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Assistenzsysteme-Test: Teslas Autopilot ist gar nicht das beste, sondern ...

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Von: Sebastian Oppenheimer

Die US-Verbraucherorganisation „Consumer Reports“ hat 17 Assistenzsysteme auf Herz und Nieren geprüft – mit erstaunlichem Ergebnis: Tesla ist gar nicht das beste.

Yonkers – Kaum ein Hersteller erlaubt seinen Assistenzsystemen so viel wie US-Elektroautobauer Tesla. Das Unternehmen bezeichnet seine Technik sogar als „Autopilot“. Ein Begriff der hoch umstritten ist, weil er suggeriert, dass das Auto autonom fahren kann – was aber (noch) nicht der Fall ist. Immer wieder trauen Fahrer dem Tesla-System zu viel zu und es kommt zu Unfällen. Mittlerweile sind einige vom Unternehmen ausgewählte Tesla-Fahrer sogar mit einer Beta-Version des neuen Autopilot-Systems unterwegs, die hochkomplexe Fahrmanöver wie etwa das Abbiegen an Kreuzungen allein erledigt (Neuer Tesla-Autopilot: Ausgesuchte Fahrer testen schon Beta-Version – „Ich war schockiert ...“). Ein ziemliches Risiko, das Tesla-Chef Elon Musk dabei eingeht. Andere Hersteller sind da weitaus vorsichtiger. Die US-Verbraucherorganisation „Consumer Reports“ (CR) hat nun 17 Assistenzsysteme verschiedener Autobauer getestet – das Ergebnis ist überraschend: Tesla ist nicht die Nummer eins und kein deutscher Premium-Hersteller landete unter den Top drei.

Assistenzsysteme im Test: Teslas Autopilot ist gar nicht der beste, sondern ...

Getestet wurden Assistenzysteme, die zum einen von selbst die Geschwindigkeit regeln und so den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug halten (meist Abstandsregeltempomat oder Adaptive Cruise Control (ACC) genannt) und zum anderen mittels eines Spurhalteassistenten das Auto mittig in der Fahrspur halten können. Jedes der 17 Systeme wurde von Consumer Reports in fünf Kategorien bewertet:

Assistenzsysteme-Test von Consumer Reports: Drei US-Hersteller auf den ersten drei Rängen

Wie schon bei einem Test vor zwei Jahren schnitt im Consumer-Reports-Ranking Cadillacs „Super Cruise“-Technik am besten ab. Der Hauptgrund: Es nutze eine „direkte Fahrerüberwachung“ und warne den Lenker, wenn er offenbar nicht mehr auf den Verkehr achte. „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass aktive Fahrerassistenzsysteme mit Sicherheitsmerkmalen ausgestattet sind, die tatsächlich überprüfen, ob der Fahrer aufmerksam ist und jederzeit bereit ist einzugreifen. Andernfalls könnten die Sicherheitsrisiken dieser Systeme am Ende ihre Vorteile überwiegen“, betont William Wallace, Manager für Sicherheitspolitik bei Consumer Reports. Wie General Motors der Verbraucherorganisation mitteilte, sollen bis 2023 bereits 22 GM-Fahrzeuge mit der „Super Cruise“-Technik ausgerüstet sein. (Fahrbericht Mercedes-Benz S 500: Das autonome Fahren bleibt eine Enttäuschung)

Assistenzsysteme-Test von Consumer Reports: Tesla mit dem besten Spurhalteassistenten

Umgekehrt schnitten Systeme, die den Fahrer nicht deutlich warnten (etwa Volvo) oder die das Fahrzeug selbst auf relativ geraden Strecken nicht mittig in der Spur halten konnten (unter anderem Buick, Mazda und Land Rover) schlecht ab. CR hat die betroffenen Autobauer nach eigenen Angaben um eine Stellungnahme gebeten – „mehrere“ der befragten Hersteller erklärten daraufhin, ihre Spurhalteassistenzsysteme seien „nicht dafür ausgelegt, die Fahrzeuge in der Mitte der Fahrspur zu halten.“ Am besten hielt laut CR das System von Tesla (Tesla-Autopilot: Das Assistenzsystem von Elon Musk bremst auch für Cheeseburger) das Auto in der Spur, aber auch Audi, Lincoln und Cadillac hätten nicht viel schlechter abgeschnitten. Was den Abstandsregeltempomat angeht, lagen drei deutsche Hersteller vorn: Audi, Mercedes-Benz und Porsche.

Assistenzsysteme-Test von Consumer Reports: Volkswagen landet weit hinten

Die ersten drei Plätze in der Gesamtwertung belegten jedoch drei US-Autobauer: Cadillac (CT6), Tesla (Model Y) und Lincoln/Ford (Lincoln Corsair). Und so schnitten die deutschen Autobauer unter den insgesamt 17 Testkandidaten ab:

Platzierung / HerstellerGetestetes Fahrzeug
4. Audie-tron
6. Mercedes-BenzGLS 450
8. BMW330i
9. PorscheTaycan
14. VolkswagenPassat

Volkswagen erklärte gegenüber Consumer Reports, dass das schlechte Abschneiden speziell in Sachen Spurhalteassistent damit zu tun habe, dass der getestete VW Passat auf der ältesten Plattform des Unternehmens basiere. Man sei jedoch dabei, neuere Systeme auf den Markt zu bringen, die ein Auto stabiler in der Spur halten könnten.

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