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„Drecks-Tesla“: Model S ist defekt – trotzdem wird auch noch sein Besitzer verklagt

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Von: Jasmin Pospiech

Seit zwei Jahren streitet sich ein Tesla-Besitzer mit dem US-Elektroautokonzern. Letzterer will wegen angeblich rufschädigender Beschimpfungen sehr viel Geld.

Peking (China) – Tesla hat seit einiger Zeit mit Negativschlagzeilen zu kämpfen. Einerseits gibt es viele Kritiker, die die Verarbeitungsqualität, aber auch den „Autopiloten“ der Stromer beklagen. Verstärkt wird diese Skepsis noch durch die verheerenden Unfälle, die sich in den vergangenen Monaten zugetragen haben. Doch andererseits machen dem US-Elektroautokonzern auch Umweltschützer zu schaffen, die gegen die Wirtschaftspolitik am Standort der Gigafactory in Grünheide (Brandenburg) protestieren.

„Drecks-Tesla“: Model S ist defekt – trotzdem wird auch noch sein Besitzer verklagt

Dort wird befürchtet, dass durch die starke Abrodung von Wäldern die Umwelt belastet sowie durch den enormen Wasserbedarf der Fabrik die Trinkwasserversorgung der Region gefährdet, aber auch die Verkehrsinfrastruktur überlastet wird. Der umtriebige Tesla-CEO Elon Musk (50) hat bereits auf Twitter gegen die Verbände geschossen und diese als „unseriös, verrückt oder beides“ betitelt. Dass er selbst allerdings Beleidigungen nicht so gut abkann, zeigt jetzt ein Vorfall aus China, der für Furore sorgt.

Ein Mann namens Han Chao hat bereits vor über zwei Jahren einen gebrauchten Tesla Model S direkt von einem Tesla-Händler erstanden. Doch nur wenige Monate später muss der Stromer in die Werkstatt. Es stellt sich heraus, dass er irreparable Schäden hat. Tesla bietet dem Chinesen an, die defekten Teile zu ersetzen, doch dieser will sein Geld zurück. Schließlich habe er bei der Untersuchung erfahren, dass der Tesla vor dem Kauf in einen Unfall verwickelt gewesen sei, was ihm der Händler angeblich verschwiegen habe. (Tesla Gigafactory Grünheide: Geschwärzter Bauantrag – was verschweigt Elon Musk?)

Tesla Model S Plaid, fahrend (Symbolbild)
Solch ein Tesla Model S hat sich Han Chao gebraucht gekauft – mit bösen Folgen. (Symbolbild) © Tesla

Auf der sozialen Plattform „Weibo“ hat er seine Follower über den Prozess auf dem Laufenden gehalten. Dort hat er Tesla angeblich wütend als „Betrügerfirma“, „Drecks-Tesla“ und sogar als „Quacksalber“ bezeichnet, wie das Autoportal „autoevolution“ schreibt. Schließlich geht die Sache in Peking vor Gericht und am Ende bekommt Han recht. Er erhält über 200.000 Euro Schadensersatz, weil Tesla den Richtern zufolge betrogen habe, als der Konzern wohl wissend dem Chinesen ein bereits defektes Auto verkauft habe. Und das, obwohl der Händler behauptet habe, dass das Fahrzeug keine eklatanten Schäden aufweise. (Tesla-Fahrer erhebt Klage: Versprechungen zu Superchargern nur heiße Luft?)

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„Drecks-Tesla“: Model S defekt – Besitzer macht sich öffentlich darüber lustig

Doch als Han glaubt, dass die Sache damit erledigt ist, schlägt Tesla zurück und hat ihn nun wiederum wegen „Rufschädigung“ verklagt. Das US-Unternehmen verlangt seinerseits fast 670.000 Euro von Han. Darüber hinaus solle er „aufhören, Tesla weiter zu diffamieren“ und jeglichen Content, der sich darauf beziehe, auf Weibo löschen und sich stattdessen innerhalb von 30 Tagen auf der sozialen Plattform öffentlich bei Tesla entschuldigen. (Tesla kassiert über eine Milliarde: Dafür sollen deutsche Steuerzahler blechen)

Damit solle er „den Schaden wiedergutmachen“, den er mit seinen Postings angerichtet habe, heißt es. Doch Han denkt gar nicht daran: Stattdessen hat er das Schreiben erneut auf seinem Account öffentlich gemacht und macht sich über den Brief lustig. Was jetzt Tesla darauf antworten und ob der Konzern zurückschlagen wird, wird sich zeigen.

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