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Tempolimit statt Spritgeld: Robert Habeck will weiterhin 130 km/h

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Von: Marcus Efler

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Unsichere Energie-Versorgung und sprunghaft steigende Spritpreise lassen die Diskussion um ein Tempolimit neu aufflammen. Wirtschaftsminister Robert Habeck sieht wieder Chancen für 130 km/h.

Update vom 21. März 2022, 11:40 Uhr: Die neu entfachte Diskussion um ein allgemeines Tempolimit auf deutschen Autobahnen hat nun auch die Bundesregierung erreicht. Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (52, Grüne) hat erkennen lassen, dass er weiterhin – und nun wieder verstärkt – auf eine flächendeckende Einführung von 130 km/h auf deutschen Autobahnen hofft. „Persönlich war ich immer dafür, und das hat sich in den letzten Tagen eher bestätigt“, zitiert der „Spiegel“ den Vizekanzler. Im Ampel-Koalitionsvertrag hatten Grüne und SPD entgegen ihren Wahlversprechen kein Tempolimit unterbringen können.

Tempolimit statt Spritgeld: Robert Habeck will weiter 130 km/h

Zugleich kritisierte er die Pläne von Bundesfinanzminister Christian Lindner (43, FDP) für einen Sprit-Rabatt. Stattdessen solle man jene Privatpersonen und Betriebe unterstützen, die das auch nötig hätten.

Offenbar hat Habeck mit seinen Vorstellungen die Mehrheit der Deutschen hinter sich, die mittlerweile ein allgemeines Tempolimit klar befürwortet.

Erstmeldung vom 10. März 2022, 13:37 Uhr: Hannover – Die Invasion Russlands in der Ukraine bringt bereits heftige Auswirkungen für das tägliche Leben auch in Deutschland mit sich. So gibt es für die Kraftstoff-Preise kein Halten mehr. Und auch das Heizen könnte bald schwieriger werden – in der heimischen Wohnung ebenso wie auf der Autobahn.

Denn die steigenden Preise für Energie haben die Diskussion um ein Tempolimit neu entfacht. Deutlich niedrigere Geschwindigkeiten könnten Sprit sparen helfen, die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen, etwa aus Russland verringern, und natürlich auch das Klima schützen – findet jedenfalls die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH), einer der dominierenden Vereine in Sachen Umwelt- und Verbraucherschutz, der unter seinem Dach viele Verbände und Organisationen versammelt.

Tempolimit wegen Ukraine: Umwelt-Verein will Sprit sparen

Nun ist die DUH nicht gerade der Ferrari Owners Club, und für ihre überaus kritische Haltung zu Autoindustrie und -Verkehr schon länger bekannt. Die aktuellen Forderungen nach Tempolimits wird mit dem Ukraine-Krieg also vor allem neu verpackt – haben es aber durchaus in sich.

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EIn Arbeiter trägt ein Tempo-130-Schild. (Symbolbild)
Ein Tempolimit ist wieder in der Diskussion. (Symbolbild) © Marius Becker/dpa

So soll nach dem Willen der DUH auf deutschen Autobahnen generell und flächendeckend ein Tempolimit von 100 Kilometern pro Stunde gelten, auf Landstraßen 80 km/h statt bislang 100 km/h und in allen Städten 30 km/h. Bei letzterer Forderung hat die DUH sogar schon länger starke Mitstreiter unter deutschen Gemeinden, denen die derzeit geltenden 50 km/h zu schnell sind. Und auf der Autobahn fordert bekanntlich sogar der vierfache Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel ein Umdenken.

Tempolimit wegen Ukraine: Umwelt-Verein will Sprit sparen

Fast vier Milliarden Liter Diesel und Benzin ließen sich pro Jahr durch derartige Geschwindigkeits-Begrenzungen sparen, rechnet DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch vor: „Das kann den Rohölbedarf aus Russland um Millionen Tonnen und damit etliche Prozentpunkte sofort absenken.“

Bislang hatte sich die DUH für Tempo 100 tagsüber und 120 km/h nachts stark gemacht. Die neue Forderung schärft hier also nach. Noch weiter gehen freilich jene Politiker und Organisationen, die komplett autofreie Tage fordern.

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