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Tesla mit Vegan-Ausstattung: Darum ist echtes Leder vielleicht doch besser

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Von: Marcus Efler

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Echtes Leder im Auto? Geht gar nicht – finden Veganer. Aber auch Autohersteller verzichten zunehmend auf Tierhaut. Bei Tesla hat das offenbar unschöne Nebenwirkungen.

Austin (USA) – Nicht erst mit der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos entdecken viele Hersteller ihre Liebe zur Umwelt. Immer mehr neue Modelle sollen ökologisch bewusst lebende Kunden nicht nur mit der Art ihres Antriebes, sondern auch mit der Materialwahl überzeugen. So werden Sitzbezüge aus recycelten PET-Flaschen gewonnen, oder Fußteppiche aus zerstörten Fischernetzen, die Taucher geborgen haben.

Trotzdem möchte manch Vegetarier oder gar Veganer nicht auf das angenehme Gefühl verzichten, das Leder nun mal bietet – dabei aber eben nicht auf der Haut einer toten Kuh sitzen. Die Lösung soll hier „veganes Leder“ bringen. Das hieß früher schlicht „Kunstleder“ und hatte als solches keinen besonders guten Ruf. („Blendender“ Innenraum: Diesen Porsche 911 Turbo S gibt’s zum Hammerpreis)

Tesla mit Vegan-Ausstattung: Darum ist echtes Leder vielleicht doch besser

Moderne Materialien sollen nun aber tatsächlich den Look and Feel von echtem Leder vermitteln. Was oft auch ganz gut gelingt, so hat das auf pflanzlichen Stoffen basierende Kunstleder von Tesla unter den Fahrern einen recht guten Ruf. Im Model 3 bietet der Elektroauto-Pionier, der sich auch als ökologisches Vorbild sieht, sogar überhaupt kein echtes Leder mehr an.

Die aktuellen Sitzbezüge preist Tesla als besonders widerstandsfähig gegen Schmutz und Schweiß an. Doch jetzt säen Fotos des Besitzers eines Model 3 Zweifel am verwendeten Material: Bei Hitze, so der Post eines Mitglieds des Tesla Motor Clubs, würden sich nämlich hässliche Blasen bilden. Fotos von dem unschön zerstörtem Bezug an diversen Stellen, etwa an den Kopfstützen, untermauern den Vorwurf. („Tesla kann keine Autos bauen“: Experte sauer wegen mieser Qualität)

Kopfstützen eines Tesla Model 3 mit defektem Kunstlederbezug
Hinüber: Kunstleder im Tesla Model 3. © Pinterest (Tesla Motor Club)

Tesla mit Vegan-Ausstattung: Hersteller verweigert Garantie

Den Tesla allerdings zurückweist, ebenso wie den Garantie-Anspruch: Eher hätten Lotions, Sonnencreme, Haarspray, Reiniger oder ähnliches den Schaden verursacht.

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Diese Substanzen hätten bei hochwertig verarbeitetem Leder aber wohl auch kaum vergleichbar krasse Auswirkung gehabt. Zwar altert auch gegerbte Tierhaut und kann Spuren der Benutzung und Materialien, mit denen sie in Berührung kam, zeigen. Doch die Besitzer entsprechender, älterer Autos, vor allem von Klassikern, schätzen das als stilvolle Patina. Trotzdem möglich, dass echtes Leder in Autos bald zu so einer Rarität wird wie ein Verbrennungsmotor.

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