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Tesla-Party in Grünheide: Elon Musk verrät Details zum Produktionsstart

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Von: Sebastian Oppenheimer

Die Tickets für den Tag der offenen Tür der Gigafactory in Grünheide bei Berlin waren begehrt. Tausende wollten sich den Auftritt von Tesla-Chef Elon Musk nicht entgehen lassen.

Grünheide – Noch läuft die Produktion nicht, nicht einmal die finalen Genehmigungen sind durch – doch Tesla-Chef Elon Musk (50) ist das egal: Er hat mit einer Art Volksfest das neue Werk in Grünheide bei Berlin der Öffentlichkeit präsentiert. Das Interesse war riesig, doch nicht jeder kam rein: Bis zu 9.000 Menschen gleichzeitig hatten die Behörden zugelassen. Nur wer im Vorfeld ein Ticket geordert und am Ende eine Zusage erhalten hatte, war dabei – und konnte das Werk besichtigen, Riesenrad fahren oder ein Model Y Probe fahren. (Tesla zieht nach Texas: Darum flüchtet Elon Musk aus Kalifornien)

Elon Musk auf der Bühne beim Tag der offenen Tür der Tesla-Gigafactory in Grünheide
Tesla-Chef Elon Musk beantwortete beim Tag der offenen Tür der Gigafactory in Grünheide auch Fragen aus dem Publikum. © Patrick Pleul/dpa

Tesla-Party in Grünheide: Elon Musk verrät Details zum Produktionsstart

Angekündigt hatte Elon Musk die Gigafactory bereits Ende 2019 – nach knapp zwei Jahren Bauzeit ist die Fabrik nun fast fertig. Spätestens im Dezember sollen die ersten Autos gebaut werden: Bis die Produktion einigermaßen hochgefahren ist, wird es aber wohl noch bis Ende 2022 dauern. Dann soll auch die aktuell noch im Bau befindliche Batteriefabrik in Betrieb sein, wie der Firmenchef erklärte. Der Plan: Rund 12.000 Mitarbeiter sollen in Grünheide bis zu 500.000 Elektroautos jährlich fertigen. Bis die Gigafactory allerdings bei dieser Auslastung angekommen ist, dürfte es aber noch länger dauern. „Prototypen sind einfach, Produktion ist schwierig“, sagte Elon Musk in seiner Rede. „Von dem Tag an, an dem wir Autos bauen, wird es länger dauern, hohe Produktionszahlen zu erreichen, als es gedauert hat, die Fabrik zu bauen. Es ist wirklich komplex.“ (Tesla kassiert über eine Milliarde: Dafür sollen deutsche Steuerzahler blechen)

Tesla-Fahrzeuge und Besucher beim Tag der offenen Tür der Gigafactory in Grünheide
Bei Tag der offenen Tür der Tesla-Gigafactory in Grünheide konnten die Besucher Probefahrten mit dem Model Y machen. © Patrick Pleul/dpa

Tesla-Party in Grünheide: „Unsere Fabrik verbraucht sehr wenig Wasser“

Die Tesla-Fabrik in Grünheide spaltet die Menschen: Auf der einen Seite gibt es Zuspruch wegen der Schaffung neuer Arbeitsplätze, auf der anderen Seite jedoch auch viel Kritik und Proteste wegen umweltrechtlicher Bedenken. Einer der größten Kritikpunkte ist, dass die Gigafactory teils in einem Wasserschutzgebiet errichtet wurde. (Tesla-Boss Elon Musk: Riesen-Ärger wegen TV-Beitrag über Grünheide – „Schande über ZDF Info!“)

Auch über den Wasserverbrauch der Fabrik wurde bereits heftig diskutiert. Der Tesla-Chef ging in seiner Rede nur kurz auf die Kritik ein. „Unsere Fabrik verbraucht sehr wenig Wasser“, so Elon Musk. Die Mission des Autobauers sei ein möglichst rascher Übergang zu erneuerbaren Energien und Klimaschutz. Offenbar ist der 50-Jährige jedoch noch auf der Suche nach Personal. „Ich mache mir ein bisschen Sorgen, dass wir nicht in der Lage sein werden, genug Leute einzustellen“, so der Tesla-Chef. Er warb daher um qualifizierte Mitarbeiter aus ganz Europa. (Tesla muss Ex-Mitarbeiter über 130 Millionen US-Dollar zahlen – Konzern wehrt sich)

Besucher gehen beim Tag der offenen Tür durch eine Produktionshalle der Tesla-Gigafactory in Grünheide.
Wer ein Ticket ergattert hatte, konnte schon mal einen Blick in die Produktionshallen der Tesla-Gigafactory in Grünheide werfen. © Patrick Pleul/dpa

Tesla-Party in Grünheide – Elon Musk: „Diese Party ist für euch“

„Giga Berlin-Brandenburg Spaß-Party heute!“, hatte Elon Musk zum Tag der offenen Tür getwittert. Und auch auf der Bühne las der Tesla-Chef einige einführende Sätze auf Deutsch vor: „Die Unterstützung, die wir von den Leuten hier in Grünheide und ganz Deutschland erhalten haben, ist superbeeindruckend.“ Er bedankte sich bei allen Befürwortern der Fabrik. „Diese Party ist für euch.“ (Elon Musk bekommt Mini-Gehalt bei Tesla: Superreich trotz so mieser Bezahlung?)

Ein Riesenrad beim Tag der offenen Tür in der Tesla-Gigafactory in Grünheide
Sogar ein Riesenrad war für den Tag der offenen Tür der Gigafactory in Grünheide aufgebaut worden. © Thomas Bartilla/Imago

Tesla-Party in Grünheide: Schlechte Chancen für den Cybertruck in Deutschland

Insgesamt wirkte die Rede von Elon Musk etwas unkoordiniert. Dafür antwortete er auf Fragen aus dem Publikum sowie von Twitter – etwa ob der Cybertruck auch nach Deutschland komme. Die Chancen stehen aber offensichtlich nicht besonders gut. Der Tesla-Chef reagierte ausweichend: „Der Cybertruck ist kein kleines Automobil“, sagte Elon Musk. „Vielleicht kriegen wir eine Sondergenehmigung. Oder wir machen eine kleinere Version. Ich weiß es nicht – wir werden versuchen, es hierher zu bringen.“ (Tesla Cybertruck: Elon Musk rechnet auch mit möglichem Flop – „ist mir egal“)

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Tesla-Party in Grünheide: Will Elon Musk sein eigenes Bier brauen?

Abseits seiner Tätigkeit als Firmenchef bringt Elon Musk immer wieder auch ziemlich kuriose Produkte in Kleinserie auf den Markt. So fertigte er als eine Art Fanartikel für „The Boring Company“ einen Flammenwerfer, auch rote Satin-Shorts hatte der Tesla Chef bereits im Angebot. Und nun plant Musk offenbar für die Deutschen ein ganz spezielles Produkt: So wie es aussieht, will der Chef des Elektroautoherstellers wohl sein eigenes Tesla-Bier brauen. Das jedenfalls legten Einblendungen nahe, die während seiner Ansprache im Hintergrund zu sehen waren: futuristisch designte Flaschen mit dem Aufdruck „Gigabier“ und dem Tesla-Logo. Ob das tatsächlich mal zu kaufen sein wird und was es dann kosten soll, wurde nicht verraten. Und ob das Gebräu wirklich schmeckt, bleibt ebenfalls abzuwarten. Die Verpackung ähnelte jedenfalls mehr einem Energy-Drink als einem Bier.

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