1. 24auto
  2. News

Toyota lenkt ein: Diese Autos sollen nun doch in großer Zahl kommen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marcus Efler

Der weltgrößte Autohersteller gibt bei Elektromodellen bislang den Nachzügler. Jetzt plant Toyota angeblich eine Offensive mit Akku-Pkw, die ihresgleichen sucht.

Toyota (Japan) – Heute erscheint es wie ein Echo aus einer vergangenen Epoche: Toyota galt mal als besonders umweltfreundlicher Autohersteller. Zur Jahrtausendwende beherrschten die Japaner mit ihrem Hybridmodell Prius die Diskussion um elektrifizierte Pkw. Die kompakte Fließheck-Limousine war das, was heute Tesla-Modelle darstellen: ein cooles Statement ihrer Fahrer, technologisch anderen voraus zu sein und das Klima zu schonen. In den Metropolen Kaliforniens war der Prius so häufig zu sehen wie hierzulande ein VW Golf mit Turbodiesel. (Aus Toyota wird Lamborghini Urus: Ein Bodykit macht’s möglich)

Toyota lenkt ein: Diese Autos sollen nun doch in großer Zahl kommen

Was dann geschah, verblüffte Experten ebenso wie Kunden: Toyota ruhte sich auf seinem Öko-Lorbeer aus, brachte erst spät eine Plug-in-Version und verspielte den Vorsprung bei Image und Technologie. Bei den derzeit angesagten Elektroautos mit Akku steht der Autohersteller bis auf ein SUV seiner teuren Edelmarke Lexus bislang völlig blank da. Stattdessen setzten die Japaner vor allem auf Wasserstoff – der aber, wenn überhaupt, künftig eher bei Lkw eine größere Rolle spielen wird. Noch vor Kurzem verteidigten Toyota-Manager ausdrücklich ihren eigentümlichen Kurs.

Toyota-Studie bZ4X
Toyotas erstes Akku-Auto: der bZ4X © Toyota

Doch nun scheint sich die Einsicht durchzusetzen, dass ohne eine Vielzahl an Akku-Modellen künftig kaum die Position als weltgrößter Autohersteller (immer im Wechsel mit Volkswagen) zu halten sein wird. Und nach dem Motto: „Wenn schon das Ruder herumreißen, dann richtig“, soll Toyota gleich den ganz großen Feldzug planen. „Die jüngsten Pläne des Automobilherstellers deuten darauf hin, dass er einen ähnlichen Erfolg wie bei den Hybriden auch bei den batterieelektrischen Fahrzeugen anstrebt“, erklärt Bakar Agwan, Senior Automotive Consulting Analyst bei Global Data: „Toyota investiert in die Entwicklung und Herstellung einer kompletten Palette von Batterien, um die Massenproduktion von Elektrofahrzeugen voranzutreiben und sein Ziel zu erreichen, bis 2030 acht Millionen Elektrofahrzeuge zu verkaufen.“ Das Unternehmen plane, immerhin 15 BEV („Battery Electric Vehicle“) bis 2025 auf den Markt zu bringen. (Toyota Highlander Hybrid neu in Europa: Bemerkenswert geringer Normverbrauch – doch eine Sache stört)

Toyota lenkt ein: Akku-Technologie soll viel besser werden

Der weltweite Absatz der Brennstoffzellen-Autos soll künftig mehr als 30.000 Einheiten pro Jahr ausmachen. Nach wie vor zählen diese zwar auch zur Elektrostrategie, aber vor allem alltagstauglichere Akku-Autos rücken nun in den Fokus. „Zu den Plänen für die nächsten zehn Jahre gehören die Verbesserung der derzeitigen Lithium-Ionen-Batterietechnologie, um Risiken wie Brände zu verringern und die Lebensdauer zu erhöhen, sowie die Einführung einer neuen fortschrittlichen Lithium-Ionen-Batterie“, so Branchen-Experte Bakar Agwan, „außerdem soll an Materialien und Strukturen gearbeitet werden, um die Kosten der Batterien um 30 Prozent zu senken und schließlich die Kosten der Batterie pro Fahrzeug um 50 Prozent zu reduzieren.“ Dazu ist Toyota zusammen mit Batterie-Spezialist Panasonic mittlerweile eines der führenden Unternehmen in der Entwicklung von Festkörperbatterien, die als die nächste Akku-Generation gelten. (Unfall während Paralympics: Toyota stoppt Robotaxis im olympischen Dorf)

Ein blauer Toyota Mirai wird betankt.
Bislang setzt Toyota, wie hier im Mirai, auf die Brennstoffzelle. © Toyota

Toyota lenkt ein: Erstes Modell auf neuer Akku-Plattform

Vorerst aber gibt es nur einen Mittelklasse-Crossover mit Elektroantrieb, der als Prototyp unter dem kryptischen Kürzel bZ4X firmiert und in verschiedenen Versionen nahezu weltweit ausgerollt werden soll. Das mittelgroße Fahrzeug basiert auf der neuen Elektro-Plattform („e-TNGA“) für Akku-Autos, die sich an eine Vielzahl unterschiedlicher Produkttypen anpassen lässt: Länge, Breite, Höhe, Radstand sind flexibel, Vorderrad- oder Hinterradantrieb ebenso möglich wie Allradtechnik.

„Toyota scheint in seinen Batterieplänen sehr ganzheitlich zu sein und wird die wichtigsten Probleme im Zusammenhang mit Batterien und Elektrofahrzeugen lösen“, glaubt Analyst Bakar Agwan, „nämlich höhere Fahrzeugkosten, Reichweitenangst, Bedenken hinsichtlich der Lebensdauer, Batteriequalität, Leistung und Brandgefahr.“ Offenbar hat Toyota hier von Volkswagen gelernt, dem Konkurrenten um die weltweite Nummer-eins-Position: Wenn man später kommt als andere, muss man es dann eben besser machen. (Mit Material von press-inform)

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Auch interessant

Kommentare