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Familie fährt mit Tesla 4.500 Kilometer – Stromkosten haben sie „umgehauen“

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Von: Julian Baumann

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Bei einem Roadtrip legte eine Familie eine Strecke von fast 4.500 Kilometern mit einem Tesla zurück. Die Stromkosten können sich sehen lassen.

Durch die immer höher werdenden Reichweiten und die immer weiter ausgebaute Ladeinfrastruktur sind Roadtrips mit E-Autos inzwischen kein Problem mehr. Ein Tesla-Fahrer hatte bei einem Roadtrip von München an das Nordkap allerdings mit vielen Problemen zu kämpfen. Deutlich besser verlief wohl der Trip einer Familie durch die USA, weswegen sie einen zweiten unternahmen und mit einem E-Auto von Tesla eine Strecke von fast 4.500 Kilometern zurücklegte. Aufgrund der Ukraine-Krise und den unterbrochenen Lieferketten sind allerdings nicht nur in Europa, sondern auch in den USA die Strompreise deutlich angestiegen, weiß bw24.de.

Familie fährt mit Tesla 4.500 Kilometer – Stromkosten haben sie „umgehauen“

Ein Tesla Model 3 lädt an einer Supercharger-Station nahe Ulm.
Bei einem Roadtrip durch die USA lud eine Familie ihr gemietetes Tesla Model 3 insgesamt zwölfmal an einer Supercharger-Station. (Symbolbild) © Imago

Bei einem Roadtrip mit einem E-Auto von Tesla oder einem anderen Anbieter, sollte man zunächst eine genaue Route planen, bei der auch entsprechende Ladesäulen vorhanden sind. Selbst das Super-E-Auto EQXX von Mercedes-Benz, das kürzlich seinen eigenen Reichweitenrekord brach, hätte bei einer Reichweite von rund 1.000 Kilometern bei dem Roadtrip durch die USA mindestens viermal aufgeladen werden müssen. Wie die Familie auf dem Portal Cleantechnica berichtet, wurde der benötigte Strom für die Strecke von insgesamt fast 4.500 Kilometern nicht vollständig von den Tesla-eigenen Superchargern bezogen.

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Tesla-Roadtrip durch die USA: E-Auto-Miete bei 2.000 Dollar/Euro pro Monat

In dem Bericht heißt es, dass die Familie eigentlich selbst ein Tesla Model 3 besitzt, sich für den Roadtrip beziehungsweise die Urlaubsfahrt aber entschlossen hatte, ein solches Modell des Unternehmens von Elon Musk (51) zu mieten. Um Familie und Freunde im Nordosten der Vereinigten Staaten zu besuchen, begaben sich die fünf Personen – der Verfasser des Artikels auf Cleantechnica, dessen Frau und zwei Kinder, sowie ein Austauschstudent – auf einen einmonatigen Trip im E-Auto. Dabei stellte sich neben dem gestiegenen Preis pro Kilowattstunde noch ein weiteres Problem: Auch die Kosten für Mietwagen sind derzeit auf einem Rekord-Hoch.

„Es fühlt sich so an, als sei es noch nicht so lange her, dass man ein Auto für unter 500 Dollar pro Monat mieten konnte“, heißt es in dem Bericht. Ein Blick auf das Angebot eines Autovermieters in Columbus, Ohio zeigte jedoch, dass das günstigste Verbrenner-Modell beinahe 1.300 Dollar (Dollar und Euro sind Stand 27. Juli nahezu gleichwertig, Anm.d.Red.) kostete. Für die Familie war ein Benziner aber keine Option, weswegen sie letztendlich auf ein Model 3 für 2.000 Dollar für 31 Tage zurückgriff. „Was uns umgehauen hat, ist, wie wenig wir für Treibstoff ausgegeben haben“, heißt es in dem Bericht. Denn: Nach beinahe 4.500 gefahrenen Kilometern gab die Familie für den Strom insgesamt 95 Dollar aus.

E-Auto-Roadtrip: 650 Kilometer pro Tag – mindestens ein Ladestopp

Nachdem die Fünf erfolgreich ein Tesla Model 3 gemietet hatten, startete der Roadtrip in Columbus, Ohio, führte über Pittsburgh, Philadelphia, New York City nach Portland, Maine und anschließend zurück nach Columbus. Dabei profitierte die Familie auch davon, dass der Tesla die Strecke selbstständig plante und einkalkulierte, wann das E-Auto an einer Supercharger-Station geladen werden muss. „Dieses System ist ein wirklicher Vorteil bei Tesla und wird auch solange einer bleiben, bis E-Auto-Ladesäulen so vertreten sind wie Tankstellen“, heißt es bei Cleantechnica. Täglich legte die Familie etwa 650 Kilometer zurück, das Model 3 wurde geladen, wenn es nicht in Benutzung war.

Je nach gefahrenen Kilometern waren pro Tag also ein oder zwei Ladestopps notwendig. Da Tesla die Kosten für die Kilowattstunde in den vergangenen Jahren von ehemals 24 Cent auf inzwischen 45 Cent angehoben hatte, hätte der Roadtrip theoretisch teurer werden können. Die Familie bezog den Strom allerdings nicht nur von Tesla selbst. „Wir luden zwölf Mal an Supercharger-Stationen und zogen dadurch insgesamt 206 Kilowattstunden Strom von Tesla“, berichtete der Autor. „Die anderen 311 Kilowattstunden kamen vom Laden am Hausstrom bei unseren Gastgebern.“

E-Auto-Roadtrip günstiger als mit Verbrenner – „Stellt euch nur mal die Zukunft vor“

Insgesamt verbrauchte das Tesla Model 3 bei dem Roadtrip durch die USA also 517 Kilowattstunden Strom, wovon aber 60 Prozent nicht an den Supercharger-Stationen bezogen wurden. Die besagten 95 Dollar (demnach auch rund 95 Euro) beziehen sich allerdings nur auf die kostenpflichtigen Stationen des Herstellers. Laut dem Bericht hätten die am Hausstrom geladenen 311 Kilowattstunden bei einem Preis von 15 Cent pro Kilowattstunde weitere 47 Dollar/Euro gekostet.

Das sei noch immer deutlich günstiger als bei einem Benziner, der bei der gleichen Strecke etwa 532 Dollar an Sprit verbraucht hätte. „Ich hoffe, unser Trip zeigt, wie sehr es finanziell Sinn macht, ein E-Auto zu mieten, zu fahren oder zu kaufen, wenn man es noch nicht gemacht hat“, heißt es im Fazit des Berichts. „Stellt euch nur mal die Zukunft vor, wenn mehr Autos elektrisch und Ladestationen allgegenwärtig sind.“

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