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Tesla-Konkurrenz: Sind Elektroautos aus Deutschland jetzt viel zu teuer?

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Von: Marcus Efler

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Deutsche Autos waren schon immer etwas teurer als die Konkurrenten. Bei Elektro-Fahrzeugen sind die Unterschiede derzeit besonders heftig.

Die Elektromobilität fährt auf der Überholspur, immer mehr Autokäufer wechseln von Verbrenner auf Stromer. Noch aber sind manche – vor allem ältere – Autofahrer skeptisch, was nicht zuletzt mit den hohen Preisen für BEV (battery electric vehicle) zu tun hat. Besonders die Senkung der staatlichen Förderung von bis zu 6.000 Euro auf 4.500 Euro (plus dem Hersteller-Zuschuss in halber Höhe) lässt Befürchtungen aufkommen, dass die Nachfrage einbrechen könnte.

Elektroautos aus Deutschland: Sind sie jetzt viel zu teuer?

Denn in der vergangenen Zeit hatten die Hersteller die Preise ungewöhnlich stark erhöht, auch und vor allem für Stromer. So kostet ein Audi Q4 E-tron mittlerweile mindestens 51.900 Euro – genau 10.000 Euro mehr als bei Marktstart vor zwei Jahren. Die damals günstigste Einstiegsvariante ist derzeit gar nicht bestellbar. Wie hoch der Preis des deutschen Edel-SUV ist, kann man vor allem dann einschätzen, wenn man ihn mit dem eines beliebten Konkurrenten vergleicht: dem Tesla Model Y.

Mercedes-Benz EQA 250 schwarz Frontansicht
Der Mercedes EQA markiert den preislichen Einstieg in das Elektro-Programm. © Mercedes-Benz AG , photo by Daniel Maurer

Für das haben die Amerikaner nämlich gerade die Preise gesenkt: Die Einstiegsversion kostet nur noch 43.990 Euro und damit 9.100 Euro weniger als kurz zuvor (eine ähnliche Senkung sorgte in China für einen Protestaufmarsch empörter Alt-Kunden). Damit dreht Tesla nach mehreren Preiserhöhungen den Aufwärtstrend um – und setzt die deutschen Hersteller gehörig unter Druck.

Elektroautos aus Deutschland: Plötzlich deutlich teurer als Tesla

Noch günstiger ist das ebenfalls begehrte Tesla Model 3 für nun 43.990 Euro. Der einzige deutsche Konkurrent der kompakten Sportlimousine, der BMW i4, ist derzeit nicht unter 56.5000 Euro zu haben. Das preiswerteste voll-elektrische Auto, das Mercedes aktuell anbietet, ist der kompakte EQA für 50.777 Euro. Einen Hyundai Kona Elektro bekommt man ab 36.400 Euro.

Auch die Armada neuer chinesischer E-Autos unterbietet die Preise der Modelle hiesiger Marken deutlich – obwohl Great Wall und Co. keinesfalls eine Billig-Strategie fahren. So ist der Ora Funky Cat (der im Crashtest als Klassenbester abschnitt) mit 38.900 Euro durchaus selbstbewusst gepreist. Der vergleichbare Kompaktstromer VW ID.3 kostet mit 43.995 Euro aber noch mal deutlich mehr.

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Die Preis-Diskrepanz zwischen deutschen Modellen und Import-Marken (wobei das Tesla Model Y ja bekanntlich in Deutschland gefertigt wird) zieht sich durch alle Klassen, und ist deutlich höher, als es vor einiger Zeit noch bei Verbrenner-Modellen der Fall war. Und auch wenn Mercedes sich klar dazu bekennt, nur noch teure Modelle anbieten zu wollen: Ob das für einen Volumenhersteller die richtige Strategie für die Zukunft ist, muss sich erst noch zeigen.

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