1. 24auto
  2. News

Tödlicher Tesla-Crash: Elon Musk mischt sich persönlich ein – wird Autopilot-Rätsel nie gelöst?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jasmin Pospiech

Nach dem tödlichen Tesla-Unfall mit einem Model S rückt der Autopilot in den Fokus. Darum schaltet sich Elon Musk persönlich ein. Der Fall kann womöglich nie aufgeklärt werden.

Update vom 11.05.2021, 09:13 Uhr: Nach neuesten Berichten der US-Unfallermittlungs-Behörde NTSB kann es sein, dass der schreckliche Tesla-Crash in Texas, bei dem zwei Menschen ums Leben gekommen sind, vielleicht nie aufgeklärt werden wird. Demnach sei Speichertechnik mit wichtigen Fahrzeugdaten komplett zerstört beziehungsweise so stark beschädigt worden, dass es für die IT-Forensiker äußerst schwierig sei, diese noch auszuwerten. Laut NTSB zeichnete eine Überwachungskamera des Tesla Model S zwar auf, wie der Besitzer des Wagens auf dem Fahrer- und sein Begleiter auf dem Beifahrersitz Platz nehmen – dennoch lässt sich daraus nicht erschließen, ob dies auch zum Zeitpunkt des Aufpralls der Fall war. Allerdings soll der Tesla angeblich nur etwa 170 Meter gefahren sein, bevor er von der Straße abkam und gegen den Baum prallte. Dabei fing die Batterie des Elektroautos Feuer – und das Fahrzeug brannte vollständig aus. (Im Tesla Cybertruck durch New York: Elon Musk enthüllt Krankheit bei „Saturday Night Live“)

Tödlicher Tesla-Crash: Elon Musk mischt sich persönlich ein – wird Autopilot-Rätsel nie gelöst?

Update vom 30.04.2021, 23:50 Uhr: Nun gibt es neue Erkenntnisse zum tödlichen Tesla-Crash. Die Polizei hat nach ersten Ermittlungen einen Bericht verfasst, aus dem hervorgeht, dass das Feuer versehentlich ausgebrochen ist. Man habe keinen spezifischen Grund nachweisen können, gehe allerdings davon aus, dass es aufgrund des Zusammenpralls mit dem Baum dazu gekommen sei, heißt es. Außerdem soll der Brand vorne an der Front des Tesla Model S seinen Anfang genommen haben. Auf die zentrale Frage, ob der Autopilot des Elektroautos aktiviert war oder jemand am Steuer saß, stellt der Polizeibericht klar, dass dem nicht so gewesen sei – allerdings nur für die Zeit nach dem fatalen Unfall.

Erstmeldung vom 20.04.2021, 12:40 Uhr: Houston (USA) – Der schreckliche Tesla-Unfall in Texas nahm ein tragisches Ende. Zwei Menschen starben, nachdem sie mit ihrem Tesla Model S gegen einen Baum rasten und infolgedessen das Elektroauto des kalifornischen Herstellers mitsamt der Insassen vollkommen ausbrannte. Nun wird über die Rolle des vielfach kritisierten Tesla-Autopiloten gerätselt – war er involviert oder nicht? Die Polizei von Houston ist sich fast sicher – Tesla-CEO und Tech-Milliardär Elon Musk (49) hingegen bestreitet das höchstpersönlich.

Tödlicher Tesla-Crash: Rätselraten um Autopilot – Elon Musk mischt sich persönlich ein

Wie lokale Medien berichten, sollen Einsatzkräfte über 87.000 Liter Wasser gebraucht haben, um das lichterloh in Flammen stehende Tesla Model S endgültig zu löschen, da die Batterie immer wieder zündete – egal, wie sehr die Feuerwehr versuchte, sie auszumachen. An einem Punkt sollen die Feuerbekämpfer sogar so verzweifelt gewesen sein, dass sie überlegten Tesla zu kontaktieren – um den Brand endlich irgendwie löschen zu können.

Wie es zu dem tödlichen Unfall kommen konnte, ist weiter unklar – und umstritten. Stichworte „Autopilot“ und „gefährliche Tesla-Fehlfunktionen“. Ebenfalls aus diesen Gründen sorgte fast zeitgleich eine Frau für einen Eklat am Tesla-Stand auf der Automobilmesse „Auto Shanghai 2021“ in China. Bei ihrem aufsehenerregenden Wut-Protest stieg sie auf das Dach eines ausgestellten Tesla Model 3 – und klagte den US-Konzern heftig an.

Ein Tesla Model S ist nach einem Unfall nur noch ein Wrack. (Symbolbild)
Das Tesla Model S ist nach dem tragischen Unfall in Texas nur noch ein Wrack. Beide Insassen verbrannten im Wageninneren. (Symbolbild) © IMAGO / Cover-Images

Wie kommt es zum Rätselraten und den entsprechenden Diskussionen? Nun – angeblich soll sich keiner der beiden Männer auf dem Fahrersitz befunden haben, als der schreckliche Unfall passierte. Stattdessen soll einer der Männer auf dem Beifahrer- und der andere auf dem Rücksitz gesessen haben. Daher war sich die Polizei sicher, dass niemand am Steuer des Tesla Model S gesessen habe – und irgendetwas furchtbar schiefgegangen ist. (Herbert Diess als Tesla-Boss: Wollte Elon Musk dem VW-Chef wirklich die Leitung übergeben?)

Außerdem glauben die texanischen Beamten, dass es deshalb zu dem Unfall kam, weil das Auto mit hoher Geschwindigkeit eine Rechtskurve auf der Landstraße durchfahren hat. Dadurch kommt der Tesla links von der Straße ab, prallt gegen einen Baum und fängt Feuer.

Im Wageninneren findet die Feuerwehr später schließlich zwei verkohlte Leichen. Insgesamt vier Stunden haben die Einsatzkräfte zugebracht, den Brand zu löschen – mit mehr als 100.000 Litern Wasser. Immer wieder schließen sich die Batterien im Wagenboden kurz, entzünden das Feuer erneut.

Tödlicher Tesla-Crash: Rätselraten um Autopilot – war er wirklich aktiviert?

Der tragische Fall hat in den USA sowie weltweit für große Furore gesorgt. Und für jede Menge unangenehme Publicity für den E-Auto-Branchenführer aus Palo Alto. (Tesla Model 3: Fertigungs-Experte entsetzt – „Das ist nicht akzeptabel“)

Schließlich ist es in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Unfällen mit Tesla-Modellen gekommen, obwohl der Autopilot aktiviert war. Doch der Elektroautohersteller weist Vorwürfe zurück, indem er darauf hinweist, dass das autonome Fahrassistenzsystem kein „Freifahrtschein“ für Fahrzeuglenker ist. Tesla betont, wie wichtig es ist, jederzeit aufmerksam zu sein – sowie die Hände stets am Steuer zu behalten, um in brenzligen Situationen selbst aktiv werden zu können. Die Realität scheint jedoch längst eine andere zu sein: Schon seit Jahren tauchen überall im Internet Videoclips von Tesla-Besitzern auf, die schlafen, lesen oder mitten im Straßenverkehr ihren Fahrersitz verlassen.

Tesla nennt die nächste Evolutionsstufe von Autopilot „Full Self-Driving“ (dt. „komplettes Selbstfahren“) – während es nach gängigen Kriterien allerdings weiterhin nur ein Assistenzsystem bleibt. Die Bezeichnung sorgt immer wieder für Kritik. Tesla-Käufer können „Full Self-Driving“ (FSD) für mehrere tausend Dollar hinzubuchen. Bei dem in Texas verunglückten Tesla sei die FSD-Funktionalität jedoch nicht erworben worden, heißt es – zumindest laut Tesla-Boss Elon Musk Musk. (Tesla-Geständnis: Autonomes Fahren weit entfernt – doch Elon Musk verspricht „Full Self Driving“ für alle)

Tödlicher Tesla-Crash: Rätselraten um Autopilot – Elon Musk will bestreitet es

Nun wollen Ermittler bei Tesla Daten des verunglückten Fahrzeugs sichern, um den tödlichen Vorfall aufzuklären. Dies bestätigt die zuständige Polizeibehörde. Denn jeder Tesla ist vernetzt und das Unternehmen hat Zugriff auf alle „over-the-air“ versendeten Daten haben. um mit Sicherheit sagen zu können, was mit dem Autopilot los war. Bei früheren Unfällen konnte Tesla teilweise genau angeben, wie viele Sekunden vor dem Aufprall das Lenkrad zuletzt bewegt worden sei. (Tesla-Boss Elon Musk: Riesen-Ärger wegen TV-Beitrag über Grünheide – „Schande über ZDF Info!“)

Auslöser für die Untersuchung ist ein Tweet von Tesla-Chef Elon Musk. In diesem erklärt der exzentrische „Technoking“ des Unternehmens, dass das verunglückte E-Auto zum Zeitpunkt des Crashs gar nicht mit Autopilot gefahren sein könne: „Bisher verfügbare Datenaufzeichnungen zeigen, dass der Autopilot nicht aktiviert war“, schreibt Musk. Seine Begründung: Der Tesla-Autopilot kann nur bei Straßen mit Spurlinien aktiviert werden – die Straße am Unfallort in Texas habe diese aber nicht aufgewiesen. Der Unfahllhergang wird mit Musks Tweet nun noch ein Stück mysteriöser. Denn die Polizei war nach vorläufigen Ermittlungen zu „fast 99,9 Prozent sicher“, dass bei dem Unfall niemand am Steuer saß. („Öffne A*loch”: Obszöne Sprachbefehle bei Tesla – so reagieren Elon Musks E-Autos)

In einem weiteren Tweet betont Elon Musk jetzt mithilfe einer Statistik, dass diese zeige, dass insgesamt deutlich weniger Unfälle passierten, wenn die Fahrer mit eingeschaltetem Autopilot-System unterwegs seien. Der Elektro-Autobauer soll in den USA zudem die Einführung neuer Funktionen wie automatisches Erkennen von Ampelsignalen und Verkehrsschildern vorbereiten – sowie das Beachten von Vorfahrtsregeln. Nach eigenem Bekunden sorgt Tesla so für erheblich mehr Sicherheit im Straßenverkehr. (Tesla Roadster: Elon Musk will E-Auto schweben lassen – mit Raketen-Power von SpaceX) (Mit Material der dpa)

Auch interessant