten auch die EPA und die Regierung von US-Präsident Joe Biden nutzen.

Verbrenner statt Elektro: US-Post verteidigt Vorhaben

„Es ist schwer vorherzusagen, was die Gerichte tun werden, aber die Arbeit des Postdienstes ist einfach so peinlich fadenscheinig“, sagte der Anwalt Adrian Martinez von der Umweltrechtskanzlei Earthjustice der „Washington Post“. „Sie geben die Quelle der Informationen für viele ihrer Schlussfolgerungen nicht preis und lehnen stattdessen die Elektrifizierung rundweg ab.“

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Der USPS hält indes weiter an seinem umstrittenen Plan fest. Der Postmaster General Louis DeJoy reagierte auf die Bitten der EPA mit der Feststellung, dass „der Prozess vorankommen muss“, und deutete an, dass es keinen rechtlichen Grund gibt, das bestehende Austauschprogramm zu verzögern. Allerdings gebe es Raum für weitere Elektrofahrzeuge, „falls zusätzliche Mittel verfügbar werden“. Damit spielt DeJoy auf Bidens Sozialausgabenpaket an, in dem auch sechs Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro) für neue Fahrzeuge für den USPS vorgesehen sind. Dieser Vorschlag wird jedoch noch im Kongress diskutiert. Vielleicht sorgt aber auch die Versteigerung eines Bentley Bentayga dafür, dass das ein oder Elektroauto hinzukommt.

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