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Update macht Tesla schlechter – Münchner verklagt E-Autobauer mit Erfolg

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Von: Sebastian Oppenheimer

Das Münchner Landgericht hat Tesla zur Rücknahme eines Model X verurteilt – das Fahrzeug war nach einem Update schlechter als beim Kauf.

München – Die Beschwerden von Tesla-Kunden sind vielfältig – in den meisten Fällen geht es allerdings um die Verarbeitungsqualität oder Probleme mit dem „Autopilot“. Nun aber war ein Kunde sauer wegen eines Updates. Dieses hatte sein Model X in seinen Augen nicht besser, sondern schlechter gemacht. Der Mann zog deshalb gegen Tesla Deutschland vor Gericht – und gewann. Der E-Autobauer muss den Kauf des knapp 155.000 Euro teuren Fahrzeugs nun rückabwickeln. (Tesla will 16.000 US-Dollar für Reparatur – Werkstatt nur einen Bruchteil)

Update macht Tesla schlechter – Münchner verklagt E-Autobauer mit Erfolg

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) berichtet, war für den Rechtsanwalt, der das Model X P100D für seine Kanzlei in Ravensburg gekauft hatte, die Höhenverstellbarkeit des Autos ein entscheidendes Kaufkriterium (das Model X kann bzw. konnte seine Höhe um bis zu 15 Zentimeter verstellen). Wie der Eigentümer erklärte, habe diese Verstellbarkeit für ihn eine bequemere Sitzposition und mehr Komfort bedeutet. Doch bei der Verstellung kam es zu Problemen, es gab laute Klack-Geräusche, der Rechtsanwalt beauftragte einen Gutachter. (Tesla Model 3: Fertigungs-Experte Sandy Munro entsetzt – „Nicht akzeptabel“)

Ein Tesla Model X mit geöffneten Flügeltüren (Symbolbild)
Das Münchner Landgericht hat Tesla zur Rückabwicklung des Kaufs eines Model X verurteilt. (Symbolbild) © Tesla Motors/dpa

Update macht Tesla schlechter – Höhenverstellbarkeit eingeschränkt

Dann erschien im Display des Stromers die Meldung für ein Update – was es beinhaltete, wurde allerdings nicht erklärt. Weil der Tesla-Käufer laut Bericht davon ausging, dass es mit dem „Autopilot“ zusammenhänge, stimmte er per Druck aufs Display zu. Doch wie sich im Nachhinein herausstellte, wurde durch das Update die Höhenverstellbarkeit des Tesla eingeschränkt. Der Rechtsanwalt war sauer – weil dies ja mit ein entscheidendes Kaufkriterium gewesen sei. Deshalb wandte er sich an Tesla Deutschland und forderte das Unternehmen auf, das Auto wieder in den alten Zustand zurückzuversetzen. Tesla jedoch weigerte sich – woraufhin der Mann den Kaufpreis zurückverlangte. („Tesla kann keine Autos bauen“: Experte sauer wegen mieser Qualität)

Update macht Tesla schlechter – E-Autobauer muss Kauf rückabwickeln

Am Ende landete die Sache vor Gericht. Laut „SZ“ argumentierten die Tesla-Juristen damit, dass man bei Handy-Update ja auch nicht wisse, was genau aufgespielt werde. Zudem habe der Besitzer dem Update ja zugestimmt. Der Richter sah das anders: Tesla hätte über die Änderungen bei der Höhenverstellung im Rahmen des Updates vorab informieren müssen. Dem Wagen sei von seinem ursprünglichen Zustand beim Kauf etwas weggenommen worden.

Tesla wurde verurteilt, den Wagen zurückzunehmen und dem Anwalt den Kaufpreis abzüglich der gefahrenen Kilometer zu erstatten. Gegen das Urteil kann Tesla allerdings noch in Berufung gehen.

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