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Deutsche Sicherheitsforscher hacken Tesla Model X – mit erstaunlichem Hilfsmittel

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Von: Sebastian Oppenheimer

Deutsche Sicherheitsforscher haben ein Tesla Model X gehackt. Dazu reichten eine Software-Schwachstelle, WLAN – und ein ungewöhnliches Hilfsmittel.

Palo Alto – Wer früher ein Auto knacken wollte, brauchte dafür vor allem Werkzeug und handwerkliches Geschick. In Zeiten von Elektrifizierung und Digitalisierung sind zunehmend andere Talente gefragt – Programmierkenntnisse zum Beispiel. Und man spricht zumeist auch nicht mehr von knacken, sondern hacken. Zwei deutschen Sicherheitsforschern ist nun ein solcher Hack gelungen – und zwar bei einem Fahrzeug des kalifornischen Elektroautobauers Tesla. Neben einer Software-Schwachstelle benötigen die Hacker einen WLAN-Dongle – und eine Drohne. (Gravierende Mängel bei Tesla-Flotte: Taxi-Unternehmen fordert Riesen-Entschädigung)

Deutsche Sicherheitsforscher hacken Tesla Model X – mit erstaunlichem Hilfsmittel

Gelungen ist der Hack den beiden Sicherheitsforschern Ralf-Philipp Weinmann und Benedikt Schmotzle, die auf die Automobil-Branche spezialisiert sind. Das Duo entdeckte sogenannte Remote-Zero-Click-Sicherheitslücken in einer Open-Source-Softwarekomponente namens ConnMan, die in Teslas vewendet wird. Diese Schwachstelle ermöglichte es den Forschern, geparkte Fahrzeuge zu hacken und deren Infotainment-Systeme über WiFi zu steuern. Es ist nicht der erste gelungene IT-Angriff auf einen Tesla Model X: Belgische Wissenschaftler hatten zuletzt den Schlüssel des Fahrzeugs gehackt – mit Billig-Technik.

Eine Drohne schwebt über einem Tesla Model X

Zwei deutsche Sicherheitsforscher haben ein Tesla Model X gehackt – mithilfe einer Drohne. © Vimeo (kunnamon)

Deutsche Sicherheitsforscher hacken Tesla Model X – Zugriff auf das komplette Infotainment-System

In einem Video, das hier zu finden ist, erklären die beiden im Detail, wie sie vorgegangen sind. Später ist ein kurzer Clip vom eigentlichen Hack zu sehen. Man sieht wie die Drohne über einem Tesla Model X schwebt – und nach etwa einer Minute öffnen sich die Türen. Es sei auch möglich den Kofferraum zu entriegeln, oder die Sitzposition zu ändern, berichten die Forscher. Man könne im Prinzip alles machen, was per Druck auf das Infotainment-System möglich sei. So habe man etwa die Lautstärke der Musik einstellen können oder die Klimaanlage bedienen können. („Autopilot“ vorerst nicht vollautonom: Tesla-Mitarbeiter relativiert Aussagen von Elon Musk)

Die Attacke mit der Drohne liegt schon etwas länger zurück. Die Forscher hatten den sogenannten TBONE-Hack auf einer Konferenz im Jahr 2020 präsentieren wollen, die allerdings durch die weltweite Corona-Pandemie ausgefallen war. Deswegen hatten sie ihren Hack auf einer IT-Konferenz Ende April dieses Jahres präsentiert. Die von den beiden Deutschen aufgedeckten Schwachstellen meldeten sie an Tesla. Inzwischen hat der kalifornische Hersteller die Sicherheitslücken geschlossen.

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